Ferienpass Nidwalden

Im Schein der Taschenlampen: Kinder erobern den Länderpark

Für eine Nacht durften 30 Kinder das Einkaufszentrum in Stans von einer völlig neuen Seite kennenlernen.

Wenn langsam die Rollläden der Läden schliessen, die letzte Durchsage gemacht und das Licht gelöscht wird, kehrt normalerweise nach 20 Uhr im Länderpark Ruhe ein. Aber nicht an diesem Abend: 30 Kinder entdecken dank des Ferienpasses mit Urs Naef, Organisator des Anlasses, und Toni Barmettler, Hauswart des Länderparks, das Einkaufszentrum.

Nach einer Stärkung mit selbst belegten Pizzas im Migros-Restaurant lauschen die Kinder gespannt einer Lesung von Carlo Meier, dem Autor der «Kaminski-Kids». Seine Krimilesung endet mit einem packenden Cliffhanger, dem die Kinder später im Schein ihrer Taschenlampen auf die Schliche kommen werden. Zuvor führt Toni Barmettler die Gruppe durch die verwinkelten Gänge. Durch zahlreiche Korridore geht es hoch hinauf an die Fensterfront mit Blick auf den Vorplatz. Im Labyrinth des Länderparks heisst es dabei gut aufschliessen, damit niemand verloren geht, wenn hinter ihnen die schweren Türen ins Schloss fallen.

Einmal quer durch den Länderpark flitzen

Und prompt ist es passiert: Die Gruppe hat sich aus den Augen verloren. Durch die Gänge hallen nur noch rhythmische «Toni Barmettler»-Rufe, gefolgt von lautem Klatschen. «Das fühlt sich fast wie im Horrorfilm an – man hört Stimmen, sieht aber hinter den Ecken niemanden», bemerkt eine der Begleitpersonen schmunzelnd. Nach lautem Rufen findet die Truppe schnell wieder zusammen.

Toni Barmettler gibt danach zahlreiche Einblicke in die Geschichte des Länderparks und erklärt die Licht- und Löschsysteme. Ein besonderer Höhepunkt wartet beim Zauberwald: Länzgi-Maskottchen Fredi Frechdachs macht seinem Namen alle Ehre und überrascht die Gruppe mit einer unerwarteten Wasserschlacht, was für lautes Kreischen und Gelächter sorgt. Nach einem Abstecher aufs Dach und weiteren Entdeckungen endet die Tour mit einer Extraportion Sport. Beim Wettrennen durch die Parkgaragen zeigen die Kinder, wie schnell und laut sie rennen können.

Doch die Nacht ist noch jung, und schon wartet das nächste Highlight: Eine Schnitzeljagd, organisiert von Urs Naef, treibt den Puls noch einmal in die Höhe. In Teams gilt es, knifflige Fragen zu beantworten und das Lösungswort zu knacken. Die Kinder flitzen durch die Gänge, und immer wieder hallt ein triumphierendes «Ich hab die Lösung!» durch das Einkaufszentrum. Nach 15 Minuten sichert sich eine Mädchengruppe den Sieg. Die zehnjährige Safiya meint stolz: «Dafür dürfen wir uns jetzt als Erstes unser Schlafzelt aussuchen!»

Müde Augen und strahlende Gesichter

Es ist fast Mitternacht – eigentlich Schlafenszeit. «Wir möchten noch weiter auf Entdeckungstour gehen!», bedauern die zehnjährige Lara und die neunjährige Kim. Um die aufgedrehten Gemüter zu beruhigen, helfen am Ende nur noch gemeinsame Atemübungen. Auch das geschenkte «Kaminski-Kids»-Buch sorgt im Schein der Taschenlampen für die nötige Ruhe. Nach und nach wird es still im Länderpark – nur hier und da sind flüsternde Gespräche zu hören.

Bereits um 5 Uhr morgens erwacht der Länderpark wieder zum Leben: Erste Lieferungen treffen ein und es wird fleissig geputzt. Aus einigen Zelten spähen müde Gesichter, die sich nach einem kurzen Blick auf die Uhr schnell wieder verkriechen – schliesslich darf man noch bis 6.30 Uhr weiterschlafen. Beim anschliessenden Frühstück ist es noch ungewohnt ruhig. Die Spuren der kurzen Nacht sind den Kindern mal mehr, mal weniger deutlich ins Gesicht geschrieben. Doch ein Mädchen sagt begeistert beim Zusammenpacken: «Ich war die ganze Nacht wach. Das war super!»

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