Aushubzentrum Pfaffnau (AZP): So lautet der Name eines neuen Deponieprojekts, welches im Gebiet Chuglerweid in Pfaffnau entstehen soll. Die Strabag AG, eine Firma, die grosse Bau- und Infrastrukturprojekte entwickelt, hat das Projekt initiiert und ist für die Realisierung zuständig.
Mit im Boot sind die betroffenen Grundeigentümer, die Familien Frank, Hodel und Hirsiger, wie der Website des Unternehmens zu entnehmen ist . Den Betrieb soll die dafür kürzlich gegründete Tochtergesellschaft AZP Aushubzentrum Pfaffnau GmbH übernehmen.
Projektablauf in drei Etappen
Laut Strabag-Projektleiter Jonas Aschwanden ist eine Deponie des Typs A und B auf einer Fläche von 15 Hektaren geplant. Dies entspricht zirka 21 Fussballfeldern, wie der «Willisauer Bote» berichtet. Während maximal zehn Jahren soll dort sauberes Aushub- und unverschmutztes Material von Rückbauten deponiert werden, «also keine Schlacke aus Kehrichtverbrennungsanlagen oder irgendwelche löslichen Stoffe», sagt Aschwanden auf unsere Anfrage. Das Areal würde je drei Etappen durchlaufen: die Aufschüttung mit Deponiematerial, danach die Rekultivierung und schliesslich die Nutzung als Fruchtfolgefläche.
Wie Aschwanden weiter ausführt, fand noch keine Vorprüfung des Deponieprojekts durch den Kanton Luzern statt. «Unser Team stellt aktuell die Unterlagen für eine Vorprüfung zusammen. Grundsätzlich hat der Kanton den Deponieperimeter in seiner Deponieplanung als theoretisch mögliches Gebiet ausgewiesen», so Aschwanden.
«Verkehrsanbindung optimal»
Der Standort Chuglerweid in Pfaffnau sei aus mehreren Gründen gut geeignet. In diesem Gebiet seien die Böden heute aufgrund ehemaliger Auffüllungen in schlechtem Zustand. «Es gib Vernässungen und es fehlt an Fruchtfolgeflächen. Mit der geplanten Aufwertung schaffen wir nach den maximal zehn Jahren Betrieb einen Mehrwert für die Natur und die Landschaft», sagt Aschwanden. Zudem: «Die Verkehrsanbindung von der Autobahn her ist optimal. Es ist ganz klar geplant, dass die Zulieferung nicht durchs Dorf führt. Das Gebiet der Deponie ist nicht stark bewohnt und die Topografie ist ideal.»
Das Briengglewäldli helfe zusammen mit den bautechnischen Massnahmen mit, das Dorf vor Emissionen zu schützen. Wie viele Lastwagenfahrten die Deponie pro Tag zur Folge habe, kann Aschwanden noch nicht sagen. «Die Anzahl Fahrten können wir aufzeigen, sobald die Machbarkeitsstudie vorliegt.»
Wie die Gemeinde Pfaffnau auf ihrer Homepage schreibt, wurde sie über das Projekt vororientiert, könne aber inhaltlich noch keine Stellungnahme dazu abgeben, weil das Projekt noch ganz am Anfang stehe. Der Gemeinderat scheint nicht besonders erfreut zu sein über das Vorpreschen der Strabag AG. Er schreibt: «Die Veröffentlichung der Website erfolgte unabhängig von der Gemeinde und war nicht Teil des vorgesehenen Prozesses. Dies verdeutlicht, wie wichtig es ist, dass im weiteren Verlauf alle Schritte sorgfältig abgestimmt werden, um eine geordnete und transparente Planung sicherzustellen.» Weiter informiert er, dass die Bevölkerung im Laufe des Planungsprozesses in mehreren Phasen einbezogen werde. «Sie haben die Möglichkeit, ihre Meinung einzubringen, Einsprache zu erheben und im Rahmen einer Teilrevision der Ortsplanung über die wesentlichen Entscheidungen mitzubestimmen», schreibt der Gemeinderat.

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