Obwalden

Ihre Geräte bewegen Kleine und Grosse auf den Spielplätzen

Seit über 50 Jahren produziert die Hinnen AG in Alpnach Spielplatzgeräte. Heute findet man diese überall in der Schweiz.
Die Hinnen Spielplatzgeräte AG in Alpnach stellt Spielgeräte her. Die überdimensionale Milchkanne mit Rutsche ist eine Spezialanfertigung für eine Schaukäserei in Marbach. (Bild: Marion Wannemacher (Alpnach, 10. August 2022))
Rolf Kneubühler, Leiter der Holzwerkstatt, macht den Feinschliff an einem Spielschiff. (Bild: Marion Wannemacher (Alpnach, 10. August 2022))
Inhaber Ivo Kneubühler im Prototypen Hamster-Rad. (Bild: Marion Wannemacher (Alpnach, 10. August 2022))
Fredy Odermatt schneidet Bretter für einen Spielturm zu. (Bild: Marion Wannemacher (Alpnach, 10. August 2022))

Marion Wannemacher

Marion Wannemacher

Marion Wannemacher

Marion Wannemacher

In der Produktionshalle der Firma Hinnen Spielplatzgeräte AG in Alpnach herrscht Hochbetrieb. Die Säge kreischt, es wird geschmirgelt, gemessen und gehämmert. Zwischendurch plätschert ein Radioprogramm vor sich hin. Gleich an mehreren Projekten arbeitet das Team: Fredy Odermatt schneidet Bretter für einen Holzturm zu. Rolf Kneubühler, Leiter der Holzwerkstatt, schleift die Kanten eines fast schon fertigen kleinen Spielschiffs aus Holz.

Milchkanne mit Rutsche für eine Schaukäserei

«Die überdimensionale Milchkanne mit integrierten Kletternetzen und Rutschbahn wird kommende Woche nach Marbach ausgeliefert», erklärt Kneubühler. Sie ist ein Spezialauftrag für eine Schaukäserei. Langweilig wird es ihm und seinen Mitarbeitenden nicht. «Das ist das Schöne an meinem Beruf: Wir arbeiten im Team an einer Vielzahl unterschiedlicher Objekte. Manche stellen auch eine Herausforderung dar.» Die Milchkanne ist komplett aus Holz konstruiert und wurde fast vollständig in Handarbeit gefertigt. Auf das fertige Produkt dürfen nun alle stolz sein.

Vielleicht gibt es in der Schweiz mittlerweile kein Kind, das nicht jemals auf einem Bimbo-Spielgerät geturnt ist. In Obwalden hat die Hinnen Spielplatzgeräte AG den kleinen, aber feinen Spielplatz in Sachseln am Seeufer gestaltet, den auf Lungern/Turren sowie jenen auf dem Alpnacher Schulhof. In Luzern am Lido stammt die Spielanlage ebenfalls vom Alpnacher Unternehmen. Ein Vorzeigebeispiel der Extraklasse ist der grösste Spielplatz in Genf, den die Hinnen Spielplatzgeräte AG als Gewinner eines Wettbewerbs kürzlich realisieren durfte.

«Wir sind einer der innovativsten Marktführer», ist sich Inhaber und Geschäftsleiter Ivo Kneubühler bewusst. Gerade im Spiele- und Bewegungsbereich habe sich sehr viel getan. «Während früher Spielplätze nur aus einzelnen Geräten wie der Schaukel, der Rutsche oder der Wippe bestanden, versucht man heute, zusammenhängende Spiellandschaften zu kreieren», erklärt der Fachmann. Es gehe nicht nur um den Spielwert, sondern auch darum, das Zusammenspielen der Kinder oder gar der Generationen zu fördern. Vor sechs Jahren hat die Sport-Universität Basel mit dem Hersteller das Pilotprojekt «hopp-la – Generationen in Bewegung» umgesetzt.

Beim Rundgang durch den Betrieb führt Ivo Kneubühler das Hamster-Rad vor. Mit der dritten Version des Prototyps sei man zufrieden, erzählt er und demonstriert die Nutzung. Nun könnten auch Kinder dieses mit ihrem leichteren Gewicht in Gang setzen. Auch seien alle Sicherheitsaspekte erfüllt, alle Geräte von Sicherheitsexperten geprüft und zertifiziert.

Firma heisst nach dem Hund des Gründers

Als gelernter Schreiner und diplomierter Holztechniker kam Ivo Kneubühler vor 19 Jahren in den Betrieb und übernahm die Geschäftsführung. Damals bestand dieser aus 8 Mitarbeitern. Ursprünglich hatte Otto Hinnen 1966 die Firma gegründet. Den Namen für seine Firma hatte er damals schnell gefunden: der eigene Hund hiess Bimbo, der italienische Kosename für «kleiner Junge».

Das kleine Unternehmen hatte sich seit seiner Gründung bis 2003 nicht gross weiterentwickelt. Heute gehören dagegen 40 bis saisonal bedingt 50 Mitarbeitende zum Team. Und bis Frühjahr will die Hinnen Spielplatzgeräte AG nach Sarnen expandieren. «Wir nutzen hier in Alpnach verschiedene angemietete Räume. Das ist nicht ideal für unsere Betriebsabläufe», findet Ivo Kneubühler. Auf dem Industrieareal vis-à-vis Leister soll dann der gesamte Betrieb auf rund 5000 Quadratmetern unter einem Dach vereint sein.

Gemeinsam versucht man die Unternehmensphilosophie «Bimbo macht Spass» im Team zu leben. Die Stimmung ist allen wichtig. Mitarbeiter-Anlässe wie der Sommer-Ausflug oder Skitag fördern den Zusammenhalt. Unter den Mitarbeitenden gibt es unter anderem Schreiner, Zimmermänner, Metallbauer und Konstrukteure, Schlosser und einen Kunstschlosser sowie Hochbauzeichner.

Früher hat Zimmermann Fredy Odermatt aus Buochs auf dem Bau gearbeitet. Über seinen Wechsel zur Hinnen AG vor sieben Jahren ist der 31-Jährige noch immer froh. Ihn fasziniert die Arbeit mit Massivholz und wenig fremden Baustoffen, die aus sehr viel Handarbeit besteht. Statt Häuser baut er nun Spieltürme, Kletterlandschaften oder Piratenschiffe. «Es macht Freude, hier zu arbeiten», sagt er. «Es ist grundsätzlich ein Traum, etwas für Kinder zu machen. Man wird zurückversetzt in die Zeit, als man selber auf dem Spielplatz war.»

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