Auf der Baustelle für den Neubau des Schulhauses Allmend tut sich derzeit nichts. Bereits im Sommer hatte die Gemeinde auf ihrer Webseite geschrieben, dass sich das Projekt verzögert. «Wegen Anpassungen in der Planung» könne der Neubau erst im Frühling 2029 bezogen werden. «Vertieft überprüft worden» seien unter anderem die Materialien für die Fassade und die Fenster sowie «zentrale Themen wie Luftqualität, Raumklima und sommerlicher Wärmeschutz».

Diese Situation hat die Einwohnerräte Philipp Peter (L20) und Stefan Maissen (FDP) dazu veranlasst, je ein dringliches Postulat einzureichen. Die L20-Fraktion forderte ein unabhängiges Gutachten. Das Postulat von Maissen haben alle Mitglieder der Controllingkommission «Ergänzungsbau Schulanlage Allmend» aus allen Fraktionen unterzeichnet.
«Das Projekt ist ausserordentlich komplex und für alle eine grosse Herausforderung», betonte Maissen, Präsident dieser Spezialkommission, am Donnerstagabend im Einwohnerrat. Die «damals neu zusammengesetzte» Projektsteuerungsgruppe habe manche Punkte kritisch hinterfragt und Änderungen vorgenommen. Bis heute lägen aber «keine belastbaren Daten» vor, was dies für das Raumklima bedeute. Schon im November müssten aber die Hochbauarbeiten beginnen, um den bereits verschobenen Bezugstermin einzuhalten.
Können Zeitplan und Kosten eingehalten werden?
Der Vorstoss fordert, der Gemeinderat solle – falls das Schulhaus die Anforderungen nicht erfülle – darlegen, mit welchen Massnahmen ein ausreichendes Raumklima sichergestellt werde und welche Folgen diese für Kosten und Termine haben. Der Hochbau solle erst beginnen, wenn die zentralen Fragen geklärt und die nötigen Massnahmen beschlossen seien. «Eine weitere Verzögerung ist schlecht. Noch schlechter wäre aber ein Schulhaus für 32 Millionen Franken, das seinen Zweck nicht erfüllt, insbesondere in Bezug auf den Klimawandel und die heisseren Sommer», so Maissen.
Die Kommission habe die Projektführung wiederholt kritisiert und «Massnahmen zur Stabilisierung» verlangt. Das Postulat fordert nun, dass die Projektführung im Immobiliendepartement «personell und organisatorisch» gestärkt wird.
Simulation muss nachgebessert werden
Immobilienvorsteherin Astrid David Müller (SVP) begründete den andauernden «Marschhalt» wie folgt: Nach den Projektänderungen habe die Gemeinde Mitte Juni beim Generalplanerteam eine Anpassung der bereits 2023 erstellten Raumklima-Simulation angefordert. Diese sei mittlerweile zwar erstellt worden, habe aber nicht abgebildet, was die Gemeinde eigentlich wollte. Ein Beispiel: Die neue Simulation sei davon ausgegangen, dass eine zusätzliche Kühlung erst ab 26 Grad Raumtemperatur erfolge. «Für uns ist es aber keine Option, damit erst bei 26 Grad zu starten», sagte Astrid David Müller. Deswegen habe man abermals eine neue Simulation und eine Zweitmeinung angefordert. Das L20-Postulat zum unabhängigen Gutachten wurde wegen letzterem einstimmig überwiesen und direkt abgeschrieben.
Die Ergebnisse der neuesten Simulation sind aber noch ausstehend. Der Gemeinderat sei bereit, das Postulat der Kommission teilweise entgegenzunehmen. Will heissen: Mit dem Hochbau erst zu beginnen, wenn die Fragen zum Raumklima geklärt und die allenfalls nötigen Massnahmen beschlossen seien. Die anderen Forderungen lehnte der Gemeinderat ab, da diese sowieso aufgegleist seien – darunter die Besetzung einer ausgeschriebenen Stelle als Projektleitung Hochbau.
Einwohnerrat will «ein Zeichen setzen»
Philipp Peter (L20) sagte: «Aus Sicht unserer Fraktion ist bei diesem Projekt der Wurm drin.» Die Fraktion habe das Vertrauen in den Prozess und das Gesamtprojekt verloren. Jürg Biese (FDP) merkte ebenfalls an, es sei «bedenklich und besorgniserregend», dass es trotz mehrfacher Anläufe bisher nicht möglich gewesen sei, die Nachweise zum Raumklima zu erhalten. Leo Camenzind (Mitte) zeigte sich irritiert ob des «Knopfs» in der Kommunikation, kritisierte aber die Vorgehensweise der Spezialkommission. Reto von Glutz (SVP) sagte, die SVP-Fraktion vertraue darauf, dass dem Informationsbedürfnis auch bei einer teilweisen Überweisung Rechnung getragen werde: «So werden wir den Wurm hoffentlich los.»
Die Controllingkommission beharrte darauf, ihren kompletten Vorstoss zu überweisen – «um damit ein Zeichen zu setzen», wie Maissen betonte. Das Gemeindeparlament überwies daraufhin einstimmig die komplette Vorlage der Spezialkommission.


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