Alexander von Däniken
Solidarität hat viele Gesichter. Eines ist der Finanzausgleich des Kantons Luzern. Kanton und Gebergemeinden finanzieren den Luzerner Finanzausgleich 2022 im Umfang von rund 157,3 Millionen Franken. 109,7 Millionen Franken werden vom Kanton getragen, rund 47,6 Millionen Franken von den ressourcenstarken Gebergemeinden. Dies gab das Finanzdepartement am Dienstag bekannt.
Für die einzelnen Gemeinden bedeutet diese Umverteilung je nach Ausgangslage ein Zustupf oder eine Abgabe. Letzteres betrifft zum Beispiel Horw. Die Gemeinde mit einem attraktiven Steuerfuss von 1,45 Einheiten hat dieses Jahr noch knapp 4,4 Millionen Franken in den Finanzausgleich einbezahlt. Nächstes Jahr werden es knapp 6,3 Millionen Franken sein. Grösste Zahlerin bleibt die Gemeinde Meggen. Mit einem Steuerfuss von 0,95 Einheiten zahlt sie nächstes Jahr rund 8,3 Millionen Franken in den Topf; dieses Jahr waren es rund 8,1 Millionen. 23 Gemeinden zählen 2022 zu den Gebern, eine weniger als dieses Jahr:
Emmen erhält neu 21 Millionen Franken aus dem Topf
Die mit Abstand grösste Nehmergemeinde bleibt Emmen. Der Betrag nimmt nächstes Jahr um rund 2 auf 21 Millionen Franken zu. Es folgt Escholzmatt-Marbach mit 8,8 Millionen Franken 2022, das sind rund 100'000 Franken weniger als dieses Jahr. Grund für diese Korrekturen ist die unterschiedliche Entwicklung der Finanzkraft pro Einwohner. Total steigt das Ressourcenpotenzial, mit dem die Finanzkraft dargestellt wird, 2022 gegenüber dem Vorjahr kantonsweit um 39,7 Millionen Franken. Zurückzuführen ist diese Entwicklung zum grössten Teil auf höhere Erträge der ordentlichen Gemeindesteuer bei mittlerem Steuerfuss sowie auf höhere Grundstückgewinnsteuern, wie der Kanton mitteilt.
Am stärksten gewachsen ist das Ressourcenpotenzial wenig überraschend in der Gemeinde Horw (+ 11,6 Mio. Fr.) und in der Stadt Luzern (+6,1 Mio. Fr.). Betrachtet man das Ressourcenpotenzial pro Einwohner, ist es in 18 Gemeinden rückläufig. Am stärksten zurückgegangen ist das Ressourcenpotenzial in den Gemeinden Root (-2,3 Mio. Fr.) und Greppen (-2,0 Mio. Fr.). Auf den Finanzausgleich 2022 haben weder die Aufgaben- und Finanzreform noch die Pandemie einen Einfluss, wie das Finanzdepartement auf Anfrage erklärt. Basis seien die Buchhaltungsjahre 2017 bis 2019. Dass der Finanzausgleich unter dem Strich um rund drei Millionen Franken wächst, deute darauf hin, dass einige Gemeinden schneller in die richtige Richtung laufen als andere.

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