Nidwalden

Hison setzt seit 25 Jahren auf Hilfe zur Selbsthilfe

Hison, ein Hilfswerk aus der Innerschweiz, feiert sein 25-Jahr-Jubiläum. Es unterstützt in drei westafrikanischen Staaten die Ausbildung von Kindern.

Doris Schnyder hat für das Gespräch 15 Fotos bereitgelegt. Sie decken die vergangenen 25 Jahre natürlich nicht flächendeckend ab, zeigen aber gut, was Hison (Help the isolated needy: Helft den Einsamen, Bedürftigen) in dieser Zeit in Ghana, Togo und Burkina Faso erreicht hat.

Die virtuelle Bilderreise gibt Einblick in eine Welt voller Leben. Erwachsene tragen in Westafrika meist lange, farbige Kleider, Kinder besuchen den Unterricht in einer schmucken Schuluniform und unterscheiden sich in der Freizeit mit ihren T-Shirts kaum von europäischen Jugendlichen. Die Fotos bestätigen, was Doris und Sepp Schnyder in Afrika erleben: «Wir sehen in leuchtende Kinderaugen, wenn wir die Schulen besuchen, und erhalten den Dank der Eltern, weil ihre Kinder eine Chance bekommen.»

Doris und Sepp Schnyder (rechts) mit den langjährigen togolesischen Mitarbeitenden Kao, Maria und Fero (von links).
Bild: zvg (Kpalimé, Togo, 2026)

Ein Bild zeigt ein kleines Mädchen, das vor einer riesigen Wandtafel steht und mit einem langen Stab auf französische Vokabeln und Zahlen zeigt. Schliesslich lernen die Kinder in Togo und in Burkina Faso Französisch, auch wenn sie sich zu Hause meist in regionalen Sprachen unterhalten. Auf zwei Fotografien spielen Buben in Leibchen des FC Luzern im togolesischen Welou mit vollem Einsatz Fussball. Im gleichen Ort wohnt der Dorfkönig Rémi, der für die Kontakte steht, die der Verein mit den Behörden pflegt um die geplanten Bauprojekte realisieren zu können.

Ausbau in Etappen

Die ersten Erfahrungen mit dem Schulhausbau in Afrika machten Doris und Sepp Schnyder vor 36 Jahren in Burkina Faso und lernten dort die Bevölkerung kennen und schätzen. Zurück in der Schweiz, begegneten sie der gebürtigen Ghanaerin Doris Ineichen, die 2001 den Verein Hison zur Unterstützung ihrer Heimat gründete und das Ehepaar Schnyder in den 7-köpfigen Vorstand holte, den Doris Schnyder seit mehr als zehn Jahren präsidiert. Hison begann mit Patenschaften in Ghana, die jährlich 660 Franken kosten und die Schulbildung, den Kauf der Uniform und die medizinische Grundversorgung ermöglichen. Bis heute haben in diesem Land Hunderte von Jugendlichen von dieser Hilfe profitiert.

Auf Besuch beim Dorfchef Rémi (Mitte mit der gewobenen Kappe). Vorne die 3. von rechts ist Doris Schnyder. Neben ihr befindet sich die Obwaldner Nationalrätin Monika Rüegger.
Bild: zvg (Kpalimé, Togo, 2026)

Das erste Schulprojekt von Hison wurde im Jahr 2013 in Burkina Faso gestartet und nach und nach abgeschlossen. Für Doris Schnyder ist das ein bewährtes Modell: «Wir bauen immer in Etappen, denn es hilft uns, das Geld zu sammeln.» Inzwischen sind in Burkina Faso zwei Hison-Schulhäuser fertiggestellt, drei befinden sich im Bau, ein Projekt wird gerade gestartet und zwei Optionen werden noch geprüft. Auch in Togo ist der Verein aktiv. Ein Schulhausbau ist abgeschlossen, in Kpalimé wird eben die letzte Etappe beendet und in Welou ist ein Schulhaus im Aufbau. In den beiden Ländern werden ungefähr 1400 Kinder in Schulhäusern von Hison unterrichtet.

Das Hilfswerk engagiert sich auch bei der Unterstützung von Gehörlosen, bei Impf- und Ernährungsprogrammen und kann dabei auf vertrauenswürdige afrikanische Helfende zählen. Das Hauptziel von Hison aber ist und bleibt die Hilfe zur Selbsthilfe. Mit den Worten von Doris Schnyder liest sich das so: «Wir investieren in die Bildung der Kinder. Wer lesen, schreiben, rechnen kann, hat eine hoffnungsvolle Zukunft. Und zwar im eigenen Land.»

Benefiz-Comedy-Abend mit Susanne Langensand: «Generika wird grün.» 25 Jahre Hison. Dallenwil, Mehrzweckhalle. Samstag, 30. Mai. 20 Uhr. Eintritt frei mit Kollekte. www.hison.ch

Kommentare (0)