Der erste grosse Schritt ist geschafft, das Bachelor-Diplom der Hochschule Luzern (HSLU) im Sack. Doch für die Mitglieder des Walliservereins der HSLU steht jetzt eine weitere Herausforderung an: Die Heimreise ins Wallis. Diese erfolgt nämlich zu Fuss. Unter dem Torbogen des Luzerner Bahnhofs begann die Reise der diplomierten Studentinnen und Studenten am Sonntagmorgen. Von diesem Moment an haben sie rund 150 Leistungskilometer vor sich. Der topografische Höhepunkt der Reise ist mit etwa 2200 Metern der Grimselpass.
Das «Üf und Ab» durch die Schweiz erfolgt in sieben Etappen. Von Luzern aus geht es mit dem Zug nach Alpnach. «Nur zum Start der ersten Etappe nehmen wir den Zug», erklärt Anna Sofie Dörig vom Walliserverein. Von da an geht die grosse Wanderung los. Anna Sofie Dörig meint: «Wir nehmen am ersten Tag noch Familie und Kollegen, die mit uns studiert haben, mit.» So geht es dann über Lungern nach Guttannen, später über den Grimsel nach Reckingen, dann weiter nach Ernen bis nach Brig. Von dort aus geht es in einem Marsch nach Baltschieder. Die letzte Etappe geht dann schliesslich bis zum Endziel, dem Bergdorf Unterbäch.
Aus einer Bieridee vor 50 Jahren entstanden
Die Heimreise zu Fuss ist eine alte Tradition der Walliser Studierenden in Luzern. Sie entstand vor etwa 50 Jahren aus einer Bieridee von sechs Wallisern, die am damaligen Technikum Luzern studierten. Nach ihrer damaligen Diplomübergabe begaben sie sich in alter Säumergarderobe auf den Weg zurück ins Wallis.
Auch beim diesjährigen Abenteuer soll ein kleiner Teil der Wanderung im «Säumer-Look» vonstattengehen. Noch ist nicht ganz klar, in welcher Etappe die Säumeroutfits zum Tragen kommen. «Das kommt auf das Wetter an», so Dörig. Was wären Säumer ohne das passende Saumtier? So soll auch dieses Jahr wieder ein Maultier mit von der Partie sein. Die Säumer stellten früher mit ihren Lasttieren den Warentransport durch die Alpen sicher. Der sogenannte Saumhandel war als Transportgewerbe in den Alpentälern eine wichtige Einnahmequelle.
Spätestens am nächsten Samstag wollen die Walliser Studierenden im Ziel in Unterbäch ankommen. Dort findet dann das Abschlussfest statt, bei dem Familie, Freunde und Bekannte gemeinsam feiern. Auch das mitgebrachte Maultier ist dann wieder zu Hause.

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