Am Dienstagabend beobachteten zivile Einsatzkräfte der Zuger Polizei in der Gemeinde Baar und in der Stadt Zug eine Frau, die innerhalb kurzer Zeit mehr als 20 ältere Männer ansprach. Dabei kam sie ihnen teilweise sehr nahe, umarmte sie oder küsste sie auf die Wange, wie es in der Mitteilung der Zuger Strafverfolgungsbehörden heisst. Bei einem dieser Kontakte versuchte die Frau, die Goldhalskette eines Mannes zu entwenden. Dem Geschädigten gelang es jedoch, die Kette wieder an sich zu nehmen. Die Frau wurde daraufhin festgenommen. Wenig später wurde auch ein Mann festgenommen, bei dem der Verdacht auf eine Beteiligung an Trickdiebstählen besteht.
Bei den tatverdächtigen Personen handelt es sich laut der Polizei um rumänische Staatsangehörige im Alter von 31 und 32 Jahren. Sie wurden der Staatsanwaltschaft vorgeführt.
Senioren müssen besonders vorsichtig sein
Bereits Ende September hatte die Zuger Polizei vor einer Häufung von Halskettendiebstählen in der Region Ennetsee gewarnt. Mittlerweile habe sich das Phänomen auf den gesamten Kanton ausgeweitet. Seit Anfang September seien rund 20 Ereignisse mit einem ähnlichen Vorgehensmuster gemeldet worden, so die Polizei weiter. «Die Täterschaft sucht dabei gezielt die Nähe zu ihren Opfern, die mehrheitlich im Seniorenalter sind.» Die Betroffenen würden beispielsweise aus einem Fahrzeug heraus oder zu Fuss angesprochen, umarmt oder anderweitig körperlich abgelenkt. Teilweise werde ihnen auch angeblicher Schmuck umgelegt.
Währenddessen versuche die Täterschaft, die echte Halskette unbemerkt zu lösen und zu entwenden, berichtet die Polizei. Sie empfiehlt:
- Halten Sie gegenüber unbekannten Personen ausreichend Abstand.
- Lassen Sie sich von fremden Personen nicht umarmen und keinen Schmuck umlegen.
- Lassen Sie sich nicht durch aufdringliches Verhalten, Fragen oder vermeintliche Hilfsangebote ablenken.
- Beenden Sie Gespräche konsequent, wenn Ihnen eine Situation unangenehm oder verdächtig erscheint.
- Informieren Sie auch ältere Angehörige und Bekannte über diese Betrugs- und Diebstahlmasche.
Besonders wichtig sei ausserdem eine rasche Meldung an die Polizei (Notrufnummer 117): «Je früher diese erfolgt, desto grösser ist die Chance, tatverdächtige Personen noch in der Nähe anzuhalten.» (dvm)





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