Zum zweiten Mal in Folge verzeichnet das Hallenbad Allmend in Luzern einen Rekord: 2024 wurde es (inklusive Fitnesspark) von 259'811 Personen besucht. Die bisherige, im Vorjahr aufgestellte Bestmarke von 246'667 Gästen wurde nochmals deutlich übertroffen – und das, obwohl das Hallenbad 2024 die Preise erhöht hat. «Einerseits ist es schön, dass unser Bad so beliebt ist und viele Leute Freude am Wassersport haben», sagt Reto Mattmann, Geschäftsführer der Badbetreiberin Hallenbad Luzern AG. «Andererseits stossen wir an unsere Kapazitätsgrenzen.»
Das 2012 eröffnete Hallenbad sei bei der Planung auf 190'000 Gäste pro Jahr ausgelegt gewesen. «Wir liegen nun deutlich darüber, und die Nachfrage wird weiter zunehmen», sagt Mattmann. Denn die Stadt Luzern beabsichtigt, den Schulschwimmunterricht deutlich auszubauen – derzeit bietet sie weniger Stunden an als die Nachbargemeinden. Weiter ist im Grossen Stadtrat ein Postulat hängig, das fordert, die letztjährige Eintrittspreiserhöhung wieder rückgängig zu machen. Dafür müssten die Subventionen an die stadteigene Hallenbad Luzern AG erhöht werden.
Bestehendes Hallenbad ist kaum erweiterbar
«Wir haben Verständnis für die politischen Forderungen, doch die Befürchtung ist da, dass der Nutzungsdruck weiter steigt», sagt Mattmann. «Wenn die Politik den Schwimmsport fördern will, wäre es auch wichtig, dafür zu sorgen, dass die dafür nötigen Wasserflächen vorhanden sind. Vielleicht wäre es sinnvoll, über ein zweites Hallenbad nachzudenken.» Dieses müsse nicht so gross sein wie jenes auf der Allmend, allenfalls reiche auch eine kleine Anlage, die nur für den Schwimmunterricht genutzt wird und das Hallenbad Allmend entlastet. Den bestehenden Standort zu erweitern, dürfte bautechnisch wohl nicht umsetzbar sein.
«Die Stadt und auch die Agglo-Gemeinden wachsen, mehr Leute brauchen auch mehr Infrastruktur», sagt Mattmann. Die Wasserflächen sind nicht nur in der Stadt, sondern in der ganzen Region knapp. Ein Ausbau ist derzeit aber nur beim Mooshüsli in Emmen geplant. Im Rontal dagegen wurde ein gemeindeübergreifendes Projekt für ein neues Hallenbad 2023 wegen der hohen Kosten und der ungelösten Standortfrage beerdigt .
Verdrängt die Schule andere Nutzende?
Ein neues Bad in Luzern wäre aber erst langfristig realisierbar. Ist der geplante zusätzliche Schulschwimmunterricht im Hallenbad Allmend umsetzbar? «Ja, das könnten wir schon irgendwie organisieren», sagt Mattmann. «Es würden aber andere Nutzer darunter leiden.» Beispielsweise Schwimmvereine, die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft, auswärtige Volksschulen, private Schwimmschulen, Angebote wie Aquafit oder die Öffentlichkeit, also «klassische» Badegäste. «Schon heute gibt es Zeiten, in denen es im Hallenbad sehr eng ist. Je mehr Leute kommen, desto stressiger wird der Betrieb für die Gäste und das Personal», sagt Mattmann.


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