Uri

H2Uri AG gegründet: In Bürglen entsteht die erste Wasserstoff-Produktionsanlage der Zentralschweiz

EWA Energie Uri und Avia Schätzle spannend zusammen und gründen die H2Uri AG. Mit Hilfe des Kraftwerks Bürglen wird künftig grüner Wasserstoff mit Urner Wasserkraft und Fotovoltaik produziert.
Der Verwaltungsrat der H2Uri AG (von links): Remo Burgener, Alexander Streitzig, Werner Jauch und Urs Schmidli. (Bild: PD)

Mit der H2Uri AG investieren EWA Energie Uri und Avia Schätzle in einen innovativen Energieträger. «Wasserstoff gilt als eine der Schlüsseltechnologien für die Mobilität und bietet als erneuerbare Energieform viele Vorteile», heisst es in der Mitteilung der H2Uri AG, die am Mittwoch gegründet wurde. So sei der mit lokaler Wasserkraft und Fotovoltaik produzierte Wasserstoff CO2-frei – in anderen Worten: grün. Auch seien mit Wasserstoff betriebene Fahrzeuge leise und als Emission entsteht nur Wasserdampf. Die Reichweite und das Leistungsvermögen seien mit herkömmlichen Fahrzeugen vergleichbar.

«Die vielen Vorteile führen dazu, dass die Nachfrage nach Wasserstoff zurzeit stark wachsend ist», schreibt die H2Uri AG. Heute sind bereits 50 Wasserstoff-Lastwagen in der Schweiz unterwegs, in wenigen Jahren werden es 1600 sein. Elf Wasserstoff-Tankstellen sind landesweit schon in Betrieb – davon betreibt die Avia deren vier, eine davon die Schätzle AG in Geuensee (Luzern). Mit EWA Energie Uri und Avia Schätzle könne das Know-how zweier Unternehmen für das Innovationsprojekt «H2Uri» optimal genutzt werden. Der führende Urner Energiedienstleister EWA Energie Uri bringe seine langjährige Erfahrung aus Kraftwerksprojekten und der lokalen und nachhaltigen Energieproduktion mit, die Schätzle AG ihre grosse Erfahrung aus dem Vertrieb von flüssigen Energieträgern und dem Betrieb von über 80 Avia-Tankstellen im Raum Zentralschweiz.

Alexander Streitzig, Leiter erneuerbare Energien und Mitglied der Geschäftsleitung der Avia Schätzle, ist überzeugt: «Neben dem Bau und Betrieb von Wasserstoff-Tankstellen haben wir seit längerer Zeit Ausschau gehalten nach der Möglichkeit, selber Wasserstoff zu produzieren. Mit EWA Energie Uri haben wir den perfekten Partner dafür gefunden.»

Investitionskosten bei rund 7,5 Millionen Franken

An der H2Uri AG ist EWA Energie Uri mit 51 Prozent beteiligt, die Schätzle AG aus Luzern mit 49 Prozent. Verwaltungsratspräsident der H2Uri AG ist Werner Jauch, Vorsitzender der Geschäftsleitung von EWA, Vizepräsident ist Alexander Streitzig, Mitglied der Geschäftsleitung der Schätzle AG. Weitere Mitglieder sind Remo Burgener, EWA-Geschäftsleitungsmitglied, und Urs Schmidli, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Schätzle AG. Die Investitionskosten belaufen sich auf rund 7,5 Millionen Franken.

Gebaut wird die Wasserstoff-Produktionsanlage auf dem Gelände des Kraftwerks Bürglen, welches zu 100 Prozent im Besitz von EWA Energie Uri ist. Die zentrale Lage und die bereits vorhandenen Synergien bieten zudem die Möglichkeit für eine innovative Sektorkopplung, heisst es in der Mitteilung weiter. So werde EWA die entstehende Abwärme der Power-to-Gas-Anlage sowie die Abwärme aus dem Kraftwerksbetrieb für einen Nahwärmeverbund in der Gemeinde Bürglen nutzen. «Damit entsteht ein innovatives Hybridwerk im Kanton Uri», so die H2Uri AG. Auch die Schätzle AG plant im Kanton Uri weitere Investitionen:

«Um den produzierten Wasserstoff direkt im Kanton tanken zu können, ist der Bau einer neuen Wasserstoff-Tankstelle geplant.»

2024 soll mit der Produktion gestartet werden

Nach dem erfolgreichen Baugesuch wurde die Baugenehmigung inzwischen erteilt. Geplant ist, dass die Zwei-MW-Anlage 2024 mit der H2-Produktion startet. Diese geplante jährliche Produktionsmenge reiche für rund 2,5 Millionen Lastwagenkilometer. «H2Uri ist ein wichtiger Schritt in die erneuerbare Energiezukunft. Zusammen mit Avia Schätzle investieren wir in eine Energieform mit Potenzial», erklärt Werner Jauch. «Die vergangenen Monate haben unsere grosse Abhängigkeit bei den Energieträgern vom Ausland gezeigt. Mit Wasserstoff haben wir für die Mobilität aber auch als Energieträger für Gebäude eine lokale und CO2-freie grüne Alternative.»

Auch Urs Schmidli zeigte sich anlässlich der Gründungsversammlung erfreut: «Seit über 150 Jahren sind wir der zuverlässige Ansprechpartner für Energieträger in der Zentralschweiz. Mit der Produktion von grünem Wasserstoff machen wir einen wichtigen Schritt in Richtung nachhaltige Mobilität.» (RIN)

Weitere Informationen zum Projekt gibt es unter: www.h2uri.ch.

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