Kanton Nidwalden

Das ÖV-Angebot muss bezahlbar sein

Die Grünen Nidwalden unterstützen den geplanten Ausbau des öffentlichen Verkehrs, kritisieren aber die steigenden Ticketpreise. In der Antwort der Regierung auf eine Interpellation vermissen sie insbesondere Überlegungen zu zusätzlichen Vergünstigungen für Kinder und Jugendliche.

Die Grünen Nidwalden begrüssen den geplanten Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Die Antwort des Regierungsrats auf die Interpellation zu den steigenden ÖV-Tarifen greift aus ihrer Sicht bei der Frage der Bezahlbarkeit jedoch zu kurz, wie die Partei in einer Mitteilung schreibt.

Mit dem Fahrplanwechsel seien wichtige Verbesserungen vorgesehen: der Halbstundentakt nach Engelberg, bessere Busverbindungen zwischen Stansstad, Stans und den Seegemeinden sowie die Modernisierung des Rollmaterials der Zentralbahn. Diesen Ausbau begrüssen die Grünen ausdrücklich.

Der Regierungsrat halte die vorgesehenen Tariferhöhungen für moderat und sieht die Attraktivität des ÖV dadurch nicht gefährdet. Dabei verweist er darauf, dass neben dem Preis vor allem Fahrplan, Reisezeit, Qualität und Zuverlässigkeit entscheidend seien.

Menschen zum Umsteigen bewegen

«Der Angebotsausbau ist richtig und wichtig. Aber ein attraktiver öffentlicher Verkehr muss auch bezahlbar bleiben. Gerade wenn wir mehr Menschen zum Umstieg auf Bus und Bahn bewegen wollen, dürfen wir die Ticketpreise nicht einfach ausblenden», wird der Interpellant, Landrat Benno Zurfluh (Stans), in der Mitteilung zitiert.

Bedauerlich ist aus Sicht der Grünen, dass der Regierungsrat gezielte zusätzliche Vergünstigungen etwa für Kinder und Jugendliche nicht vertieft verfolgen will. Er beschränke sich auf den Verweis der Kosten und den schwer zu ermittelnden Nutzen solcher Massnahmen.

Dabei bestätige der Regierungsrat selbst die Bedeutung des öffentlichen Verkehrs für den Klimaschutz. Der motorisierte Verkehr verursache in Nidwalden rund 23 Prozent der Treibhausgasemissionen und ist damit der grösste Emissionssektor.

Für die Grünen ist gemäss ihrer Mitteilung deshalb klar: Angebotsqualität und Bezahlbarkeit gehören zusammen. Der Kanton solle seinen Handlungsspielraum im Tarifverbund Passepartout nutzen und bei künftigen Tarifentscheidungen neben einem guten Angebot auch die soziale und klimapolitische Wirkung der Preise berücksichtigen.

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