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Altdorf

Grosse Ehre für «Phideau»: Historiker Rolf Gisler-Jauch erhält die Altdorfer Medaille

Mit der Auszeichnung würdigt der Gemeinderat Altdorf Rolf Gisler-Jauchs Schaffen zur Erforschung und Vermittlung der Urner und insbesondere der Altdorfer Geschichte und Kultur.
Gemeindepräsident Sebastian Züst (rechts) überreicht Rolf Gisler-Jauch die Altdorfer Medaille.
Bild: zvg

Vielen Urnerinnen und Urnern ist das Web-Lexikon Urikon ein Begriff. Seit rund 25 Jahren sammelt der Altdorfer Historiker Rolf Gisler-Jauch aus Eigeninitiative alle verfügbaren Daten zur Urner Geschichte und Kultur und ordnet diese chronologisch und thematisch. Unter der Adresse www.urikon.ch steht das Archiv allen kostenlos zur Verfügung.

«Kein anderer Kanton kennt ein derartiges Werk», schreibt der Gemeinderat Altdorf in einer Medienmitteilung. 2015 sei Rolf Gisler-Jauch deshalb dafür mit dem Anerkennungspreis der Albert Koechlin Stiftung ausgezeichnet worden. Nun würdigt der Altdorfer Gemeinderat sein Schaffen und sein Engagement für die Allgemeinheit mit der Altdorfer Medaille.

Erinnerungskultur massgeblich geprägt

Der gebürtige Altdorfer hat an der Universität Zürich Jurisprudenz und Geschichte studiert. Schon früh galt sein Interesse der Urner Geschichte. So lautete der Titel seiner Dissertation «Uri und das Automobil – des Teufels späte Rache?», wie es in der Mitteilung heisst. Während der Studienzeit arbeitete er beim Urner Wochenblatt, woher seine verständliche Sprache rührt, die sich auch in seinen historischen Arbeiten bemerkbar macht.

1997 trat Rolf Gisler-Jauch – noch heute allgemein unter seinem Pfadinamen «Phideau» bekannt – eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Staatsarchiv Uri an. 2000 wurde er zum Konservator des Historischen Museums in Altdorf gewählt. Neben der ständigen Ausstellung und dem Museumsbetrieb zeichnete er auch für die Konzeption der jährlichen Wechselausstellung verantwortlich. «Dank seiner profunden Kenntnisse in Archivwesen und EDV schritt zudem die Inventarisierung und Konservierung der umfangreichen Sammlungen voran», schreibt der Gemeinderat Altdorf weiter.

«Fasnächtliches Uri» in Wort und Bildern

Rolf Gisler-Jauchs gewichtigstes Werk sei zweifellos sein Buch «Fasnächtliches Uri», das 2004 von der Nächstenliebe herausgegeben wurde. Das mit über 700 Fotos sowie zahlreichen Bildern und Zeichnungen des Grafikers und Künstlers Tino Steinemann bereicherte Werk umfasst 360 Seiten und richtet sich an alle Fasnächtlerinnen und Fasnächtler sowie an jene, die es gerne werden möchten, wie Rolf Gisler-Jauch im Vorwort mit einem Augenzwinkern anmerkt.

«Mit seinem Engagement an der Fasnacht, im Historischen Museum und mit seiner grossen historischen Arbeit in und für Uri und unseren schönen Hauptort hat sich ‹Phideau› wahrlich um unsere Gemeinde verdient gemacht», wird in der Medienmitteilung aus der Laudatio von Gemeindepräsident Sebastian Züst an der Medaillenvergabe zitiert. (eca)

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