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Kanton Luzern

Die Industrie verschmutzte 2025 mehr Gewässer als die Landwirtschaft – Fische starben dabei häufiger

Die Zahlen der Gewässerverunreinigungen bleiben stabil. Jedoch kam es vermehrt in der Industrie zu Unfällen.
Am 4. Juni 2025 gelangte nach einer Kollision Diesel aus einem Lastwagentank in den Vierwaldstättersee.
Bild: zvg

Die Verschmutzung von Flüssen und Seen kommt im Kanton Luzern jedes Jahr dutzendfach vor. Immerhin bleiben die Zahlen gemäss der kantonalen Dienststelle Umwelt und Energie stabil. Gemäss einer Mitteilung wurden im vergangenen Jahr 68 Gewässerverunreinigungen festgestellt. Das seien exakt gleich viele Vorfälle wie 2024. Somit liege die Anzahl Vorfälle auch 2025 unter dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre (78 Fälle).

Die Ursachen für die Verschmutzungen haben sich in den vergangenen zwei Jahren jedoch verändert. 2024 seien die meisten Verunreinigungen durch Landwirtschaftsbetriebe verursacht worden, 2025 seien vermehrt Industrie- und Gewerbebetriebe dafür verantwortlich gewesen.

In diesem Bereich haben sich die Zahlen mit 31 Fällen im Vergleich zum Jahr 2024 (16) fast verdoppelt. Die Verunreinigungen würden aus unterschiedlichen Quellen stammen. In elf Fällen sei Baustellenwasser der Grund für die Verschmutzung gewesen. Der Kanton will mittels verstärkter Kontrollen zu einer nachhaltigen Reduktion der Unfälle beitragen.

Kontrollen in der Landwirtschaft nützen

Wirkung zeigt gemäss dem Kanton die im Jahr 2020 eingeführten Gewässerschutzkontrollen auf Landwirtschaftsbetrieben. Dort sind die Vorfälle von 29 im Jahr 2024 auf 15 rückläufig. Die Kontrollen hätten wesentlich dazu beigetragen, dass bauliche Mängel bei Hofdüngeranlagen oder Betankungs- und Waschplätzen behoben werden konnten.

Die Folgen der Verschmutzungen haben auch 2025 zu Fischsterben geführt. Sieben Mal sei das passiert, und damit zwei Mal häufiger als 2024. Die Ursachen seien in zwei Fällen ungeklärt geblieben. Je zwei Verschmutzungen wurden durch Industrie- und Gewerbebetriebe und durch die Landwirtschaft verursacht, eine durch Private.

Der Luzerner Fischereiverband spricht in einer Stellungnahme von «stabilen Verhältnissen auf hohem Niveau». Die Sensibilisierung sei spürbar. «Wofür wir im Namen der Fische danken.» Die Bemühungen müssten jedoch mit aller Kraft fortgesetzt werden. «Jeder Gewässerunfall, jedes Fischsterben ist eines zu viel.»

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