Es hat sich abgezeichnet, nun herrscht Klarheit. Die Andritz Beutler AG im Willisauer Ortsteil Gettnau wird geschlossen. Das hat gemäss dem «Willisauer Bote» offenbar deren Mutterkonzern, die Andritz Schuler GmbH in Göppingen, beschlossen. Damit verlieren mindestens 50 Mitarbeitende ihren Job. In einem Schreiben, das die Andritz Beutler AG am 23. April an das Sozialversicherungszentrum WAS (Wirtschaft, Arbeit, Soziales) gesandt hatte und dem «Willisauer Bote» vorliegt, ist von einer Massenentlassung die Rede. Demnach werden «im Rahmen der Neuausrichtung» am Standort Gettnau insgesamt 50 Personen entlassen. Erste Kündigungen seien bereits ausgesprochen worden, schreibt die Lokalzeitung weiter.
Gemäss dem Schreiben seien im Rahmen des in solchen Fällen gesetzlich vorgeschriebenen Konsultationsverfahrens auch Vorschläge vonseiten der Mitarbeitenden eingegangen, um den Standort retten zu können. Der «Willisauer Bote» schreibt, dass diese unter anderem einen Verkauf des Unternehmens an Investoren, die Geschäftsleitung oder Personen aus dem Mitarbeiterkreis vorgeschlagen hätten.
Die Unternehmensleitung habe aber alle Optionen abgelehnt. Sie begründet dies vor allem mit der Nachfrage für Stanz- und Umformanlagen, die in den vergangenen Jahren europaweit stark zurückgegangen sei. Dieses grundsätzliche Problem könne auch «mit einem kostenoptimierten Weiterbetrieb und einer stark reduzierten Mitarbeiteranzahl» nicht nachhaltig gelöst werden.
Service soll in der Schweiz bleiben
Diese Begründung hatte der Mutterkonzern, der weltweit 5000 Mitarbeitende beschäftigt und zur österreichischen Andritz-Gruppe gehört, bereits Anfang Februar gegenüber dieser Zeitung ins Feld geführt. Damals hiess es aus der Unternehmenskommunikation, dass sich die metallverarbeitende Industrie in einer «anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Lage» befinde. Es sei daher eine umfassende Analyse der künftigen Optionen notwendig. Und zu diesen Optionen gehöre eben auch, «die Gesellschaft in Gettnau zu schliessen».
In der Schweiz bleiben soll gemäss dem «Willisauer Bote» zumindest der Service. Dafür werde ein Teil der Mitarbeitenden weiterhin eine Beschäftigung erhalten. Wo diese Personen arbeiten und wie viele sie sein werden, lasse das Unternehmen jedoch offen. Für die betroffenen Mitarbeitenden soll ein «einseitiger Sozialplan» in Kraft gesetzt werden. Vorgesehen seien «freiwillige Abgangsentschädigungen», die nach Lebens- und Dienstalter abgestuft seien.



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