Endlich. Sonne, Sonne, Sonne. Wir haben den Sommer verdient, nach dieser epischen Regenperiode. Und doch sollte man sich nicht zu sehr den Sonnenstrahlen aussetzen: Die Haut wird weniger elastisch, es bilden sich Falten, Altersflecken und es kommt zu vorzeitiger Hautalterung. Und: Jedes Jahr erkranken in der Schweiz 3200 Menschen an schwarzem Hautkrebs und geschätzt 25’000 an weissem. Die Schweiz hat damit eine der höchsten Hautkrebsraten Europas.
Schatten ist der beste Sonnenschutz – zwischen 11 und 15 Uhr im Schatten bleiben.
Kleider, Hut und Sonnenbrille tragen – sie schützen die Haut zuverlässiger als Sonnencreme.
Sonnenschutzmittel regelmässig und in genügender Menge auftragen. Sie sind aber kein Freipass für unbeschränkten Aufenthalt in der Sonne.
Nie ins Solarium gehen – auch nicht zum «Vorbräunen» der Haut, so die Krebsliga.
Kinder sind dabei besonders gefährdet, mahnt die Krebsliga Zentralschweiz in einer Mitteilung. Die natürlichen Eigenschutzmechanismen ihrer Haut seien noch nicht vollständig entwickelt. «Kinderhaut benötigt deshalb immer einen besonderen Sonnenschutz.» Und der beste Schutz ist: Schatten. Zwischen 11 und 15 Uhr sollte man generell im Schatten bleiben, empfiehlt die Krebsliga.
Krebsliga: Viele Schulen und Kindergärten bieten zu wenig Schatten
Doch diesen finden Kinder nicht immer und überall – vor allem auch dort nicht, wo sich Kinder oft aufhalten: «Nach wie vor gibt es viele Schulen, Kindergärten, Freibäder, Spiel- oder Sportplätze, wo Kinder der Sonne und Hitze ausgesetzt sind.» Die Krebsliga hat sich darum zum Ziel gesetzt, «möglichst viele Städte und Gemeinden vom Erhalt und der Schaffung von Schattenplätzen zu überzeugen».
Konkret hat die Krebsliga Schweiz dafür das Projekt «Schatten für alle» gegründet, das derzeit im Kanton Aargau als Pilotprojekt grossflächig durchgeführt wird und später «anderen Gemeinden, Städten und Kantonen als Best-Practice-Beispiel dienen soll», heisst es auf Anfrage. «Ziel ist, dass zuständige Personen aufseiten der Behörden informiert und sensibilisiert werden und idealerweise eigene Projekte anstossen.» Die Reaktionen seien grösstenteils positiv. «Wir stossen überwiegend auf offene Ohren, das Thema wird oftmals in Überlegungen zur Raumplanung miteinbezogen.»
Kurzfristig Sonnensegel, langfristig Bäume
Zu beachten sei bei der Schattenschaffung Folgendes: Kleinkinder spielen eher an Ort, grössere Kinder sind viel in Bewegung. «Für Kleinkinder eignet sich darum eine Beschattung etwa einer Sandkiste durch einen Baum oder einen Sonnensegel. Für grössere Kinder ist es ideal, wenn grössere Flächen mit Spielflächen zum Beispiel durch eine schattige Umgebung mit vielen Bäumen geschützt werden.» Langfristig sei es sinnvoll, auf nachhaltige Lösungen zu setzen. «Pflanzt man Bäume, spenden diese für viele Jahre Schatten.» Kurzfristig seien mobile Schattenspender wie Sonnensegel oder Kletterpflanzendächer sinnvoll. «So kann die Zeit, bis ein Baum gewachsen ist, überbrückt werden.» Die Krebsliga Zentralschweiz biete Hand zur Schattenschaffung, konkret durch Unterstützung bei der Anschaffung von Schattenspendern wie Bäumen oder Sonnensegeln.
Die Krebsliga appelliert aber nicht nur mit Schattentipps an die Behörden, sondern will auch Lehrpersonen und Eltern sensibilisieren, Kinder vor Sonneneinstrahlung zu schützen, wofür es auch ein spezielles Lehrmittel gibt. Wichtig sei, sich mit Kindern wenn immer möglich im Schatten aufzuhalten. Eltern sollten Kinder mit angepasster Kleidung, etwa einem T-Shirt mit Ärmeln, einer Sonnenkappe und Sonnenbrille ausrüsten. Auch sollten Lehrpersonen darauf achten, dass Kinder die ungeschützte Haut regelmässig wieder nachcremen, etwa in der Mittagspause und nach jedem Schwimmen.
«Eine ‹gesunde› Bräune gibt es nicht»
«Sonnengebräunte Haut gilt in der Bevölkerung nach wie vor als attraktiv», stellt die Krebsliga Zentralschweiz fest. Sie warnt jedoch: «Ein ‹gesunde› Sonnenbräune gibt es nicht.» Unter dem Einfluss der kurzwelligen und energiereichen UVB-Strahlen bilden die Pigmentzellen den Farbstoff Melanin, der die Haut braun werden lässt. So versuche die Haut, sich vor den UV-Strahlen zu schützen. «Diese Bräune ist bereits ein Anzeichen für eine Zellschädigung der Haut.»
Die langwelligeren UVA-Strahlen drängen tief in die Haut ein und schädigten das Bindegewebe. Die Haut verliere an Elastizität. Die Folge: Falten, Altersflecken und eine vorzeitige Hautalterung. Zu viel UV-Strahlung und Sonnenbrände verursachen Erbgutschäden in den Hautzellen, was in späteren Jahren zu Hautkrebs führen kann. (mme)
www.krebsliga.ch/haus-im-schatten


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