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Vereinsleben

Generalversammlung des SAC Titlis: Rugghubel-Hütte ist diesen Sommer ohne Chef

Der Abend war gefüllt mit 60 Jahren SAC-Erinnerungen und dem Abschied von Rugghubel-Hüttenchef Noldy Barmettler.
Im Gespräch über die guten alten Zeiten (v. l.): Toni Käslin, Sektionspräsident Alain Schmutz, der abtretende Hüttenchef Noldy Barmettler (drei Jahrgänger) sowie Vorstandsmitglied Linus Gander.
Bild: Erich Wobmann/zvg
(Stans, 4. 4. 2025)

Am Freitag, den 4. April, fand im Saal des Hotel Restaurant Engel die 146. Generalversammlung der SAC Sektion Titlis statt. Traditionsgemäss startete der Abend mit einem Apéro zu Ehren der Jubilare und Jubilarinnen. Beim gemütlichen Beisammensein unter alten Bergkameradinnen und -kameraden wurde viel gelacht, erzählt und in Erinnerungen geschwelgt.

Ein Abschied mit Herzblut – Hüttenchef tritt zurück

Ein prägender Moment der Versammlung war der Rücktritt von Noldy Barmettler, dem langjährigen Hüttenchef. Nach 10 Jahren als Wintertourenobmann und weiteren 12 Jahren im Vorstand stellte er sich nicht mehr zur Wiederwahl. In seiner bewegenden Rede blickte er auf all die Stunden zurück, die er mit Herzblut für die Sektion und die Hütte investiert hat. Die Aussicht von der Rugghubelhütte – seiner «zweiten Heimat», wie er sie nennt – werde er nie vergessen. Auch wenn er nun kürzertritt, will er der Hütte weiterhin verbunden bleiben und punktuell mithelfen.

Der Sektionspräsident Alain Schmutz verdankte ihm seinen grossen Einsatz und seine langjährige Treue. Da ein möglicher Nachfolger erst im nächsten Jahr zur Verfügung steht, bleibt das Amt vorerst vakant.

Ein Blick zurück

Ein besonderes Jubiläum durfte Gody Niederberger feiern: Seit 60 Jahren – und zusätzlich fünf Jahre in der J&O – ist er aktives Mitglied der SAC Sektion Titlis. In seinen lebendigen Erzählungen blickte er auf seine Anfänge zurück: Seine erste Klettertour mit dem SAC unternahm er am Bettag-Samstag 1959. Treffpunkt war um 5 Uhr morgens beim Dorfbrunnen in Stans. Die Nagelbergschuhe hatte er sich von einem Nachbarn ausgeliehen. Mit dem Velo ging es nach Grafenort. Ab Grafenort wurden die Velos in die damalige Stansstad–Engelberg-Bahn (STEB) nach Engelberg verladen. Weiter mit der Rugisbalm-Bahn bis Lutersee-Eggen. Übers Bocki zuerst auf den Widderfeld Stock und dann über den Sunnigberg-Grat gelangten sie schliesslich zum Nünalphorn – gesichert mit einem Hanfseil um den Bauch. Nach der anstrengenden Tour ging es mit den in Engelberg deponierten Velos – natürlich mit Rücktrittbremse – zurück nach Stans.

Doch neben all den schönen Erinnerungen beschäftigt ihn auch der sichtbare Klimawandel. Die Gletscher am Titlis seien stark zurückgegangen – eine Entwicklung, die ihm Sorgen bereitet. In seinem Appell rief er die Anwesenden dazu auf, sich für den Klimaschutz einzusetzen: «Vielleicht sollten wir das Auto öfter mal stehen lassen und den ÖV nutzen.»

Ein Abend voller Wertschätzung und Gemeinschaft

Die Generalversammlung hat eindrücklich gezeigt, dass sie für Bergsport, Kameradschaft, gelebte Tradition und gemeinschaftliche Verantwortung steht. Ob langjährige Mitglieder oder neue Gesichter – alle verbindet die Freude an der Natur und der Wille, sie für kommende Generationen zu bewahren.

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