«Dies ist keine Sparübung», betont Karen Umbach, Präsidentin der Kinderbetreuung Zug (Kibiz). Beide Organisationen - die Kibiz und die Gemeinnützige Gesellschaft Zug (GGZ) - seien sehr gut aufgestellt und verfügten über eine schlanke Struktur. «Die Idee hinter dem Zusammenschluss ist der Ausbau des Kinderbetreuungsangebots.» Diesbezüglich habe die GGZ einfach mehr Möglichkeiten. Die Nachfrage nach qualitativ guter Kinderbetreuung im Kanton Zug sei gross. «Wir sehen ein beträchtliches Ausbaupotenzial in Bezug auf Betreuungsplätze, Standorte und die pädagogische Qualität.» Trotz solider finanzieller Situation würden die Mittel von Kibiz nicht ausreichen, um die Investitionen zu tätigen, die für einen solchen Ausbau nötig seien, beispielsweise für den Kauf von Liegenschaften für weitere Kita-Standorte.
«Da die Mieten in Zug sehr hoch und die Vermieter oft nicht bereit sind, gemeinnützigen Organisationen eine Mietzinsreduktion zu gewähren, lohnt sich der Kauf von Liegenschaften langfristig», erklärt Peter Hebeisen, Präsident der GGZ. Die GGZ habe entsprechende Reserven, die sie unter anderem für den Ausbau des Kinderbetreuungsangebots investieren könne.
Gesellschaftspolitisches Anliegen der GGZ
Hebeisen nennt ein Beispiel aus der Vergangenheit der Non-Profit-Organisation. «Wir konnten unsere Liegenschaft Horbach auf dem Zugerberg, in der früher die Primarstufe der Schule Horbach untergebracht war, für vier Millionen Franken ausbauen und der Fachinstitution Sennhütte, die ebenfalls zu unserer Organisation gehört, eine neue, grössere und deshalb viel geeignetere Unterkunft bieten.» Dadurch könne die Fachinstitution ohne Kantonsbeiträge kostendeckend arbeiten. Alleine hätte sie dies nicht stemmen können. «Diese Investition hat sich sehr bewährt.» Genau solche Ideen schweben den beiden Gesellschaften auch in Bezug auf die Kinderbetreuung vor.
«Wir sind schon weit gekommen, aber noch lange nicht am Ziel», stellt Esther Krucker, Geschäftsführerin der Kibiz, fest. «Wir wollen in Zukunft eine Leistung bieten, die über die schlichte Betreuung hinaus geht und die Kinder fördert.» Konkret sollen zu den acht Standorten in Zug und dem einen in Baar weitere in den Zuger Gemeinden aufgebaut werden.
Eine qualitativ gute und bezahlbare familienergänzende Kinderbetreuung im Kanton Zug zu sichern und weiterzuentwickeln, sei ein grosses gesellschaftspolitisches Anliegen, für das sich auch die GGZ künftig einsetzen wolle, erklärt Maria Hügin, Geschäftsführerin der GGZ. «Es geht darum, das Arbeitskräftepotenzial der Frauen zu fördern, die Integration von Kindern benachteiligter Familien zu unterstützen und subventionierte, für alle Eltern erschwingliche Tarife sicherzustellen.»
Die jüngere Generation ansprechen
Für die GGZ, die unter ihrem Dach etablierte Institutionen wie die Klinik Adelheid, die Horbach Schule oder GGZ@Work vereint, sei der Schritt in dieses für sie neue gesellschaftlich bedeutende Themenfeld «Kind/Jugend» auch eine Chance, mit den Eltern der betreuten Kinder eine jüngere Generation anzusprechen und die Bekanntheit der GGZ im Kanton Zug zu erhöhen, erklärt Hebeisen. «Auch der gegenseitige Erfahrungsaustausch im Geschäftsleitungsgremium ist ein wichtiger Fokus des Zusammenschlusses.»
Die GGZ nimmt Kibiz in ihre Organisation auf und führt sie als Institution unter der bestehenden Marke und mit denselben Mitarbeitenden weiter.
«Wir sind überzeugt, dass die familienergänzende Kinderbetreuung im Kanton Zug durch das Zusammenschliessen beider Non-Profit-Organisationen gestärkt wird»,
lautet das Fazit der beiden Präsidierenden. Die Geschäftsstelle von Kibiz bleibt bestehen. Deren Geschäftsführerin Esther Krucker wird Einsitz nehmen im GGZ-Geschäftsleitungsgremium und so Kibiz in der Gesamtorganisation vertreten.
Für die betreuten Kinder und ihre Eltern ist Kontinuität gewährleistet. Der Betreuungsalltag und die Ansprechpersonen in den Kitas und der Geschäftsstelle von Kibiz bleiben gleich, die Betreuungsverträge bleiben weiterhin gültig.
«Wichtig ist uns, dass die gute Zusammenarbeit zwischen unseren Organisationen und den Gemeinden, der Kirche und der Korporation weiter bestehen bleibt»,
bekräftigt Esther Krucker. Deshalb habe man die alle Beteiligten auch rechtzeitig ins Boot geholt und über die Pläne in Kenntnis gesetzt.
Ein zukunftsorientierter Schritt
«Die GGZ ist unser Wunschmami», bringt es Karen Umbach lachend auf den Punkt. «Der Zusammenschluss bietet uns die Möglichkeit, weiterzuwachsen und die qualitativ hochstehende Kinderbetreuung im Kanton Zug noch stärker zu verankern.»
«Die Geschäftsleitungen und Vorstände der beiden Vereine wurden über den geplanten Schritt informiert und haben dem Antrag auf Zusammenführung zugestimmt», stellt Hebeisen fest. Die Mitglieder würden an ausserordentlichen Mitgliederversammlungen im Oktober über die Fusion abstimmen.





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