Unterägeri

Tiefere Steuern trotz Millioneninvestitionen: Unterägeri legt das Budget 2027 vor

Die Zuger Berggemeinde will den effektiven Steuerfuss 2027 auf 51 Prozent senken. Möglich macht dies laut Gemeinderat die solide Finanzlage. Gleichzeitig fliessen Millionen in das Dorfschulhaus, den Hochwasserschutz und weitere Infrastrukturprojekte.

Unterägeri steht finanziell weiterhin solide da und will die Bevölkerung 2027 erneut steuerlich entlasten. Der Gemeinderat rechnet im kommenden Jahr mit einem Ertragsüberschuss von rund 500'000 Franken, wie er in einem Communiqué schreibt. Gleichzeitig beantragt er der Gemeindeversammlung vom 14. Dezember, den effektiven Steuerfuss von heute 53 auf neu 51 Prozent zu senken. Damit setzt die Gemeinde ihre Politik der steuerlichen Entlastung der vergangenen Jahre fort.

Konkret soll der ordentliche Steuerfuss von 56 auf 53 Prozent sinken. Gleichzeitig soll der bisherige Steuerrabatt von drei auf zwei Prozent reduziert werden. Unter dem Strich ergibt sich damit ein Netto-Steuerfuss von 51 Prozent. Finanzchefin Manuela Inglin begründet den Schritt mit der guten Finanzlage. Diese ermögliche es, die Bevölkerung zu entlasten und gleichzeitig wichtige Investitionen voranzutreiben.

Das Budget 2027 sieht einen Aufwand von 73,2 Millionen Franken und einen Ertrag von 73,7 Millionen Franken vor. Beim Personal rechnet die Gemeinde mit Ausgaben von 30,8 Millionen Franken. Das ist rund ein Prozent weniger als im Vorjahresbudget. Als Gründe nennt die Gemeinde unter anderem unbesetzte Stellen und altersbedingte Personalwechsel.

2027 letzter kantonaler Solidaritätsbeitrag

Deutlich höher fällt hingegen der Sachaufwand aus, wie aus der Mitteilung hervorgeht. Dieser steige um 1,2 Millionen auf 14,7 Millionen Franken. Mehr Geld benötige die Gemeinde unter anderem für die Möblierung des sanierten Dorfschulhauses, die IT-Ausstattung im Bildungsbereich und den baulichen Unterhalt.

Eine wichtige Einnahmequelle bleibe weiterhin der Zuger Finanzausgleich. Daraus erwartet die Gemeinde 29,6 Millionen Franken. Zusätzlich erhält Unterägeri 2027 letztmals einen kantonalen Solidaritätsbeitrag von 1,1 Millionen Franken. Dabei handelt es sich um eine befristete Ausgleichszahlung des Kantons. Der Beitrag wurde im Zusammenhang mit der achten Teilrevision des Zuger Steuergesetzes eingeführt.

Neben der Steuersenkung setzt der Gemeinderat auf finanzielle Vorsorge. Vorgesehen sind zusätzliche Abschreibungen von 3,3 Millionen Franken. Hinzu kommen Vorfinanzierungen von zwei Millionen Franken für den Planungskredit des Schulhauses Acher West und vier Millionen Franken für den Hochwasserschutz am Chlösterlibach.

Attraktivität der Gemeinde sichern

Auch die Investitionstätigkeit bleibt hoch. Für 2027 sind Nettoinvestitionen von 13,6 Millionen Franken geplant, wie ebenfalls in der Medienmitteilung steht. Zu den grössten Vorhaben würden neben der Sanierung des Dorfschulhauses und des Hochwasserschutzes Chlösterlibach die Zentrumsaufwertung bei der Ägerihalle und verschiedene Strassenprojekte gehören.

Mit der Kombination aus tieferen Steuern, Investitionen und finanzieller Vorsorge will der Gemeinderat die Attraktivität Unterägeris sichern und zugleich genügend Spielraum für kommende Projekte bewahren.

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