Reto Bieri
Reto Bieri
Jeweils am Martinstag findet in Sursee die Gansabhauet statt. Nicht so am Mittwoch. Der Traditionsanlass fiel wegen Corona aus. Eine Gans wurde im Städtchen dann doch noch gesichtet. Quicklebendig spazierte das Tier vor dem Rathaus herum. Ein etwas spezielles allerdings. Unter der begeh- und bespielbaren Figur steckte der Surseer Steinbildhauer Vitus Wey. Ihm zur Seite standen Stadtpräsidentin Sabine Beck sowie alt Zunftmeister Peter Wyder von der Fasnachtszunft Heini von Uri Sursee.
Gans war bereits bei Schlachtjahrzeit-Jubiläum im Einsatz
Stadt und Zunft organisieren die Gansabhauet jeweils gemeinsam. Präsident der Gansabhauetkommission ist Stadtarchivar Michael Blatter. Er sagt, man habe den Anlass heuer schweren Herzens absagen müssen. «Eine Gansabhautet light kam für uns nicht in Frage.» Ganz ohne Gans ging’s dann doch nicht: «Mit der Aktion heute Morgen wollen wir ein Zeichen setzen und die Gansabhauet trotzdem sichtbar machen.» Das von Vitus Wey erfundene Ganskostüm ist übrigens nicht neu: Die übergrosse Figur kam bereits 2015 beim Jubiläum der Schlachtjahrzeit zum Einsatz und neckte dort das Publikum.
Dieses fehlte am Mittwoch. Statt Hunderter Schaulustiger und den Schlägerinnen und Schlägern, die einer toten Gans mit einem Säbelhieb den Kopf abzutrennen versuchen, herrschte vor dem Rathaus Tristesse und gähnende Leere. Immerhin; für Gänse war es am Martinstag in Sursee wohl noch nie so sicher.


Kommentare
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien, die Kommentare werden von uns moderiert.
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben.