Kolumne «Mein Thema»

Fussballgott?

Seelsorger Bruno Hübscher über die Zeichen christlichen Glaubens auf dem Fussballfeld.

Einige WM-Fussballer bekreuzigen sich, bevor sie auf das Spielfeld rennen. Bei Torerfolgen falten andere die Hände zum Gebet und zeigen nach oben, oder sie formen wie Manzambi und Vargas ein Kreuzzeichen mit ihren Fingern. Gibt es einen Fussballgott?

Es freut mich, wenn Fussballstars bekennen, dass es noch eine höhere Macht oder einen Gott gibt, mit dem man rechnen kann. Beim christlichen Glauben sollte dies meines Erachtens verbunden sein mit dem Thema der Fairness gegenüber dem Nächsten. Wenn sich also ein Spieler bekreuzigt, bevor er aufs Spielfeld rennt, hoffe ich, dass er möglichst keine Rote Karte kassiert.

Irritieren würde mich die Einstellung, dass Gott den christlichen Torschützen mehr Erfolg geben sollte als den nicht christlichen. Ich glaube nicht, dass Gott auf einer bestimmten Mannschaftsseite steht oder den Christen mehr hilft. Ich glaube aber, dass ein persönlicher Glaube helfen kann. Dass man sich also vieles fussballerisch antrainieren kann, aber schliesslich auch ein Stossgebet nach oben nicht falsch ist. So gesehen freue ich mich auf noch viele Jubelzeichen. Und wenn dabei wieder das Schweizerkreuz gezeigt wird, rufe auch ich selbstverständlich «Bravo»!

Bruno Hübscher, Seelsorger/Diakon in Gettnau, seelsorge.gettnau@prrw.ch

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