notifications
Integration

Frühlingsräumaktion auf dem Brüsti – drei junge Geflüchtete sind dabei

Drei junge Männer von Young Tische Uri halfen der Tourismuskommission Attinghausen beim Aufräumen am Schneeschuhtrail auf dem Brüsti.
Der Leiter von Young Tische Uri, Waldemar Krupski (rechts), stellte die Gruppe vor. Anschliessend brachen die Helfer zur Räumaktion auf dem Brüsti auf.
Bild: Claudia Naujoks (Attinghausen, 10. 5. 2025)

«Danke für die Wanderparty», ruft Wahidullah freudig bei der Verabschiedung. Inamullah, wie sein Cousin 20 Jahre alt und aus Afghanistan, sowie Raman, 19, aus Syrien nicken zustimmend. Zusammen mit Waldemar Krupski, Leiter von Young Tische Uri, denen die jungen Männer seit der Gründung vor zwei Jahren angehören, haben sie mitgeholfen, die Markierstangen aus Holz für den Schneeschuhwanderweg einzusammeln und den Sommer über in den Depots einzulagern. Diese befinden sich in Schuppen sowie Alphütten entlang des rund vier Kilometer langen Weges oder sogar an Tannenbäumen, an denen die Stangen sicher festgebunden werden.

«Ende November 2024 haben wir die Stangen schon in den Schnee stecken müssen», erzählt Stephan Huwyler, Mitglied der Tourismuskommission Attinghausen. Die Kommission, zu der die ebenfalls an der heutigen Aktion teilnehmende und für das Dossier Tourismus verantwortliche Gemeinderätin Jasmin Epp gehört, führt jedes Jahr diese Wartungsarbeiten auf 1450 Metern Höhe über Meer durch und freut sich über die willkommene Mitarbeit der freiwilligen Helfer.

Tatkräftig sammelten die Helfer die Markierstangen des Schneeschuhtrails ein. Währenddessen kam man ins Gespräch und tauschte sich über Sorgen und Nöte aus, lachte aber auch viel miteinander.
Bild: Claudia Naujoks (Attinghausen, 10. 5. 2025)

Räumen für den Sommer

Wegen des Schnees konnten die Stangen nicht mehr so tief in der Erde verankert werden, was dazu führte, dass nun einige umgefallen waren. Und so brechen bei strahlendem Sonnenschein zehn Helfende und eine Journalistin voller Tatendrang um 8.15 Uhr in zwei Gruppen aufgeteilt auf, um das Gelände nach Stangen abzusuchen und für die Sommersaison parat zu machen. Dazu gehören auch Hegearbeiten: Dabei werden am Hang oberhalb des Weges lose Steine entfernt, die auf den Weg zu rollen drohen. Gleichzeitig werden die Wanderwege begangen und unsichere Stellen instand gesetzt. Diese Arbeiten werden aber erst zu einem späteren Zeitpunkt im Frühjahr angegangen.

Wahidullah, Waldemar Krupski, Raman und Inamullah von Young Tische Uri halfen beim Räumen des Schneeschuhtrails auf dem Brüsti (von links).
Bild: Claudia Naujoks (Attinghausen, 10. 5. 2025)

Auf dem gemeinsamen Weg kommen die Teilnehmenden ins Gespräch und erfahren mehr über das Schicksal der jungen Männer: Inamullah und Wahidullah sind mit 15 Jahren ohne Familie aus dem Heimatland geflohen und leben seit vier Jahren in der Schweiz. Nach zwei Jahren intensivem Deutschkurs folgten zwei Jahre integriertes Brückenangebot im Berufsweiterbildungszentrum Uri. Auch dank diesem haben alle drei bei Urner Unternehmen Arbeit gefunden. Sie sind stolz darauf, nicht mehr auf Sozialhilfe angewiesen zu sein und auch finanziell auf eigenen Füssen zu stehen. Seit kurzer Zeit wohnen die beiden Afghanen sogar zusammen in einer eigenen Wohnung. Raman lebt mit seiner Familie zusammen. Sie sind gemeinsam aus Syrien geflohen. Er wird 2026 seine Ausbildung zum Logistiker abschliessen.

Einander erzählen und zuhören, miteinander lachen

In wechselnden Formationen bewegt sich die Gruppe durch das Gelände, und ein reger Austausch entsteht, mal anteilnehmend, meist witzelnd, ausgelassen lachend, unbeschwert. Schwerelos wie ein Stabhochspringer schwingt sich Wahidullah plötzlich auf einer der Wegweiserstangen abgestützt wie ein Stabhochspringer über einen der Wassergräben. «Das ist eine Kindheitserinnerung», strahlt er und sein Cousin Inamullah macht es ihm übermütig nach.

«Bestimmt sind sie im Herbst wieder dabei, wenn es gilt, die Wegweiser für die Wintersaison aufzustellen», mutmasst Waldemar Krupski erfreut.

Kommentare (0)