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Uri

Massnahmen gegen frühe Lehrstellenzusage lanciert

Mitte Februar hatte die Bildungs- und Kulturdirektion die Veranstaltung «Berufswahl in Uri» durchgeführt. Im Nachgang zu dieser Veranstaltung hat die BKD nun weiterführende Massnahmen zum Phänomen der frühen Lehrstellenzusage lanciert.

Die Berufsbildung geniesst im Kanton Uri einen hohen Stellenwert. Für die grosse Mehrheit der Urner Jugendlichen sei sie nach wie vor der Königsweg ins Erwerbsleben, heisst es in der Mitteilung der Bildungs- und Kulturdirektion (BKD) Uri. Das sei ein wesentliches Verdienst der Urner Lehrbetriebe, die im Verbund mit dem Kanton und den Organisationen der Arbeitswelt dafür sorgen, dass in Uri ein breites und qualitativ hochwertiges Angebot an Berufslehren zur Verfügung steht.

Während die Berufslehre in Uri rund läuft, «erhöht das zunehmend verbreitete Phänomen der frühen Lehrstellenzusage den Entscheidungsdruck für Jugendliche», heisst es weiter. Um dieses Phänomen, seine Folgen und seine Lösung gemeinsam zu erörtern, hatte die BKD am Mittwochabend, 18. Februar, die Veranstaltung «Berufswahl in Uri» durchgeführt.

Die Lehrstellensuche ist eine spannende, aber auch eine intensive Zeit.
Bild: Symbolbild: Keystone/Martial Trezzini

Im Nachgang dazu konnten sich – im Rahmen einer Umfrage – alle Urner Lehrbetriebe zu Problem und Lösung der frühen Lehrstellenzusage äussern. Die Ergebnisse der Umfrage bestätigten, was schon die Diskussion an der Veranstaltung gezeigt hatte: dass auch die Lehrbetriebe selber stark unter dem Druck zur frühen Lehrstellenzusage leiden, dass die Vorgaben im geltenden Urner Berufswahlfahrplan richtig gesetzt sind und dass dem national ausgehandelten Commitment zu Berufswahlprozess und Lehrstellenbesetzung auch im Kanton Uri wieder stärker Nachachtung zu verschaffen sei.

Revision der Weisungen

Aufgrund des klaren gemeinsamen Verständnisses lanciere die BKD nun Massnahmen, um der frühen Lehrstellenzusage gegenzusteuern. Die Massnahmen sollen ab 2027 wirksam sein. Zu ihnen zählt insbesondere:

  • Revision der Weisungen zur Durchführung von Schnupperlehren (Berufswahlpraktika) auf der Oberstufe
  • Wahrnehmung einer Vorbildfunktion der kantonalen Verwaltung und auch von kantonsnahen Betrieben beim Commitment zum Berufswahlprozess und Lehrstellenbesetzung
  • Schaffung von mehr Verbindlichkeit innerhalb der Wirtschaftsbranchen in Uri
  • Justierung des Berufswahlfahrplans und verstärkte Sensibilisierung der Eltern von Jugendlichen im Berufswahlprozess

«Mit diesen Massnahmen wollen wir, wo wir es unmittelbar oder mittelbar in der eigenen Hand haben, dem Commitment zu Berufswahlprozess und Lehrstellenbesetzung auch in Uri wieder stärkere Geltung verschaffen», wird Regierungsrat Georg Simmen, Bildungs- und Kulturdirektor des Kantons Uri, zitiert. «Aufgrund der demografischen und wirtschaftlichen Entwicklung wird die frühe Lehrstellenzusage nicht von heute auf morgen verschwinden; aber wenn alle Akteure im Berufswahlprozess ihren Beitrag leisten, werden sich bald erste Erfolge zeigen.» Davon profitierten nicht nur die Jugendlichen, die den richtigen Beruf wählen müssen, sondern auch die Lehrbetriebe, die die richtigen Lernenden finden wollen. «Denn ein gelingender Berufswahlprozess braucht ausreichend Zeit», so Simmen. (rwi/zvg)

Die Unterlagen zur Veranstaltung «Berufswahl in Uri» sind auf der Website des Kantons Uri verfügbar: www.ur.ch.

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