Der Präsident des FC Horw, Albert Kaufmann, teilt im Vorwort des aktuellen Vereinsheftlis «Penalty» seine notabene persönlichen Gedanken zur vergangenen Women's Euro. Dabei teilt er kräftig aus. Er moniert insbesondere den Umgang der Medien mit dem Mega-Event; die Berichterstattung war ihm zu wenig kritisch und vom gesamten Ausmass her zu viel, auch verglichen mit anderen Sportarten.
Solche Meinungsbeiträge sind wichtig, denn sowohl sportliche als auch journalistische Leistungen müssen hohen Ansprüchen genügen und benötigen konstruktives Feedback. Und auch die Frage, welche Themen wie viel Aufmerksamkeit erhalten sollen, muss ständig neu ausgehandelt werden, sowohl auf der medialen als auch auf der gesellschaftlichen Ebene.
Aber er schiesst gewaltig über das Tor hinaus mit Aussagen wie: Es gebe Sportarten, «die schlicht nicht für Frauen geschaffen sind», oder «ich liebe Frauen und Fussball – es muss nicht zwingend Frauenfussball sein!» Denn damit signalisiert er: Frauen sind mir genehm, aber nur solange sie an dem von mir für sie vorgesehenen Platz bleiben und sich so verhalten, wie ich es für angemessen halte. Und solange sie keine Ansprüche stellen.
Auch wie er sich gegen den Vorwurf der Frauenfeindlichkeit verwehrt, ist exemplarisch. Seine Äusserungen seien halt «Klubbeiz-Niveau». Die Aussagen würden «falsch verstanden». Der «Fehler» liegt aus seiner Sicht also bei denen, die sich daran stören. Doch solch angebliches «Klubbeiz-Niveau» ist frauenfeindlich, nicht nur im Fussball.
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