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Umweltschutz

Fische unter Druck: Urner Regierungsrat erlässt neue Bewirtschaftungsstrategie, um Bestände langfristig zu stärken

Die Erhaltung und Aufwertung des Lebensraums sowie die natürliche Fortpflanzung stehen im Vordergrund der Strategie. 

Mit den zunehmenden Temperaturen und Trockenheit der Gewässer im Mittelland wird die Bedeutung des Schutzes und der Nutzung der Forelle im Alpenkanton Uri weiter zunehmen. Das schreibt das Amt für Umweltschutz in einer Mitteilung. Und weiter:

«Die Hochwasser der vergangenen Jahre und der Hitzesommer 2022 zeigen, dass auch die Urner Fische unter Druck sind.»

Nun habe der Regierungsrat Ende Oktober der Strategie zur fischereilichen Bewirtschaftung der Fliessgewässer und Bergseen im Kanton Uri zugestimmt.

Bestände und Lebensräume werden erhoben

Die Fischereibewirtschaftungsstrategie habe zum Ziel, dass die Urner Fischerei die Schutz- und Nutzungsinteressen ausgewogen berücksichtigt und die Gewässer nachhaltig bewirtschaftet werden. «Dabei stehen die Erhaltung und Aufwertung des Lebensraumes sowie die natürliche Fortpflanzung im Vordergrund.» Mit der Umsetzung der neuen Strategie sollen insbesondere die natürlichen Fischpopulationen gestärkt und die Gewässer als naturnaher Lebensraum aufgewertet werden.

E-Fischereipatent

Ab der Saison 2023 bietet die Fischereiverwaltung Uri den Fischerinnen und Fischern die Möglichkeit, ein E-Patent zu erwerben und die Fischfangstatistik für die Patentdauer mithilfe einer Patent-App in elektronischer Form zu führen. Das E-Fischereipatent kann ab dem 1. Dezember 2022 erworben werden unter https://fischereipatente.ur.ch. (pd)

«Ein qualitativ guter Besatz erfolgt so viel wie nötig und gewässerspezifisch abgestimmt», schreibt das Amt für Umweltschutz weiter. Unter Berücksichtigung der besonderen Bedingungen im alpinen Raum und der Klimaveränderung sollen langfristig attraktive Gewässer für die Fischer und Fischerinnen bestehen und die Fischerei im Kanton Uri finanziell selbsttragend bleiben.

Zur Umsetzung der Strategie werden in einem ersten Schritt die Fischbestände und das Lebensraumangebot in den einzelnen Fliessgewässern erhoben und daraus laufend die Bewirtschaftungsmassnahmen abgeleitet. Gemäss Zeitplan dauert dies bis ins Jahr 2030 und beinhaltet auch die Überwachung der Wirkung der Massnahmen.

Zeitlich versetzt werde auch die Bewirtschaftung der Bergseen angepasst. Zum Beispiel sollen die intensiveren Fischereiinteressen an ausgewählte Bergseen gelenkt werden und dort die touristischen Interessen mitberücksichtigt werden. Damit soll eine schrittweise angepasste und kontrollierte fischereiliche Bewirtschaftung für eine attraktive Fangausübung an den Urner Gewässern erfolgen. (pd/eca)

Die Fischereibewirtschaftungsstrategie ist unter www.ur.ch/publikationen/30328 aufgeschaltet.

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