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Stadt Luzern

Finanznot gefährdet «Funk am See»

Das Open Air «Funk am See» erhofft sich Hilfe von seinen Besuchenden – dieses Mal aufgrund des Budgets.
Die Musikerin Ele A bei ihrem Auftritt am letztjährigen Funk am See.
Bild: zvg

Seit 1996 lockt «Funk am See» alle zwei Jahre Musikfans an die Lidowiese – und das ganz ohne Eintrittstickets. Doch nun steht das kostenlose Festival laut einer Medienmitteilung vor einer finanziellen Herausforderung. Nach einem Hilferuf im vergangenen Jahr kämpft das Organisationskomitee diesmal mit einem Defizit im Budget. Innerhalb von zehn Tagen sollte via Crowdfunding-Plattform «Crowdify» ein Ziel von 30’000 Franken erreicht werden. Bis anhin wurden knapp 5000 Franken gesammelt, das Ziel liegt also noch weit entfernt. Nächstes Jahr würde das 30-jährige Jubiläum des Open Airs stattfinden.

Auch 2024 lief nicht alles reibungslos: Damals fehlten die benötigten Helferinnen und Helfer, ohne die die Veranstaltung kurz vor der Absage stand. «Ausserdem hat uns das schlechte Wetter letztes Jahr einen Strich durch die Rechnung gemacht – unser Einnahmeziel blieb aus und wir schrieben grosse Verluste», sagt Linus Bürgi, einer der Mitglieder des Organisationskomitees. «Daher haben wir uns entschieden, ein einmaliges 30-tägiges Crowdfunding zu starten.»

Eintritt verlangen steht nicht zur Debatte

Für die Veranstalter von «Funk am See» war von Beginn an klar: Der Eintritt soll kostenlos bleiben. Die Organisatoren wollen so allen Menschen den Zugang ermöglichen – unabhängig vom Geldbeutel. «Ein Ticketverkauf würde unser eigentliches Problem nicht lösen – nämlich, dass wir keine finanziellen Reserven haben», erklärt der 26-jährige Luzerner. Ein Crowdfunding helfe dabei, dass wieder Geld in die Kasse komme, funktioniere aber anders als ein Eintritt: Statt fixe Preise zu verlangen, könne jede und jeder freiwillig und nach eigenem Ermessen beitragen. So werde niemand ausgeschlossen, und dennoch könne das Festival dringend benötigte Mittel sammeln, um das Defizit auszugleichen und Rücklagen für die Zukunft zu schaffen.

Bürgi erklärt weiter: «Funk am See ist für seine Zugänglichkeit und Offenheit bekannt – das macht es einzigartig. Ausserdem müsste man, wenn man Tickets einführen würde, weiteres Personal und zusätzliche Ausstattung wie Absperrungen beschaffen. Dies würde wiederum zu einer Belastung führen und wir würden finanziell nicht besser dastehen.»

Standort bei der Lidowiese bleibt bestehen

Vom vergangenen Jahr habe man gelernt: «Seither haben wir ein neues OK auf die Beine gestellt», sagt Bürgi. Das Event werde nächstes Jahr – sofern es stattfindet – mit einem anderen Konzept durchgeführt. «Es wird in einem abgespeckten Rahmen stattfinden – mit weniger Infrastruktur, weniger Acts und somit auch weniger Helfenden. Die Musik und der Spass bleiben aber gleich», verspricht er.

Das Open Air sollte aber dennoch weiterhin auf der Lidowiese stattfinden. Auf das «am See» wolle man also nicht verzichten. «Es ist uns bewusst, dass die Lage aufgrund des Wetters immer riskant werden könnte, aber das ist schliesslich bei jedem Event so. Der Standort ist ein ausschlaggebender Punkt, der die Attraktivität eines Open Airs ausmacht», so das OK-Mitglied.

Die Zukunft des Gratisfestivals stehe momentan auf der Kippe. «Wir hoffen natürlich, dass wir unsere Einnahmen beim Crowdfunding erreichen. Wenn das nicht der Fall ist, wird das Musikfestival 2026 nicht stattfinden können. Es ist denkbar, dass es auch die weiteren Jahre nicht mehr stattfinden wird», erklärt Bürgi.

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