U20-Kolumne

Fast Food und Feminismus

In den sozialen Medien ist die Verteufelung des Feminismus weit verbreitet. Unsere U20-Kolumnistin geht den Gründen dafür nach.
Feminismus wird besonders auf Social Media oft in ein schlechtes Licht gerückt.
Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 14. 6.2023)

Falls Sie sich schon mal länger auf einer sozialen Plattform aufgehalten haben, ist es sehr wahrscheinlich, dass Sie auf eine gewisse Art von Videos gestossen sind. Beispiel gefällig? Da sitzt ein Mann in einem Fast Food Shop mit einem Burger in der Hand und meint, Feminismus gehe heutzutage zu weit, man könne ihn gar nicht mehr als Feminismus bezeichnen, das sei purer Männerhass.

Die zunehmende Verurteilung der feministischen Bewegung kann verschiedene Ursachen haben. Mehr Frauen bewerben sich für die gleichen Jobs wie Männer und fordern gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit. Es kann auch sein, dass man(n) die Welt nicht mehr versteht, wenn eine Frau sagt, dass es ihr grösstes Ziel sei, Karriere zu machen, und nicht Kinder zu gebären. Dies sind für einige wahrscheinlich triftige Gründe, um Feminismus als Männerhass abzuschreiben.

Doch wer tiefer gräbt oder einfach weiter scrollt, realisiert, dass diese Verurteilung auf einem Gefühl der Ablehnung beruht oder der Angst, den angestammten Platz in der Gesellschaft, im Liebesleben oder in der Arbeitswelt zu verlieren.

Wenn Sie also das nächste Mal auf ein Video treffen, das mit dem Satz «Let’s talk about how feminists hate men», beginnt, denken Sie daran: Feminismus bezeichnet den Kampf für die Gleichstellung aller Menschen. Feminismus als Männerhass zu bezeichnen, ist falsch. Vielleicht sollte man sich richtig informieren, statt einem Mann beim Essen zuzuschauen und seine Aussagen für bare Münze zu nehmen.

Noemi Gallati ist 16 Jahre alt und Schülerin an der Kantonsschule Sursee. In der U20-Kolumne äussern sich jeweils alle zwei Wochen Lernende von Kantonsschulen zu einem frei gewählten Thema. Ihre Meinung muss nicht mit derjenigen der Redaktion übereinstimmen.

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