notifications
Stadt Luzern

Verstärkte Kontrollen wegen Brandschutz: So soll die Fasnacht noch sicherer werden

Bewährtes wie Terrorsperren und noch mehr Kameras kommen an der Fasnacht zum Einsatz. Zudem gibt's Optimierungen – auch wegen der Brandkatastrophe von Crans-Montana.

Es dürfte wieder eng werden vom 12. bis 17. Februar in der Luzerner Innenstadt – 2025 besuchten 350'000 Personen die Fasnacht, ein Rekord. Damit der Anlass trotzdem reibungslos über die Bühne geht, setzen Behörden und Fasnachtsorganisationen wieder auf ihr gemeinsam erarbeitetes Sicherheitskonzept, das letztes Jahr erstmals in diesem Umfang umgesetzt wurde – aber mit Optimierungen. Darüber haben sie am Dienstag an einer Medienkonferenz informiert.

Brandschutz zum Ersten: Drei Patrouillen statt eine

Eine wichtige Anpassung betrifft den Brandschutz: Neu wird die Feuerwehr ab Mittwoch vor dem Schmudo bis Ende Fasnacht mit drei Patrouillen statt einer unterwegs sein, um Lokale zu kontrollieren bezüglich Deko, Notausgänge und Personenbelegung. «Wir rennen damit überall offene Türen ein», ist Kommandant Theo Honermann überzeugt und sagt mit Blick auf die Brandkatastrophe in Crans-Montana: «Es hat nun jeder begriffen, worum es beim Brandschutz geht.» In einer Empfehlung von Kanton und Stadt heisst es unter anderem: «Veranstaltenden, Gastrobetrieben sowie Betreibenden von Lokalen und sonstigen Innenräumen wird empfohlen, während der Fasnacht auf jegliche Formen von offenem Feuer zu verzichten.» Dazu zählen Pyroartikel oder Wunderkerzen, nicht aber Rechauds mit Sicherheitspaste.

Feuerwehrkommandant Theo Honermann spricht an der Medienkonferenz zur Lozärner Fasnacht 2026.
Bild: Urs Flüeler/Keystone (Luzern, 27. 1. 2026)

Brandschutz zum Zweiten: Kampagne gegen Pyro

Mit einer Kampagne auf Social Media appellieren Polizei und Feuerwehr an die Leute, kein Pyromaterial an die Fasnacht mitzubringen und schon gar nicht in den Gassen zu zünden. Man habe letztes Jahr an der Fasnacht deren vermehrten Einsatz festgestellt. Zudem lösten Rauchpetarden mehrfach Brandalarm aus. Für die Feuerwehr seien Einsätze in der proppenvollen Altstadt ohnehin schon schwierig. «Vor allem aber können sich Kostüme entzünden und schlimmstenfalls werden Personen ernsthaft verletzt», sagt Roger Lang von der Luzerner Polizei. Am letzten Güdisdienstag wurden vier Polizeiangehörige verletzt, nachdem bis heute Unbekannte Unter der Egg Böller in der Menschenmenge gezündet hatten. Lang sagt: «Wir werden dieses Jahr deshalb ein besonderes Augenmerk auf solche Aktionen richten.» Wer beim Pyromaterial zünden erwischt wird, muss mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen.

Jesuitenplatz entschlackt wegen Gewichtsproblemen

Auf dem Jesuitenplatz müssen reussseitige Fasnachtswagen umziehen. Grund: Diese sind für den schwierigen Untergrund dort so nahe am Fluss zu schwer, wie sich herausgestellt hat. Unterschlupf finden die betroffenen Wagen neu unter anderem auf dem Theaterplatz. Es müsse deswegen aber kein Wagen zu Hause bleiben. Überhaupt wurden auf allen IG-Plätzen die Layouts nochmals da und dort angepasst, um die Personendichte zu reduzieren – dies dank besserer Anordnung der Sujetwagen, Foodstände, Abfallsäcke und Toiletten. Zudem gibt es zwei neue IG's am Schwanenplatz und Weinmarkt – so sind es nun total deren acht.

Auf dem Jesuitenplatz war es an der vergangenen Fasnacht oft eng.
Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 1. 3. 2025)

Big Brother neu auch auf dem Kapellplatz

An sechs neuralgischen Standorten in der Luzerner Altstadt – etwa auf dem Mühlenplatz, Falkenplatz oder auch bei der Rathaustreppe – filmen 35 Kameras die Menschenmengen. Es sind fünf Kameras oder ein Standort mehr als letztes Jahr: Der Kapellplatz ist neu dabei. «Dank dem durch die Kameras aktuellen Blick in den Fasnachtsperimeter konnten wir bei Bedarf schnell reagieren, was uns sehr geholfen hat», sagt Sicherheitsmanager Christian Wandeler.

Kameras überwachen die Besucherströme an der Luzerner Fasnacht. Hier jene am Falkenplatz.
Bild: Pius Amrein (Luzern, 27.2.2025)

Terror- und weitere Sperren verhindern Zufahrt

Die Terrorsperren – respektive Fahrzeugsperren, wie sie von den Behörden offiziell genannt werden – haben sich bewährt, 32 Stück werden wieder platziert. Dazu kommen 50 Erd-Bags und neu 30 Wasser-Bags als Ergänzung. Gemäss Wandeler sei die Akzeptanz seitens der Besuchenden gross. Man werde dieses Jahr noch mehr Acht darauf geben, dass während Fasnachtsanlässen möglichst keine Anlieferung in die Altstadt stattfindet.

Diese Terrorsperre am Schwanenplatz stoppte den Umzug der Kult-Ur-Fasnächtler am Schmudo 2025 kurzzeitig. Das könne 2026 nicht mehr passieren - dank optimierter Bewirtschaftung.
Bild: Eveline Beerkircher (Luzern, 27. 2. 2025)

Hier ist das Abstellen von Fasnachtswagen untersagt

Auch dies bleibt wie gehabt: An neuralgischen Punkten, die aus Sicherheitsgründen (Fluchtwege) frei bleiben müssen, ist das Abstellen von Fasnachtswagen nicht erlaubt. Das gilt für die Achsen Reussbrücke-Kramgasse-Mühlenplatz sowie Metzgerrainle-Unter der Egg-Rathausquai. Plakate weisen darauf hin und die Polizei schickt Wagen weg.

Mit Plakaten machen die Behörden auch dieses Jahr auf das Parkverbot für Fasnachtswagen aufmerksam.
Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 1. 3. 2025)

«Keine elektronisch verstärkte Musik»

Auf Plakaten, die neu in der Innenstadt hängen, rufen die Behörden und die Fasnachtsorganisationen zu gegenseitiger Rücksichtnahme auf, «auch die wilde Fasnacht braucht Regeln». Eine davon heisst «Guuggenmusig god vor! Bitte keine elektronisch verstärkte Musik». Weiter marschieren die Musigen in der Altstadt wenn immer möglich im Uhrzeigersinn – so kommt's zu weniger Stau. Dies war bislang eigentlich vor allem während der Tagwache der Fall. Zudem hat Vereinigte-Präsident Robert Marty noch eine Bitte, nicht zum ersten Mal: Musigen von ausserhalb des Vereinigte-Landes sollen nicht für Auftritte nach Luzern kommen.

So hält man den Güsel in Schach

Abfallsperren entlang der Reuss kommen im gleichen Umfang wie letztes Jahr zum Einsatz. Dazu überall zahlreiche Big-Bags. Erneut appellieren die Behörden an die Leute, keine Glasflaschen mitzubringen.

Die Abfallsperren am Rathausquai halten während der Fasnacht neben Abfall auch Einkaufswägeli auf, wie man sieht.
Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 15. 2. 2024)

Was kostet das alles?

Damit die Fasnacht sicher über die Bühne geht, ist mittlerweile viel Aufwand notwendig – Polizei, Feuerwehr, aber auch das ganze Crowd-Management mit den Kameras, Sicherheitspersonal, Sperren usw. zählen  dazu. Auf die Frage, was dies Stadt und Kanton alles kostet (zum Beispiel 2025) gibt es von Wandeler allerdings keine Zahlen – er sagt: «Es ist monetär schwierig zu beziffern, da viele Stellen involviert sind. Der Aufwand bewegt sich in ähnlichem Rahmen wie letztes Jahr.»

Mehr zum Thema:

Mehr zum Thema:

Mehr zum Thema:

Kommentare (0)