Die neu geschaffene Fachstelle Gleichstellung der Stadt Luzern ist seit etwas über einem Jahr tätig. Nun hat sie eine Strategie und einen Massnahmenplan für die kommenden vier Jahre erarbeitet.
Die Strategie enthält vier Schwerpunkte: Schutz vor Gewalt, chancengerechter Zugang, Sichtbarmachung und Arbeitsbedingungen. Geplant sind zahlreiche Massnahmen: Von der Sensibilisierung der Mitarbeitenden der Stadtverwaltung über Kampagnen gegen Sexismus und Queerfeindlichkeit bis zur Kontrolle der Lohngleichheit zwischen Frau und Mann im Beschaffungswesen. Einige Massnahmen seien bereits sehr konkret und könnten innerhalb kurzer Zeit umgesetzt werden, bei anderen sei zuerst eine Auslegeordnung zu machen oder ein Konzept zu erarbeiten, schreibt die Stadt.
Für diese Massnahmen bestehe ein «ausgewiesener Bedarf». Um sie umzusetzen, soll die Fachstelle mehr Geld erhalten. Deshalb wird dem Grossen Stadtrat ein Sonderkredit von 1,16 Millionen Franken beantragt. Mit dem Geld soll die Fachstelle von 60 auf 100 Stellenprozent erhöht werden. Auch das Budget für den Sach- und Betriebsaufwand soll erhöht werden. Im Weiteren beantragt der Stadtrat bereits fürs Budget 2025 einen Nachtragskredit von 116'000 Franken. Das Parlament wird im Dezember darüber entscheiden.
Mit dem Massnahmenplan werde «ein wichtiger Beitrag geleistet zur Erreichung des Ziels, dass Luzern eine lebenswerte und sichere Stadt für alle ist, unabhängig von Geschlecht oder sexueller Orientierung», wird Stadtpräsident Beat Züsli (SP) in einer Mitteilung zitiert.
Linke und GLP wollen «Gender-Budgeting»
Apropos Gleichstellung: Wer profitiert eigentlich am meisten vom Geld, das die Stadt ausgibt? Diese Frage untersuchte die Stadt Luzern im Rahmen des «Gender-Budgetings». Die Resultate wurden im Herbst veröffentlicht: Insgesamt gesehen profitieren Männer und Frauen etwa gleichermassen von städtischen Ausgaben. Allerdings gibt es je nach Bereich massive Unterschiede – so gibt die Stadt viel mehr Geld für die Pflege von Frauen aus als für die von Männern. Bei der Sonderschule ist es umgekehrt.
Der Stadtrat fand diese Resultate zwar interessant, doch ein regelmässiges Monitoring sei nicht nötig. SP, Grüne und GLP sehen das anders: Per Motion fordern sie die regelmässige Durchführung des «Gender-Budgetings». Anhand nur eines Jahres liessen sich kaum statistische Aussagen treffen, so Zoé Stehlin (Juso): «Mit einer wiederholten Durchführung lässt sich feststellen, ob die geschlechterspezifischen Unterschiede längerfristig bestehen und wie sich diese entwickeln.» Auch könne man dann besser sehen, ob getroffene Massnahmen auch wirklich greifen. (rk/hor)

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