Martin Mühlebach
Martin Mühlebach
Der FC Rotkreuz hat in den letzten Jahren den direkten Durchmarsch von der 4. Liga in die 2. Liga interregional geschafft. Wer meint, der ehemals biedere Dorfklub sei mit dem Erreichten zufrieden, der hat seine Rechnung ohne den Teammanager René von Euw gemacht. Dessen erklärtes Ziel ist der Aufstieg in die 1. Liga classic. Mit der Verpflichtung des 26-jährigen Nedim Sacirovic, der als F- und E-Junior die Farben des FC Rotkreuz trug, hat von Euw einen Transfercoup gelandet.
Sacirovic, der von der U11 bis zur U21 beim FC Luzern spielte und als erst 17-Jähriger unter Trainer Murat Yakin im Super-League-Team des FCL debütierte, war bis zum Sommer 2020 unbestrittener Stammspieler des FC Wil (Challenge League). Weshalb hat der langjährige Profifussballer nun den Wechsel zum FC Rotkreuz vollzogen? Nedim Sacirovic erklärt: «In den letzten fünf Jahren musste ich viermal operiert werden. Wegen einer Knieverletzung, einer langwierigen Schambeinentzündung, einer Hüftverletzung und eines Bruchs des Mittelhandknochens. Das war für mich des Guten zu viel.»
Drei Highlights
Der nun als Produkteexperte in der Automobilbranche tätige Nedim Sacirovic verrät, dass er die berufliche Ausbildung während seiner Profikarriere vernachlässigt habe. Nun schwebe ihm eine Ausbildung zum Verkaufsleiter vor. Dass er nach der Beendigung seines Profistatus zu seinem Stammverein Rotkreuz zurückkehren werde, sei für ihn immer klar gewesen.
Trotz des enormen Verletzungspechs blickt der stets gut gelaunte und positiv denkende Nedim Sacirovic gerne an die Vergangenheit zurück. Er sagt:
«Mit der U13 des FC Luzern, durfte ich am inoffiziellen WM-Turnier um den Danone-Cup in Lyon vor 32'000 Zuschauern den Final bestreiten. Wir verloren zwar knapp gegen die Auswahl von Réunion, aber die darauffolgende Feier werde ich nie mehr vergessen.»
Unvergessen seien auch der Cup-Finalsieg mit der U18 des FCL gegen die Spielvereinigung Lausanne/Servette Genf und sein Début in der 1. Mannschaft des FC Luzern. Mit dem Aufstieg des FC Rotkreuz in die 1. Liga classic, wolle er seinem Palmarès ein weiteres Highlight hinzufügen. «Wir haben ein starkes Team, wir gehören zu den Topfavoriten unserer Gruppe. Aber wir müssen uns stets bewusst sein, dass der angestrebte Aufstieg nicht von allein zu Stande kommen wird.»
Die grössten Gefahren sieht Sacirovic in der Tatsache, dass nach einer scheinbar sicheren Führung im Team der Schlendrian Einzug hält. Als Beispiel nennt er den 2:0-Sieg vom vergangenen Wochenende gegen Muri. «Mit dem sicher geglaubten Zwei-Tore-Vorsprung im Rücken hörten wir auf, unser Spiel zu spielen. Das hätte ins Auge gehen können, wenn unser Torwart einen gegen uns verhängten Elfmeter nicht zu parieren vermocht hätte.» Sie müssten lernen, den Spielrhythmus über die gesamte Spieldauer hoch zu halten und sich nicht mit der Spielkontrolle zu begnügen.
Einer, der das stets getan habe, sei sein grosses Vorbild: Zinédine Zidane. Dessen Ruhe und Eleganz am Ball und die phänomenale Spielübersicht seien schlichtweg Weltklasse gewesen. Es verwundere ihn deshalb nicht, dass Zidane nun auch als Trainer von Real Madrid für Furore sorge.
Dank an Freundin und Familie
Nedim Sacirovic gesteht: «Ich kann verlieren, aber durch eigenes Fehlverhalten verschuldete Niederlagen bringen mich auf die Palme.» Zum Glück habe er dank seiner Freundin Timea und seiner Familie einen starken Rückhalt. «Sie verstehen es immer wieder, mich nach Rückschlägen – wie bei den gravierenden Verletzungen – wieder für weitere Taten zu motivieren. Dafür möchte ich ihnen an dieser Stelle den verdienten Dank aussprechen.»
Kein einfaches Spiel
Am Samstag (18 Uhr, Sportpark Dorfmatt), 12. September, empfängt der mit 9 Punkten aus 3 Spielen und keinem einzigen Gegentor als Leader thronende FC Rotkreuz den bisher punktelosen FC Adliswil. Nedim Sacirovic betont: «Ich erwarte von uns einen Sieg. Aber», warnt er, «es wird wohl kein leichtes Spiel sein. Adliswil wird versuchen, erstmals zu punkten. Unseren Gegner zu unterschätzen, könnte gefährlich sein.»


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