Urs Hanhart
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Urs Hanhart
Genau gleich wie schon im Vorjahr konnte die Talgemeinde der Korporation Ursern nicht wie in normalen Zeiten gewohnt auf dem Kirchplatz in Hospental abgehalten werden. Stattdessen ging sie erneut im Konzertsaal des Hotels Radisson Blu in Andermatt über die Bühne. Auf den festlichen Teil mit dem traditionellen Einzug musste coronabedingt wiederum verzichtet werden. Gleiches galt für den Apéro im Anschluss an die Versammlung.
Von den aktuell 594 stimmberechtigten Talbürgern nahmen an der abgespeckten Talgemeinde rund zehn Prozent teil. Talammann Beat Schmid ging in seiner Begrüssung und seinem Rückblick unter anderen auf die Entwicklungen im Tourismus ein. Er betonte: «Die Korporation Ursern stellt fest, dass die Ansprüche auf ihr Grundeigentum ansteigen. Die Gesuche nehmen zu und verschiedene Anspruchsgruppen möchten dabei ihre Anliegen erfüllt sehen.» Dies sei zu einem Teil verständlich, schaffe aber auch Probleme: «Mir scheint, hie und da wird der Blick jeweils allzu stark auf das eigene Interesse gerichtet. Das solidarische Mit- und Nebeneinander kommt zu kurz.» Besonders Randinteressen dürften nicht vernachlässigt werden. Zudem sei der Schutz unserer Naturlandschaft sehr wichtig. Es gelte, gemeinsam nachhaltige und tragfähige Lösungen zu finden. Schmid sprach unter anderem das Bikeverbot im Realper Wald an, das hohe Wellen warf. Eine Beschwerde dagegen ist beim Kanton in Bearbeitung. «Die Korporation erhält von unterschiedlichen Stellen Unterstützung für ihre Haltung», so der Talammann.
Im Oberalppass sieht der Talrat ein grosses Potenzial. Schmid wies darauf hin, dass mangels Bewilligung und aufgrund von Bauarbeiten in der Galerie in diesem Jahr – im Gegensatz zum Vorjahr – keine Stellplätze zum Campieren angeboten werden können. Auch die Parkplatzbewirtschaftung werde nicht ideal laufen. «Wir arbeiten daran, sind jedoch nicht die einzigen Player auf dem Oberalppass», so der Talammann. Schmid orientierte auch kurz über das Turmprojekt in Hospental. Auf diesem Wahrzeichen wird eine Aussichtsplatzform installiert. Die Arbeiten sind im Gange. Mit der Fertigstellung ist gemäss Schmid im Spätsommer zu rechnen.
Windkraftanteil soll gesteigert werden
Säckelmeister Franco Cattaneo konnte eine sehr erfreuliche Jahresrechnung 2020 der Korporation Usern präsentieren. Sie weist einen Reingewinn von 5318 Franken aus. Budgetiert war ein Mehrertrag von 2250 Franken. Positive Zahlen gab es auch vom Elektrizitätswerk Ursern (EWU), das der Korporation Ursern gehört, zu vermelden. Unter dem Strich resultierte für 2020 ein Gewinn von 632'515 Franken. Damit fiel er mehr als sechs Mal höher aus als veranschlagt. «Auf der Vertriebsseite hat der plötzliche Stromabsatzverlust aufgrund der Schliessung aller touristischen Einrichtungen im Frühling das EWU-Ergebnis negativ belastet», erklärte Verwaltungsratspräsident Markus Christen. «Das starke zweite Halbjahr brachte auf der Absatzseite eine leichte Kompensation.» Grundsätzlich unterstrich Christen: «Das EWU hat das vergangene Geschäftsjahr trotz der Coronapandemie gut gemeistert. Zudem gab es erfolgreiche Projektabschlüsse, insbesondere die Sanierung des Kraftwerks Oberalp.» Das EWU sei mit seinen vier Wasserkraftwerken und den Windanlagen gut aufgestellt. Mit Blick in die Zukunft verriet der Verwaltungsratspräsident: «Um den steigenden Strombedarf vor allem im Winter besser zu decken, prüfen wir aktuell eine Erweiterung des bestehenden Windparks auf dem Gütsch. Die Windkraft ergänzt unsere Wasserkraftwerke optimal. Unser Ziel ist es, einen entsprechenden Kreditantrag in zwei bis drei Jahren der Talgemeinde zur Genehmigung vorzulegen. Wenn alles optimal läuft, wäre 2025 eine Inbetriebnahme möglich.»
Markus Russi ist bereits seit 32 Jahren beim EWU als Betriebsleiter und Geschäftsführer tätig. An der Talgemeinde wurde er für seine grossen Verdienste geehrt. Russi war der grosse Treiber, dass auf dem Gütsch der am zweithöchsten gelegene Windpark Europas realisiert wurde. Bald wird die Ära Russi zu Ende gehen, tritt er doch im Herbst in den Ruhestand. Bis dahin wird er aber noch seinen Nachfolger Felix Tresch einarbeiten. Russi erhielt von Christen quasi als vorgezogenes «Abschiedsgeschenk» eine Holzskulptur des Isenthaler Künstlers Peter Bissig. Sie zeigt einen Mann, der einen Windrotor anbläst.
Die Situation am Winterhorn kam zur Sprache
Thematisiert wurde an der Versammlung auch die unbefriedigende Situation am Winterhorn. Dort sind die Anlagen im stillgelegten Skigebiet noch immer nicht rückgebaut worden. Aber gemäss Schmid dürfte es in dieser Sache bald vorwärtsgehen. Demnächst werde eine Sitzung stattfinden, unter Beteiligung von Gemeinde, Korporation, Kanton und Skiarena. «Es laufen Verhandlungen, die noch nicht abgeschlossen sind. Es geht in eine gute Richtung», so der Talammann.
Im Rahmen der Talgemeinde wurde ein Kreditbegehren von 196'000 Franken für die Nachrüstung und Optimierung der Wasserfassung des Kraftwerks Realp 2 einstimmig genehmigt. Zustimmung fand auch ein Landverkauf von 150 Quadratmeter in Hospental. Die Käuferin möchte dort eine Alpaka-Haltung aufziehen. Schliesslich wurde Felix Tresch sowie seinen Töchtern Lina und Hannah die Aufnahme ins Korporationsbürgerrecht erteilt.




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