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Luzern

Regionale Künstler, Schluss mit Feuerwerk oder Lichtshow: Das Stadtfest Luzern verpasst sich eine Kur

Von Luzern, für Luzern: Das Stadtfest Luzern soll regionaler und kleiner werden. Doch ob das klappt, weiss auch das OK nicht.
Wer am Stadtfest Luzern ein Bier bestellen will, kann dieses auch heuer via Kauf eines Bon bar bezahlen. (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 24. Juni 2017))
2018 trat mit Dodo ein national bekannter Künstler auf. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 30. Juni 2018))
Auch verschiedene Musikformationen
treten an der Ausgabe 2022 auf. (Bild: Eveline Beerkircher
(Luzern, 23. Juni 2017))

Matthias Stadler

Matthias Stadler

Matthias Stadler

Zum letzten Mal fand das Luzerner Fest 2018 statt. Nach einer Denk- und später einer Coronapause laden die Organisatoren nun zur Neuauflage des beliebten Volksfests. Dabei bleibt kein Stein auf dem anderen, wie das OK an einer Pressekonferenz am Donnerstag klarmachte. «Wir wollen das Fest persönlicher gestalten und kleiner machen», sagte OK-Präsidentin Nicole Reisinger.

Das Fest, das erstmals 1972 durchgeführt wurde, heisst nun Stadtfest Luzern. Und das Ziel ist, dass dieses nicht mehr gefühlt die halbe Schweiz ans Luzerner Seebecken lockt, sondern vor allem Gäste aus der Region anzieht. Von Luzern, für Luzern, lautet die Losung. Entsprechend buchte das OK, das ebenfalls neu zusammengestellt ist, auch keine nationalen Musikgrössen wie etwa den Rapper Bligg. Neu sind regionale Künstler gefragt.

Weiter ist das Feuerwerk ersatzlos gestrichen. Und die Organisatoren setzen nun auch vermehrt auf kulinarische Angebote. So gibt es neben dem «Bäckerzmorge» ein Weinfestival samt Jazzmusik auf dem Weinmarkt und Bierdegustationen vor der Jesuitenkirche. Auch das Konzept «Luzern zu Tisch», das vergangenes Jahr durchgeführt wurde, erhält einen Platz – am Löwendenkmal, wo sich die Besucherinnen und Besucher zu einem Abendessen einfinden können.

Weg vom See Richtung Reuss und Innenstadt

Der Austragungsort ändert sich ebenfalls. Feierten die Besucherinnen und Besucher früher zu Zehntausenden am Luzerner Seebecken, konzentriert sich das Geschehen in Zukunft auf die Altstadt und auf beide Seiten der Reuss.

Das OK will weg von der Kommerzialisierung und betont neu die Nachhaltigkeit und den sozialen Charakter des Festes. Nicole Reisinger:

«Im Zentrum steht die Solidarität. Wir machen das Fest, um Geld zu sammeln für Menschen, denen es nicht so gut geht.»

Ziel: 60'000 Besucherinnen und Besucher

Die neue Aufstellung soll dazu führen, dass rund 60'000 Besucherinnen und Besucher ans Fest kommen – früher lag man bedeutend über dieser Zahl. «Wir haben mit vielen Personen gesprochen und von diesen oft den Wunsch gehört, dass das Stadtfest wieder persönlicher werden soll. Das haben wir uns sehr zu Herzen genommen», erklärte Nicole Reisinger an der Pressekonferenz.

Doch ob das funktioniert – sprich, ob tatsächlich weniger Gäste nach Luzern kommen – weiss auch das OK nicht: «Wir müssen das neue Konzept jetzt einfach mal ausprobieren. Dann sehen wir weiter», sagte Christoph Risi, Leiter der Geschäftsstelle. Es gelte, nun auch Erfahrungen für die nächsten paar Jahre zu sammeln.

Bargeld ist nicht mehr erwünscht

Erfahrungen werden die Organisatoren auch mit dem bargeldlosen Bezahlen sammeln. Zum ersten Mal können die Gäste nur noch kontaktlos bezahlen. «Da hat uns die Pandemie in die Hände gespielt», sagte Nicole Reisinger. Die Bevölkerung sei es sich nun gewohnt, mit Karte oder per Twint zu bezahlen. Einzig für das Depot für Becher und Ähnliches wird noch Bargeld benötigt.

Das Fest findet, wie schon früher, am letzten Juni-Wochenende statt. Heuer also am 24. und 25. Juni. Dabei soll am Freitag um Mitternacht und am Samstag um 1 Uhr in der Früh Schluss sein. «Es gibt also kein Halligalli mehr bis tief in die Nacht», betonte Christoph Risi. Die Einnahmen fliessen wie früher der Stiftung «Luzern hilft» zu, die das Geld für karitative Zwecke einsetzt.

Das Festabzeichen gibt es neu in Form eines sogenannten Biobuttons. Das goldene gibt es für 150 Franken, das silberne für 30 Franken. Das klassische ist neu in Blau-Weiss gehalten und kostet nach wie vor 10 Franken. Die Stadt Luzern übernimmt das Patronat und unterstützt das Fest mittels Sonderkredit auch finanziell: Sie hat rund 200'000 Franken gesprochen.

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