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Eröffnungsfeier

Weniger scrollen, mehr schrauben: Warum die Luga auf Tüftler statt Influencer setzt

Bei der Eröffnungsfeier der Luga war die Luzerner Politprominenz wie gewohnt vertreten – und erklärte unter anderem, warum wir keine perfekt inszenierten Müeslischalen brauchen.

«Wir brauchen keine Bilder von perfekt inszenierten Müeslischalen, sondern Stars hinter der Kulisse», sagt Regierungspräsident Reto Wyss (Mitte) bei der Eröffnungsfeier der diesjährigen Luga. Stars hinter der Kulisse, das seien für ihn weder Influencer noch Models – sondern Menschen, die handwerkliche oder MINT-Berufe ausüben, also Jobs auf dem Gebiet von Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

Regierungspräsident Reto Wyss (links) im Gespräch mit Kantonsratspräsident Ferdinand Zehnder.
Bild: Pius Amrein (Luzern, 25. 4. 2025)

Mit der Sonderschau «tunZentralschweiz» an der Luga sollen junge Menschen wieder für diese Berufe begeistert werden – indem sie in einer Tüftlerwerkstatt einen spielerischen Zugang zu diesen Berufsfeldern erhalten. So soll dem Fachkräftemangel begegnet werden. Es werde Zeit, wieder «zu machen, zu handeln, zu vollbringen und zu tun», wie Bauingenieur Wyss sagt – im Gegenzug zum «Scrollen, Snapchatten und Screenshotten».

Dem kann Adrian Derungs, Direktor der Industrie- und Handelskammer, die die Sonderschau «tunZentralschweiz» initiiert hat, nur beipflichten: «Wir müssen mehr liefere statt lafere und den MINT-Samen früher platzieren.»

Stelldichein der Luzerner Prominenz

Die Luga-Eröffnungsfeier ist auch dieses Jahr wieder ein Who's who der Luzerner Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport – was SP-Stadtpräsident Beat Züsli in einer ausufernden Begrüssungsrunde, zum Vergnügen des Publikums, untermalt. Unter den etwa 400 Anwesenden befindet sich auch Mitte-Ständerätin Andrea Gmür. Die Stadtluzernerin verrät, dass sie die Luga jedes Jahr besuche. Mittlerweile schätzt sie besonders den gesellschaftlichen Austausch: «Es ist immer wieder ein toller Treffpunkt von Leuten unterschiedlichster Couleur.»

Für Gmür ist die Luga ein Ort, an dem auch ein überparteilicher Austausch möglich ist – am liebsten bei in Speck gewickelten Champignons, wie sie verrät.

Sonderschau Energie und Klima

Vier Sonderschauen gibt es dieses Jahr an der Luga zu bestaunen, darunter auch «Energie und Klima». Dort liegt der Schwerpunkt auf Kurzstrecken, da rund 30 Prozent der Autofahrten in der Schweiz kürzer als 4 Kilometer sind. SVP-Nationalrätin Vroni Thalmann bekennt sich zu ihrem Auto: «Ich nutze es immer, ich habe nicht mal ein Velo.» Dafür fliege sie so gut wie nie. «Mein Fussabdruck ist besser als der einer Person, die immer Velo fährt und dafür fliegt.»

Thalmanns Highlight ist die Sonderschau «Faszination Lego». Mit ihren Enkeln habe sie schon unzählige Stunden beim Bauen verbracht, erzählt sie. Sie ist sicher: «Die Farben der Legos bringen Glücksgefühle.»

Welches Säuli ist das richtige?

Unbestrittenes Highlight der Luga sind die Säulirennen. Doch woher wissen, welches Schwein das erfolgsbringende ist? Geht es nach Reto Wyss, sollte man aufs Glück hoffen. Andrea Gmür bringt Strategie in die Sache: «Immer auf die Lieblingszahl setzen, in meinem Fall die vier.»

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