Uri

Er hat Wohnangebote für Menschen mit psychischer Behinderung entscheidend mitgefördert

Urs Wegmüller engagierte sich insgesamt 31 Jahre lang für die Stiftung Phönix Uri. Nun tritt der langjährige Stiftungsratspräsident ab und blickt zurück.
Urs Wegmüller vor dem Wohnheim Phönix. (Bild: PD)

Vor kurzem hat die Stiftung Phönix Uri im Rahmen einer kleinen Feier Urs Wegmüller verabschiedet. Er hatte die Institution für Menschen mit psychischer Behinderung während Jahren mitgeprägt. 21 Jahre lang, von 1991 bis 2012, engagierte er sich in der Geschäftsleitung. Seit 2012 stand er der Stiftung als Präsident vor.

Als Urs Wegmüller 1991 zur Stiftung stiess, betrieb diese lediglich eine betreute Wohngemeinschaft für vier Personen. «Seither ist viel passiert», sagt er. Heute steht beim Kantonsbahnhof in Altdorf ein Wohnheim für 18 Menschen mit psychischer Behinderung. Daneben bietet die Stiftung einen Mittagstisch an, führt ein Ferienangebot durch und betreut Personen, die selbstständig leben. «Ich schaue mit Befriedigung zurück, wenn ich sehe, wie sich die Stiftung entwickelt hat», sagt der abtretende Präsident. «Eine solche Institution hat vor dreissig Jahren in Uri gefehlt.»

Stiftung musste Überzeugungsarbeit leisten

Urs Wegmüller arbeitete Anfang der 1990er-Jahre als Werkstattleiter bei der Stiftung Behindertenbetriebe Uri. In dieser Funktion nahm er Einsitz in der ehrenamtlich geführten Geschäftsleitung der Stiftung Phönix Uri. Doch Wegmüller bliebt der Stiftung auch treu, als er später beim Erziehungsdepartement des Kantons Schwyz eine neue berufliche Herausforderung annahm. «Ich wollte etwas bewegen», sagt er. «Ich wollte mich für jene Leute in unserer Gesellschaft einsetzen, die es im Leben nicht einfach haben.»

Der Attinghauser war gemeinsam mit den anderen Mitgliedern der Geschäftsleitung gleich von Beginn an gefordert. Die Stiftung realisierte in diesen Jahren das Wohnheim, das 1995 eröffnet werden konnte. Die Stiftung Phönix musste für den Bau des Wohnheims viel Überzeugungsarbeit leisten. «Die meisten Leute wussten kaum etwas über psychische Erkrankungen, daher fehlte in der Bevölkerung zum Teil das Verständnis für unsere Anliegen», erinnert sich Urs Wegmüller.

Um die Idee von Wohnangeboten für Menschen mit einer psychischen Behinderung breit abzustützen, zählte der Stiftungsrat der 1983 gegründeten Stiftung damals rund fünfzehn Personen. Die Vertreter aus Politik, Kultur und Fachkreisen bildeten ein Patronatskomitee neben der ehrenamtlich geführten Geschäftsleitung. Erst 2012 wurde der Stiftungsrat auf fünf Personen verkleinert und die operative Geschäftsleitung den leitenden Angestellten übertragen. Seither amtete Wegmüller als Stiftungsratspräsident.

Platzprobleme wurden akut

Ein erster grosser Meilenstein in Wegmüllers Amtszeit als Stiftungspräsident war der Kauf der Liegenschaft Strickermatte 2012. Das Wohnheim Phönix stand bis dahin im Baurecht auf einer Parzelle, die dem Kinder- und Familienhilfswerk Uri gehörte. Dieser Kauf ebnete den Weg für eine Erweiterung des Heims. Die Platzverhältnisse im Wohnheim waren zuvor eng, die stationäre Wohnbetreuung stiess zunehmend an ihre Grenzen. Insbesondere fehlte der Platz, damit die Bewohner innerhalb des Heims beschäftigt werden und dort ihre Freizeit verbringen konnten.

Da im vergangenen Jahrzehnt immer mehr von ihnen das Pensionsalter erreichten, wurden die Platzprobleme akut. «Die Leute sollen sich im Wohnheim wohl fühlen», sagt Urs Wegmüller. «Man kann mit den Bewohnerinnen und Bewohnern nicht nur immer spazieren gehen, nur weil es im Heim zu wenig Aufenthaltsräume gibt.» Eine Lösung musste her. Im Jahr 2016 konnte die Stiftung Phönix Uri schliesslich den Erweiterungsbau in Angriff nehmen. Bereits Anfang 2017 konnte dieser bezogen werden.

Was Urs Wegmüller besonders freute: Das Urner Stimmvolk hiess im Juni 2015 mit über 80 Prozent Ja-Stimmen einen Verpflichtungskredit für den Erweiterungsbau des Wohnheims gut. «Unsere Institution geniesst heute einen grossen Rückhalt in der Bevölkerung», sagt Wegmüller. «Die Wahrnehmung von psychischen Erkrankungen ist heute ganz anders als vor dreissig Jahren.» (pd/lur)

Kommentare (0)