Im Zentrum der baulichen Massnahmen steht die Überarbeitung der Generellen Wasserversorgungsplanung (GWP). Der Hauptfokus liegt in der Zone Berg: Zwei 60 Jahre alte Pumpen sorgen heute dafür, dass das Grundwasser von der gemeindeeigenen Wasserfassung auf den Bürgenberg in das Reservoir Honegg gepumpt wird. Für die Verteilung auf die Liegenschaften wird der Druck anschliessend via Ventile künstlich wieder reduziert, was einen enormen Energieverlust verursacht. Bei einer Strommangellage wäre ein Notbetrieb kaum verhältnismässig. Zusätzlich zwingt die Reparaturanfälligkeit zum rechtzeitigen Handeln.
Die Zone Berg wird in eine Hoch- und eine Niederzone aufgeteilt. Herzstück ist der geplante Neubau des Reservoirs Hasli, das gleichzeitig als Pumpwerk fungieren wird. Die Gesamtkosten werden auf 2,8 Millionen Franken geschätzt. Das fertige Bauprojekt soll bis Ende des Jahres vorliegen, damit die Stimmbevölkerung an der Frühjahrs-Gemeindeversammlung über den Objektkredit abstimmen kann. Der Baubeginn ist für Herbst 2027 angesetzt.
Aus für die traditionelle Fassung Riedmatt
Ein weiteres Grossprojekt betrifft den künftigen Wasserbezugsort. Wie der Vorsteher des Amtes für Umwelt und Energie des Kantons Nidwalden, Fidel Hendry, erklärte, bestehen für das 70 Jahre alte Grundwasserpumpwerk Riedmatt Nutzungskonflikte in der engeren Schutzzone. Der Regierungsrat Nidwalden hat den Gemeinderat deshalb beauftragt, die Versorgungssicherheit langfristig sicherzustellen.
Nebst einem möglichen Wasserbezug von den Nachbargemeinden Stans oder Beckenried gilt als vielversprechendste Option eine neue Grundwasserfassung auf der Allmend mit eigenem Wasser aus Ennetbürgen. Mit Messverfahren wurden bereits acht Standorte für weitere Abklärungen definiert. Der detaillierte Machbarkeits- und Zeitplan läuft bis 2028, bevor der endgültige Standortentscheid sowie die Planung und Realisierung folgen. Für die anstehenden Bohrungen ist für das Jahr 2027 in der Investitionsrechnung der Spezialfinanzierung Wasserversorgung ein Betrag von 250'000 Franken budgetiert. Vorbehalten bleibt die Zustimmung der Herbst-Gemeindeversammlung.
Gemeinderat nimmt Risiko ernst und handelt
In der anschliessenden Fragerunde zeigten sich einige Bürger skeptisch. Vor allem die einwandfreie Qualität des Grundwassers stellt die rechtliche Wirkung einer Schutzzone infrage. So ist es zum Teil schwer nachvollziehbar, warum eine funktionierende Wasserfassung aufgrund einer theoretischen Zone nicht mehr betrieben werden soll.
Für den Gemeinderat ist klar, dass eine Schutzzone ein mögliches und ernstzunehmendes Risiko verdeutlicht. Insbesondere beim Wasser, welches für die Bevölkerung wohl das wichtigste Gut ist, sind die Auswirkungen gravierend. Eine Verschmutzung des Leitungssystems könnte langjährige Auswirkungen auf die Versorgung des Dorfes haben. Auch der vergangene trockene Sommer hat bewiesen, dass eine Nachbarhilfe im Notfall an ihre Grenzen stossen würde und ein eigener Wasserbezugsort als sicherere Lösung gilt. (zvg)

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