Florian Pfister
Florian Pfister
Florian Pfister
Direkt am Wasser gelegen und am Hang des Bürgenberges bietet sich eine wunderbare Aussicht über den Vierwaldstättersee und die Berge. Ennetbürgen scheint daher eine beliebte Adresse für Neuzuzüger zu sein. Ebendiese begrüsste die Gemeinde am Samstag mit einem Brunch. Rund 100 Personen hatten sich im Gemeindesaal eingefunden, nachdem der Anlass im vergangenen Jahr aus bekannten Gründen nicht durchgeführt werden konnte. Gemeindevizepräsident Toni Odermatt begrüsste die Neuzuzüger mit den Worten: «Wir dürfen da wohnen, wo andere Ferien machen.»
Ennetbürgen durfte die 5000. Einwohnerin feiern. Gemeindepräsident Viktor Eiholzer überreichte ihr einen Geschenkkorb. Alessandra Costa ist im September mit ihrem Freund nach Ennetbürgen gezogen. Zuvor hatte sie fünf Jahre in Oberdorf gewohnt. Weshalb haben sich die beiden für ihren neuen Wohnort entschieden? «Weil Ennetbürgen eine schöne Gemeinde ist», sagte Alessandra Costa und schmunzelte. «Sie liegt am See, ist gut erschlossen und hat gute Busverbindungen. Ennetbürgen hat alles, was man in einem Dorf braucht.» Die 29-Jährige war ganz überrascht darüber, dass ausgerechnet sie die 5000. Einwohnerin gewesen ist, hat sich aber darüber gefreut.
In Ennetbürgen wird derzeit viel gebaut
Noch vor 20 Jahren zählte die Bevölkerung rund 1000 Personen weniger. Natürlich, die Einwohnerzahl wächst in der ganzen Schweiz stetig. Doch die Gemeinde sieht nicht nur darin den Grund des Zuwachses, wie Viktor Eiholzer sagte: «Ennetbürgen bietet Investoren aber auch Neuzuzügern eine attraktive Wohnlage direkt am See mit bester Infrastruktur. Dadurch und durch das Angebot an erschlossenem Bauland war und ist die Bautätigkeit entsprechend hoch». Zudem hätten die Ennetbürger einer der tiefsten Steuerfüsse im Kanton Nidwalden.
Die Gemeinde investiert tatsächlich viel in ihre Infrastruktur. «In Ennetbürgen wird derzeit die Nutzungsplanung überarbeitet», führte Viktor Eiholzer aus. In Teilen der Wohnzone erfolge eine weitere Verdichtung. «Auch dies ist raumplanerisch sinnvoll. Im Gegenzug wird aber auch in die Freiräume investiert.»
Lange war Ennetbürgen gemessen an den Einwohnern eine kleine Gemeinde. Das lag unter anderem daran, dass die Fläche zwischen Stans und dem See erst ab den 1920er Jahren trockengelegt wurde. Auch mit dem Bau des Militärflugplatzes 1939 erfuhr Ennetbürgen einen deutlichen Aufstieg. Mit dem Zuwachs an Einwohnern hat sich in den vergangenen Jahren auch die Anzahl der Schulkinder erhöht. Diesen Trend erwartet die Gemeinde auch in Zukunft. Deshalb solle die Infrastruktur um- und neugebaut werden, wie Gemeinderätin Katja Durrer am Anlass mitteilte. Kirchenratspräsident Theo Küchler erzählte, wie die Kirche aktiv das Dorfleben mitgestaltet. Unter anderem sagte er, dass sie die Brauchtümer pflegen will und die Jugendarbeit wie beispielsweise die Jubla unterstützt.
Aus Deutschland und den USA nach Nidwalden
An den Tischen am Brunch war zu hören, dass manche Neuzuzüger aus dem Ausland stammen. Ein Paar ist beispielsweise aus Deutschland nach Nidwalden gezogen, ein anderes kehrte nach diversen Stationen in den Vereinigten Staaten zurück. Zieht Ennetbürgen mit seiner Lage somit auch viele Ausländer an? Statistiken zu den Herkunftsländern der Neuzuzüger werden seitens der Gemeinde nicht geführt. Viktor Eiholzer meinte dazu: «Die Flugzeugwerke Pilatus, die Bürgenstock Hotels, das Hotel Honegg und weitere Unternehmen rekrutieren spezialisierte Angestellte zum Teil im Ausland. Deshalb liegt die Vermutung nahe, dass einige dieser ausländischen Arbeitnehmer in Ennetbürgen ihren Wohnsitz haben.»



Kommentare
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien, die Kommentare werden von uns moderiert.
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben.