Vor dreissig Jahren packte Alessandro Valoriani in Italien seine Sachen, um im Mai 1996 die Stelle als Organist in der Engelberger Klosterkirche anzutreten. In den vergangenen drei Jahrzehnten hat wohl kein anderer Organist die Klangwelt der auf der Westempore stehenden Orgel so intensiv erlebt wie er.
Als Krönung seiner Laufbahn bezeichnet Alessandro Valoriani die Ernennung zum offiziellen Engelberger Stiftsorganisten durch Abt Christian Meyer im Jahr 2015. «Dass ich auf den beiden Orgeln in der Klosterkirche meinen Beruf ausüben darf, erachte ich als grosses Privileg. Doch dies an die grosse Glocke hängen, mag ich nicht.» Auch in Sachen Konzerttätigkeit übt sich der heute 61-Jährige in Bescheidenheit: «Wir Musiker zeigen zwar gerne, wofür wir gearbeitet haben, doch mir genügt die liturgische Bühne von Engelberg.»
Ihn zu überzeugen, ein Konzert zu geben, erfordert viel Überredungskunst. Gelungen ist dies für das Abschlusskonzert der diesjährigen Reihe «Engelberger Orgelsommer» vom 29. Juli. Alessandro Valoriani wird als Hausherr gemeinsam mit dem in Stans lebenden Organisten Jan Sprta in die Tasten greifen und so die grösste Orgel der Schweiz und die Chororgel in musikalische Zwiesprache bringen. Und noch etwas verbindet die beiden Organisten: Vor einem Jahr hat Jan Sprta die musikalische Leitung des «Engelberger Orgelsommers» vom Stiftsorganisten übernommen und ist auch dieses Jahr für die Dramaturgie verantwortlich.
Hochkarätige Organisten treten auf
Den Auftakt zum «Engelberger Orgelsommer» bestreitet am Mittwoch, 8. Juli, Johannes Zeinler aus Wien. Neben seiner reichen Konzerttätigkeit arbeitet der 33-Jährige als Stiftsorganist in Klosterneuburg und unterrichtet an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Johannes Zeinler wird sowohl auf der grössten Orgel der Schweiz als auch an der Chororgel spielen.
Andreas Jost aus Zürich wird am Mittwoch, 15. Juli, ebenfalls auf beiden Engelberger Orgeln spielen. Er ist Organist am Zürcher Grossmünster und als Hauptdozent für künstlerisches Orgelspiel an der Zürcher Hochschule der Künste tätig. Andreas Jost hat – wie der am Mittwoch, 22. Juli, in Engelberg gastierende Tomasz Zebura – erfolgreich an internationalen Wettbewerben teilgenommen. Der ursprünglich aus Warschau stammende Tomasz Zebura ist seit 2019 Hauptorganist der St.-Josef-Kirche in Zürich.
Dass sich sowohl Andreas Jost als auch Tomasz Zebura für die Interpretation von Werken von Felix Mendelssohn Bartholdy entschieden haben, überrascht nicht weiter, hat dieser doch anlässlich seiner Schweizreise im Jahre 1831 auf der Chororgel des Benediktinerklosters Engelberg gespielt.
Alle Konzerte im Rahmen des «Engelberger Orgelsommers» beginnen jeweils um 18.30 Uhr, Türöffnung ist um 17.30 Uhr. Es wird empfohlen, sich frühzeitig einen Platz in der Klosterkirche zu sichern. Der Eintritt ist frei, es wird eine Türkollekte erhoben. (zvg)
Mehr Infos zum «Engelberger Orgelsommer» finden sie auf der Webseite des Klosters Engelberg.



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