Der Verkehr ins Engelbergertal hat im vergangenen Winter erneut zugenommen. Zwar reisten deutlich mehr Gäste mit Bahn und Bus nach Engelberg, dennoch bleibt das Auto klar das dominierende Verkehrsmittel. Das zeigen neue Zahlen der Kantone Ob- und Nidwalden sowie der Gemeinde Engelberg.
Zwischen September 2025 und März 2026 wurden an der Messstelle zwischen Wolfenschiessen und Grafenort durchschnittlich 197 Fahrzeuge pro Tag mehr registriert als im Vorjahr. Das entspricht einem Plus von drei Prozent. Insgesamt wurden 5867 Fahrzeuge pro Tag gezählt. Besonders belastend: An zwölf Tagen wurden die definierten Schwellenwerte für den Strassenverkehr überschritten – viermal häufiger als noch im Winter zuvor.
Die Behörden messen dabei sowohl die Anzahl Fahrzeuge als auch die Reisezeiten. Überschreitungen gelten als Hinweis auf erhebliche Verkehrsprobleme und Stausituationen im Engelbergertal. Gerade an Spitzentagen bleibt die Verkehrsentlastung damit eine ungelöste Herausforderung, heisst es in einer Medienmitteilung.
ÖV legt deutlich zu
Gleichzeitig nahm aber auch die Nutzung des öffentlichen Verkehrs deutlich zu. Die Zahl der Ein- und Aussteiger bei der Zentralbahn und den Ortsbussen stieg gegenüber dem Vorjahr um 18 Prozent beziehungsweise um durchschnittlich 393 Fahrgäste pro Tag. Insgesamt nutzten täglich durchschnittlich 2614 Personen die Bahnverbindung zwischen Wolfenschiessen und Grafenort. Damit erhöhte sich der Anteil des öffentlichen Verkehrs am Gesamtverkehr um 2 auf 23 Prozent. Dennoch reisen weiterhin 77 Prozent aller Personen mit dem Auto ins Engelbergertal.
Insgesamt blieben die Gästezahlen stabil. Das Skigebiet Titlis verzeichnete rund ein Prozent mehr Gäste und kam auf knapp 695'000 Ersteintritte. Auch die Brunni-Bahnen legten leicht zu. Insgesamt wurden in den verschiedenen Bergbahngebieten im Engelbergertal rund 1,05 Millionen Ersteintritte registriert. Das liegt leicht unter dem Rekordwert des Vorjahres, bewegt sich aber weiterhin auf hohem Niveau. Bei den Logiernächten zeigte sich ebenfalls kaum Veränderung: Zwischen September und Februar wurden in Engelberg gut 153'000 Übernachtungen gezählt.
Auffällig ist allerdings, dass sowohl der Auto- als auch der Bahnverkehr zunahmen, obwohl die Gästezahlen praktisch stagnierten. Im Monitoring werden dafür verschiedene mögliche Gründe genannt. Denkbar seien zusätzliche Tagesausflüge, mehr Fahrten von Zweitwohnungsbesitzern oder eine Zunahme des Pendlerverkehrs. Auch eine Verlagerung touristischer Aktivitäten weiter ins Tal hinein könnte eine Rolle spielen.
Behörden setzen auf ÖV-Kombitickets
Um die Verkehrsprobleme zu entschärfen, setzen die beiden Kantone und Engelberg weiterhin auf Kombiangebote für Bahn, Bus und Bergbahnen. Diese sogenannten ÖV-Kombitickets wurden im vergangenen Winter wieder stärker genutzt. Der Absatz stieg laut Mitteilung um 20 Prozent. Gleichzeitig gingen die Verkäufe der Spartickets der Zentralbahn mit Start oder Ziel Engelberg um 20 Prozent zurück.
Weitere Massnahmen sind bereits geplant. So soll das Parkgebührenreglement der Gemeinde Engelberg überarbeitet werden. Vorgesehen ist ein Fonds, mit dem künftig Mobilitätsmassnahmen zur Verkehrsentlastung mitfinanziert werden könnten. Ende 2026 verkehren zudem die Züge zwischen Luzern und Engelberg im Halbstundentakt. Neues Rollmaterial der Zentralbahn soll zudem die Kapazitäten erhöhen. Dank des neuen Angebots kann künftig auf die Ski-Express-Entlastungszüge verzichtet werden.



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