Uri

Endlich! Die Fasnacht ist zurück in Uri

Mit dem Eintrommeln in Altdorf und Schattdorf wurde die fünfte Jahreszeit endgültig eingeläutet. Die Erleichterung war spür- und hörbar.
Einer der zahlreichen Maschgäraadä beim Eintrommeln in Altdorf.  (Bild: Urs Hanhart (23. Februar 2022))

Carmen Epp

Wie ein Befreiungsschlag: So hörte und fühlte es sich an, als am Mittwochabend der erste Takt des Katzenmusikmarsches durch die Altdorfer und die Schattdorfer Gassen hallte. Viel zu lange mussten die Fasnächtlerinnen und Fasnächtler auf diesen Tag warten.

Da könnte der Text des Katzenmusikmarsches heuer passender kaum sein:

«Chemet cho loosä, s tüät wieder toosä, äntlich isch yysri Chatzämüüsig da! (...) D Fräüwä und d Mannä hend lang miässä plangä, jetz het si äs Fiäber packt.»

Dass lange unklar war, ob und in welchem Rahmen die Fasnacht heuer stattfinden kann, sah man den versammelten Maschgäraadä in keiner Weise an. Aufwendige Kostüme und auffällig geschminkte Köpfe drückten beim Eintrommeln der diesjährigen Urner Fasnacht einen bunten Stempel auf.

Clowns in allen Farben erobern Schattdorf

In Schattdorf haben sich rund 100 Maschgäraadä zum Eintrommeln beim Feuerwehrlokal eingefunden. Sie alle zogen daraufhin – getreu dem Motto der Katzenmusikgesellschaft – als Clowns durchs Dorf. Darunter waren neben lachenden Vertretern auch vereinzelt traurige Harlekine auszumachen. Allen gemeinsam war die Farbenpracht, die sie im Gesicht, den Kleidern und als Perücken zur Schau trugen. Vier Paukenspieler am Ende des Fasnachtszugs zogen gar einen auf einem Wagen drapierten Clown mit sich – als moderner Getränkespender, versteht sich.

So viele Teilnehmer in Altdorf wie noch nie

Wie viel Nachholbedarf die Fasnächtlerinnen und Fasnächtler hatten, wurde in Altdorf augenfällig. Es schien, dass deutlich mehr Maschgäraadä als sonst am Eintrommeln teilnahmen. Die meisten von ihnen liessen sich bei ihrer Kostümwahl von ihrer Fantasie leiten. So trompeteten, paukten und trommelten Teufel, Frösche, Clowns, leuchtende Pilze, Barbiepuppen, Urwaldbewohner und Uristiere durch die Gassen.

Einige Fasnächtlerinnen und Fasnächtler liessen sich aber auch von aktuellen Themen inspirieren. So marschierte etwa eine Gruppe in Schutzanzügen und übergrossen Spritzen auf den Kopf mit der Aufschrift «Virus Carnevalis – Impfen nutzlos» im Tross mit. Während eine andere Gruppe die «Böög»-Verbrennung in der Schöllenen auf die Schippe nahm.

Nach diesem Befreiungsschlag steht der fünften Jahreszeit im Kanton Uri nichts mehr im Weg.

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