In Emmen wird in den kommenden Tagen ein ungewöhnliches Fahrzeug unterwegs sein. Bestückt mit Kameras und Sensoren wird das Fahrzeug den Strassenraum der Gemeinde digitalisieren.
So soll ein digitales 3D-Modell entstehen, das das Strassennetz der gesamten Gemeinde genau abbildet – ähnlich wie der Kartendienst Google Street View, nur genauer und ohne Lücken. «Ziel ist eine möglichst vollständige Erfassung aller mit einem Fahrzeug befahrbaren Strassen und Wegen im Gemeindegebiet», schreibt der Emmer Mediensprecher Philipp Bucher auf Anfrage. «Dazu gehören auch Privatstrassen und Privatwege, sofern diese zugänglich und befahrbar sind.» Lediglich Wege, die mit dem Fahrzeug nicht befahrbar sind, werden nicht erfasst.
Dank der genauen Messdaten können Gemeindemitarbeitende sich etwa bei anstehenden Bauarbeiten schon vom Büro aus ein genaues Bild der Situation vor Ort machen und Vorbereitungen treffen, ehe sie vor Ort gehen. Gleichzeitig kann die Gemeinde Begehungen vor Ort dank des Modells reduzieren. Dies spare Zeit, senke Kosten und auch Verkehrsbehinderungen würden minimiert – ein gemäss Gemeinde «grosser Effizienzgewinn».
Da sich der Strassenraum durch bauliche Anpassungen mit der Zeit immer weiter verändert, sollen die Aufnahmen in Zukunft wiederholt werden. «Ziel ist es, diese Daten in einem Turnus von rund fünf Jahren zu aktualisieren, damit Veränderungen durch Bauprojekte, Anpassungen im Verkehrsraum oder infrastrukturelle Entwicklungen nachvollzogen werden können», sagt Bucher.
Daten anonymisiert und kontrolliert
Und was ist mit Personen und Nummernschildern, die vom Messfahrzeug aufgenommen werden? «Personen und Fahrzeugkennzeichen werden im Rahmen eines automatisierten Prozesses vollständig verpixelt und damit unkenntlich gemacht», schreibt Bucher. «Zusätzlich erfolgt eine manuelle Kontrolle der Anonymisierung, bevor die Daten genutzt werden. Die Rohdaten werden nach Abschluss dieses Prozesses gelöscht.» Der Datenschutz sei gewährleistet.
Für die Emmerinnen und Emmer werden die Daten nicht öffentlich zugänglich sein. Diese werden verwaltungsintern nach klaren Regeln genutzt: Zugriff auf die Aufnahmen «haben grundsätzlich registrierte und autorisierte Lizenznehmende gemäss den geltenden Lizenzbestimmungen und Datenschutzvorgaben des Anbieters», so Bucher. Ein Zugriff sei lediglich auf die anonymisierten Daten möglich.
Unterwegs auf den Emmer Strassen ist das Messfahrzeug während ein bis zwei Wochen. Die Kosten für Befahrung, Aufnahmen und die Erstellung des 3D-Modells betragen gemäss Bucher 26'000 Franken. Nicht eingerechnet seien «allfällige wiederkehrende Lizenzkosten für die Nutzung der Plattform». (gwa)


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