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Ersatzwahl

Überraschung in Emmen: Christian Blunschi ist als Gemeinderat gewählt

Damit hat niemand gerechnet: Bereits im ersten Wahlgang schafft Mitte-Kandidat Christian Blunschi den Sprung in die Exekutive.

Als Gemeindeschreiber Patrick Vogel am Sonntag kurz nach 14 Uhr das Resultat im Wahlstudio in der 9. Etage der Emmer Gemeindeverwaltung bekanntgibt, blickt man in ebenso viele jubelnde, wie auch verdutzte Gesichter. Denn der Nachfolger des zurücktretenden Gemeinderats Patrick Schnellmann steht tatsächlich schon fest. Es ist Christian Blunschi. Er erzielt 2653 Stimmen und übertrifft damit das absolute Mehr von 2487 Stimmen klar. Das Nachsehen haben Claudia Stucki (SP, 1267 Stimmen) und Domino Anselmi (SVP, 1043 Stimmen). Die Stimmbeteiligung beträgt 31 Prozent.

Applaus für den frisch gewählten Mitte-Gemeinderat Christian Blunschi.
Bild: Patrick Hürlimann (Emmen, 30. 11. 2025)

«Ich bin extrem überrascht, sehr happy und fühle mich auch geehrt, dass die Bevölkerung mir das Vertrauen bereits im ersten Wahlgang schenkt», sagt Blunschi. Der 47-jährige Rechtsanwalt und langjährige Einwohnerrat hatte wie fast alle mit einem zweiten Wahlgang gerechnet. Auch wenn er aufgrund seiner langjährigen Politikerfahrung und Tätigkeit in einer öffentlichen Verwaltung – er leitet aktuell den Rechtsdienst des Kantons Nidwalden – als Favorit galt. Denn das absolute Mehr ist eine hohe Hürde. Dass es nun sogar 166 Stimmen darüber geworden sind, erstaunt ihn selbst. «Das hätte ich so nicht erwartet», sagt Blunschi.

Hat zurecht gute Laune: Christian Blunschi.
Bild: Patrick Hürlimann (Emmen, 30. 11. 2025)

Entsprechend hatte er für den weiteren Sonntag keine Pläne – das ändert sich jedoch nun schlagartig. «Ein Glas Wein zum Anstossen wird's sicher geben», sagt Blunschi und schmunzelt. Zu den ersten Gratulierenden gehören seine Lebenspartnerin, die viel mitgeholfen habe, und sein Vater. «Der freut sich fast mehr als ich und das will etwas heissen», sagt Blunschi. Seinen Wahlerfolg erklärt er sich wie folgt: «Viele, die im Vorfeld mit mir zu tun hatten, sahen, wie seriös und vorausdenkend ich arbeite.» Dazu komme der tolle und breite Support von zahlreichen Leuten – darunter Freunde und Kollegen, die Werbung für ihn gemacht hätten –, ferner die Unterstützung der FDP. «Es entstand eine richtige Bewegung für mich. Ohne mein Team und all diese Hilfe hätte ich es nicht geschafft.»

Stucki: «Natürlich bin ich enttäuscht»

Erwartungsgemäss etwas gedämpft ist die Stimmung bei den beiden Unterlegenen. «Natürlich bin ich enttäuscht vom Resultat, auch wenn die Ausgangslage schwierig war, weil ein langjähriger Mitte-Einwohnerrat kandidiert hat», sagt Claudia Stucki, die einen zweiten Gemeinderatssitz für das rot-grüne Lager ergattern wollte. «Gleichzeitig freue ich mich aber über den zweiten Platz.» Die 41-Jährige ist erst seit zwei Jahren im Einwohnerrat, inzwischen SP-Fraktionschefin, und versichert, dass man von ihr politisch noch viel hören wird. «Ich bin ja noch jung», sagt sie.

SP-Kandidatin Claudia Stucki kurz nach Bekanntgabe des Resultats im Wahlstudio.
Bild: Patrick Hürlimann (Emmen, 30. 11. 2025)

Sportlich nimmt die Niederlage SVP-Einwohnerrat Domino Anselmi, dem es nicht gelungen ist, seine Partei zurück in den Gemeinderat zu bringen. «Manchmal gewinnt man, manchmal sind andere besser», sagt er und lächelt. Der 47-Jährige kündigt bereits an, sich bei den Gesamterneuerungswahlen 2028 erneut als Kandidat zur Verfügung zu stellen. Denn laut Wähleranteil stehe der SVP ein Sitz zu.

SVP-Kandidat Domino Anselmi im Wahlstudio.
Bild: Patrick Hürlimann (Emmen, 30. 11. 2025)

Blunschi wird wohl erst im Frühling starten

Derweil gibt's für Blunschi einiges zu organisieren in den nächsten Tagen: Vor allem seinen Job in Nidwalden kündigen. «Meine Kündigungsfrist beträgt sechs Monate – wir werden zusammensitzen müssen, um eine Lösung zu finden, die für beide Seiten stimmt», sagt er. Eigentlich würde der Gemeinderatssitz per Anfang Februar 2026 frei. Doch das ist für Blunschi unrealistisch – er rechnet mit April.

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