Das Kantonale Elektrizitätswerk Nidwalden (EWN) blickt trotz ausserordentlicher Pandemielage und Hochwassersituation im vergangenen Sommer auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2021 zurück. Wie aus einer Mitteilung des Elektrizitätswerks zu entnehmen ist, ermöglicht der Gewinn in Höhe von 14 Millionen Franken eine stabile Gewinnausschüttung an den Kanton Nidwalden in der Höhe von 3,2 Millionen Franken.
2021 konnte laut Mitteilung eine Gesamtleistung von 57,2 Millionen Franken erzielt werden. Dies entspricht einer Steigerung von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Nettoerlöse aus dem Energiegeschäft, der Netznutzung und der gesetzlichen Abgaben erhöhten sich um 14 Prozent auf 49 Millionen Franken. Diese Zunahme sei hauptsächlich auf höhere Marktpreise für Überschussenergie zurückzuführen. Der übrige Betriebsertrag reduzierte sich um sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 7,1 Millionen Franken. Die Strombeschaffung am Grosshandelsmarkt stieg aufwandseitig um 55 Prozent erheblich auf insgesamt 18,8 Millionen Franken.
Beeinflusst wurde dieser Kostensprung durch den länger als geplant dauernden Produktionsausfall des Kernkraftwerks Leibstadt und die damit verbundene rekordhohe Strombeschaffung am Markt. Das Betriebsergebnis vor Abgaben liegt mit 17,1 Millionen Franken rund 17 Prozent über dem Vorjahr. Mit dem erfolgreichen Finanzergebnis konnte trotz der sehr hohen Beschaffungskosten eine Gewinnsteigerung von 2,3 Millionen Franken auf 14 Millionen verzeichnet werden.
Fast die Hälfte stammt aus lokaler Stromproduktion
Gesamthaft lieferte das EWN laut Mitteilung Strom im Umfang von 321,8 Millionen kWh an seine Kundinnen und Handelspartner, wovon 261 Millionen kWh an die Kunden im eigenen Netzgebiet abgesetzt wurden. Dies entspricht einer Steigerung von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das EWN hat gesamthaft 146,3 Mio. kWh Strom in seinen Wasserwerken und Beteiligungen (inklusive einspeisegefördeten Stroms des KW Buoholzbach) produziert. Damit lag die Wasserkraftproduktion im langjährigen Mittel. Die Fotovoltaikanlage Länderpark erreichte mit einer Produktion von 0,6 Millionen kWh die jährliche Durchschnittserzeugung.
Die Wasserkraftproduktion des EWN sowie seiner Beteiligungen ist laut Mitteilung CO2-frei. Mit der insgesamt produzierten Wasserkraft von 145,2 Millionen kWh können 63’700 Tonnen CO2 eingespart werden.
Die Transformation in ein neues Energiezeitalter mit einer erneuerbaren, dezentralen und digital gesteuerten Energieversorgung sowie die sich verändernden Kundenbedürfnisse verlangen nach neuen Geschäftsmodellen. Infolgedessen hat das EWN im vergangenen Jahr das Energiedienstleistungsportfolio optimiert und weiterentwickelt. Es wurden etwa mehrere Fotovoltaikprojekte im Contracting-Modell umgesetzt und ein neues Bürgerbeteiligungsmodell lanciert, welches der Nidwaldner Bevölkerung ermöglicht, mittels einer Beteiligung den eigenen Solarstrom zu produzieren. Im Bereich der Elektromobilität konnten zahlreiche Einstellhallen in Zusammenarbeit mit den lokalen Elektroinstallationsfirmen und Immobilienverwaltungen mit den umfassenden EWN-Elektroladekonzepten ausgerüstet werden.
Einstieg ins Wärmegeschäft geschafft
Mit dem Kauf Ende 2021 und der Übernahme Anfang 2022 des Wärmeverbunds Grossmatt/Zwyden in Hergiswil ist dem EWN der Einstieg ins Wärmegeschäft geglückt. Dadurch baut das EWN ein wachsendes Standbein im Wärmegeschäft auf. Diesem Plan folgend hat sich das EWN an der Entwicklung weiterer Wärmeverbünde beteiligt oder diese eigenständig vorgenommen. Die Projekte sind nun auf Stufe Vorprojekt und sollen im aktuellen Jahr weiter vorangetrieben werden. «Wir verstehen uns immer mehr als Gesamtenergiedienstleister, der Privat- und Firmenkunden nicht nur mit Strom, sondern auch mit Wärme, Kälte und Energielösungen versorgt», wird EWN-Direktor Remo Infanger zitiert.
Im Berichtsjahr wurde die neue Strategie fertiggestellt und vom Verwaltungsrat genehmigt. Die Strategie zeigt auf, wie das EWN künftig die Energieversorgung sicherstellen soll und wie die Kunden mit für sie relevanten und marktgerechten Angeboten bedient werden sollen. Zudem beschreibt sie, wie das angestammte Geschäft modernisiert wird. Geschäftswachstum soll mit neuen Dienstleistungen wie Wärme und Kälte sowie weiteren Dienstleistungen im Energie- und im Kommunikationsgeschäft generiert werden.
Ein wichtiges Element der neuen Strategie sei, wie die Arbeitsplatzattraktivität noch weiter gesteigert, Mitarbeitende gefördert und das Lehrstellenangebot ausgebaut werden können. 2021 konnte bereits ein beachtlicher Personalzuwachs verzeichnet werden und damit verbunden auch diverse neue geschaffene Schlüsselpositionen in IT, HR, Kommunikation, Smart Energy und Kundendienst mit qualifizierten Fachkräften besetzt werden.

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