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Tagesstrukturen

Einwohnerrat Horw genehmigt 4,25 Millionen Franken für das Catering für den Mittagstisch

Der Einwohnerrat hat dem Sonderkredit für die externe Essenszulieferung für den Mittagstisch zugestimmt. Der Gemeinderat muss allerdings prüfen, ob die Elternbeiträge noch zeitgemäss sind.
Das Essen für die Horwer Schulen kommt künftig aus Spreitenbach.
Bild: Symbolbild: Gaetan Bally / Keystone

Der Einwohnerrat Horw stimmte am Donnerstag dem Sonderkredit über 4,25 Millionen Franken für das externe Catering des Mittagstisches für die nächsten zehn Jahre einstimmig zu. Bereits ab Schulstart nach den Sommerferien 2025 werden nun also die Kinder im Hort neu mit Mahlzeiten der Zürcher Menu and More AG verpflegt. Das Essen wird gemäss Gemeindepräsident Gaudenz Zemp (FDP) zukünftig von Spreitenbach aus geliefert, denn die Firma zieht um. Emmen und Kriens nutzen das Catering der AG bereits seit einigen Jahren. Verschiedene Aspekte der neuen Regelung gaben im Einwohnerrat aber zu reden.

Weitgehend unbestritten war, dass es eine neue Lösung braucht. Denn heute kocht das Personal der Tagesstrukturen an verschiedenen Standorten unabhängig voneinander selbst. In den letzten zehn Jahren habe die Zahl der Mahlzeiten für den Mittagstisch von 193 auf 1180 pro Woche zugenommen, sagte Gaudenz Zemp im Vorfeld gegenüber unserer Zeitung. Diese Entwicklung erfordere eine weitere Professionalisierung, erläuterte Zemp auch im Einwohnerrat – unter anderem im Hinblick auf Lebensmittelvorschriften, Hygiene, diverse Essensgewohnheiten und Qualität.

Die Gemeinde kann durch das neue Modell bei künftigen Tagesstruktur-Ausbauprojekten auf eine Erweiterung der Küchen verzichten. Im Vergleich zur heutigen Praxis entstehen mit der Catering-Variante aber jährliche Mehrkosten von rund 85’000 Franken.

Elternbeiträge werden überprüft

Kontrovers diskutiert wurden daher die Elternbeiträge. Dieser Tarif wurde letztmals im Jahr 2011 angepasst. Die Mitte/GLP-Fraktion reichte deswegen den Antrag auf Bemerkung ein, wonach der Gemeinderat «im Hinblick auf die Veränderungen, die seither stattgefunden haben», die Beiträge überprüfen soll. Ähnlich sahen dies die SVP- sowie die FDP-Fraktion.

Gegen diesen Vorschlag war die L20-Fraktion. «Es ist ganz entscheidend, dass die Preise für den Mittagstisch tief bleiben», sagte Einwohnerrat Philipp Peter. Ein solches Angebot mit Betreuung und gesundem Essen müsse von der Gemeinde subventioniert werden, damit Eltern Familie und Beruf in Einklang bringen könnten. Der Antrag wurde aber schliesslich mit 17 Ja- zu 10 Nein-Stimmen angenommen. Die FDP pochte zudem darauf, der Gemeinderat müsse die nun frei werdenden Ressourcen überprüfen.

Externes Catering für L20 nur «vorübergehende Lösung»

Die Gemeinde prüfte nebst dem Catering weitere Varianten: eine weiterhin dezentrale Essenszubereitung sowie ein zentrale Zubereitung in der Horwerhalle in Eigenregie oder durch externe Partner. In seinem Bericht und Antrag (B+A) zum Sonderkredit favorisierte der Gemeinderat klar die Catering-Variante und das Unternehmen Menu and More AG. Die Gewichtung und Begründungen dafür sowie den Evaluationsprozess kritisierte das Parlament teilweise.

Die Geschäftsprüfungskommission bedauerte beispielsweise, dass keine vertiefte Abklärung mit der Hochschule Luzern stattgefunden habe. Die Bildungs- und Sozialkommission kritisierte, dass sie nicht früher in die Entscheidungsfindung mit einbezogen wurde und dass keine Horwer Lösung gefunden wurde, um die Wertschöpfung in der Gemeinde zu behalten.

Klare Worte fand Eliane Nater (L20). «Die Fraktion ist gegenüber dem B+A grundsätzlich kritisch eingestellt», sagte sie. Dieser sei «tendenziös verfasst». Es werde beispielsweise zu wenig berücksichtigt, dass die Kinder nicht mehr erleben würden, wie Essen gekocht werde. So könnten sie die handwerklichen Abläufe nicht mehr kennen lernen. Das Catering sei aus ihrer Sicht «lediglich eine Übergangslösung». Eine professionelle Zubereitung vor Ort müsse weiterhin in Betracht gezogen werden – zwecks lokaler Verankerung und der Stützung des lokalen Gewerbes. Der Vertrag mit der Menu and More AG könnte frühestens auf Sommer 2028 gekündigt werden.

Den Antrag der L20, der Gemeinderat solle bis Ende 2027 dem Einwohnerrat einen Bericht mit Einbezug aller Beteiligten – mindestens Eltern, Kinder und Mitarbeitende – über die Catering-Variante vorlegen, lehnte der Einwohnerrat aber ab.

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