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Luzern

Einheimisches Büro plant Ausbau des Alterswohnheims Hermolingen

Das Projekt der Cerutti Partner Architekten hat die Jury überzeugt. Bevor der Baustart erfolgen kann, ist noch eine Abstimmung über eine Zonenplanänderung nötig.
Das Altersheim Hermolingen in Rothenburg plant einen Umbau. Heimleiterin Livia Giovanoli im Gemüsegarten. (Dominik Wunderli (Rothenburg, 24. November 2021))

Sandra Monika Ziegler

Sandra Monika Ziegler

Der Sanierungsbedarf von Haus & Hof Hermolingen in Rothenburg ist unbestritten. Deshalb hat die Trägerstiftung einen Studienauftrag an vier Architekturbüros vergeben, wie wir Ende November vermelden konnten. Eine unabhängige Jury hat nun einstimmig aus den anonym eingereichten Studien diejenige der Cerutti Partner Architekten AG Rothenburg ausgewählt, wie am Montag bekannt wurde.

Vorgesehen ist ein Erweiterungsbau, da das bestehende Wohnheim zu eng geworden ist. Dafür ist eine Umzonung nötig. Der Gemeinderat Rothenburg hat seine grundsätzliche Unterstützung bereits kundgetan und will deshalb mit einer Teilrevision des Zonenplans den Parzellenteil für die Erweiterung in die Bauzone überführen.

Heim bleibt während Arbeiten bewohnbar

Doch zurück zum Siegerprojekt «Hostett» der Cerutti Partner AG. Im Jurybericht steht dazu: «Der stimmige, architektonische Ausdruck sei zur vorgeschlagenen Materialisierung in Holzbauweise und zum Ort kohärent. Dazu komme die überzeugende Grundrissorganisation mit einer guten innerbetrieblichen Funktionalität.» Ein weiterer Pluspunkt sei, dass die Realisierung ohne Provisorien auskommt und so die vollständige Bewohnbarkeit der Anlage möglich ist.

Was sind die nächsten Schritte? Dazu sagt Jürg Meyer, Präsident der Stiftung Haus & Hof Hermolingen: «Zuerst wird nun von den Architekten das Richtprojekt mit den Optimierungsvorschlägen der Jury erstellt. Das wird etwa im Frühling 2022 der Fall sein. Danach wird die Gemeinde – voraussichtlich im Sommer 2022 – das Projekt samt dem Entwurf der Zonenplanrevision dem Kanton vorlegen. Bekommt alles grünes Licht, dann kommt es zur öffentlichen Auflage und zur Abstimmung im Frühjahr 2023.» Der Baustart ist 2025 vorgesehen.

Zum Projekt selber sagt Meyer:

«Mich freut besonders, dass sich die unabhängigen Jurymitglieder nach intensiven Gesprächen einstimmig für ein Projekt entschieden haben. Der Charakter von Haus & Hof Hermolingen bleibt beim Siegerprojekt bestehen, das war uns allen wichtig.»

Das alte Haus bleibe mit «Hostett» im Vordergrund und der geplante Anbau rücke in den Hintergrund. Bereits im Bau ist ein neuer Laufstall.

Das Vorhaben sei nicht im Sinn einer Konkurrenzierung des Rothenburger Seniorenzentrums Fläckematt gedacht, sondern als Ergänzung. Hermolingen ist ein spezielles Heim: Es wurde gegründet, um pensionierten Knechten ein Zuhause zu geben. Heute wohnen dort Männer, die in der Landwirtschaft oder in handwerklichen Berufen gearbeitet haben. Alle 36 Zimmer sind zurzeit besetzt. Deren Zahl soll gleich bleiben, dafür sollen sie grösser werden und eine eigene Toilette erhalten.

Heimtaxe soll tief bleiben

Die Investition für den Anbau und Sanierungen wird mit 9 Millionen Franken budgetiert. Das sei aber eine grobe Schätzung zum jetzigen Zeitpunkt, betont Meyer. Ziel sei es, sorgfältig mit den Ressourcen umzugehen, es komme zu keiner Luxussanierung. Die Heimtaxen in Hermolingen betragen zurzeit 105 Franken pro Tag, auf diesem Niveau wolle man auch bleiben.

Die geplante Sanierung und der Neubau sollen den Bewohnenden, aber auch den Mitarbeitenden zugutekommen. Aktuell fehle es an Rückzugsorten oder Garderoben. Meyer: «Wir wollen ein guter Arbeitgeber mit zufriedenen Angestellten sein. Sie machen tagtäglich eine anspruchsvolle Arbeit.»

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