Deborah Demuth
Deborah Demuth
Deborah Demuth
Aktuelle Entwicklungen betrachtet Philipp Müller, Präsident der Spitex Nidwalden, mit Sorge: Die steigende Anzahl an Kurzeinsätzen, die Zunahme komplexer Pflegesituationen oder der steigende Lohndruck im Gesundheitswesen. Ein haushälterischer Umgang mit finanziellen Mitteln ist somit auch für das kommende Geschäftsjahr besonders wichtig, fiel doch der Jahresabschluss 2021 negativ aus, dies insbesondere aufgrund anhaltender pandemiebedingter Mehrkosten. Der Budgetkurs für das Personal konnte jedoch eingehalten werden, wie an der Generalversammlung am Dienstag in Stansstad zu erfahren war. Die widrigen Umstände hat die Spitex Nidwalden im vergangenen Jahr trotz allem mit Bravour gemeistert: Es mussten weder Leistungen für Patientinnen und Patienten eingeschränkt noch mussten Klientinnen und Klienten abgelehnt werden.
Rund um die Uhr erreichbar
Ergänzend zum Jahresbericht würdigte der Präsident die Flexibilität und Einsatzbereitschaft aller Mitarbeitenden und der Geschäftsleitung. «Mit Stolz kann ich sagen, dass wir alle unsere Aufgaben grossartig gemeistert und unsere Verantwortung im Gesundheitswesen wahrgenommen haben. Die Geschäftsleitung war rund um die Uhr, sieben Tage die Woche erreichbar und die Pflegerinnen und Pfleger leisteten unter erschwerten Bedingungen unglaubliche Arbeit.» Während der letzten zwei Jahre sei auch der Umgang mit den Klientinnen und Klienten nicht immer einfach und konfliktfrei gewesen. «Sie mussten viele Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen. Für das uns entgegengebrachte Vertrauen und Verständnis möchte ich mich auch bei ihnen bedanken», so Philipp Müller.
Das bestätigt auch Walter Wyrsch, Geschäftsführer der Spitex Nidwalden: «Was mir während dieser Zeit besonders weh tat: Der Kontakt mit den Pflegebedürftigen wurde unglaublich erschwert und zu einer gewaltigen Herausforderung. Wie können wir beispielsweise mit einem schwerhörigen Menschen kommunizieren, der auf unsere Mimik angewiesen ist?» Er hoffe nun, dass man in naher Zukunft einen weiteren Schritt in die Normalität wagen und einander ohne Maske begegnen könne. «Für unsere Mitarbeitenden wünsche ich mir, dass wir ein Stück zur Ruhe kommen und auch wieder Energie für unsere Zukunftsprojekte finden. Einige von uns werden sich übrigens eine wohlverdiente Auszeit nehmen und die Zeit nutzen für Sprachaufenthalte oder einen Besuch auf der Alp.» Abschliessend schmunzelt er: «Damit leisten sie übrigens einen wesentlichen Beitrag an die Landwirtschaft.»
Schnell, systemrelevant und gut vernetzt
Das Wachstum in den Bereichen Pflege, Hauswirtschaft und Betreuung, psychiatrische Pflege sowie Mütter- und Väterberatung schreitet bis heute stetig voran. Die gute Zusammenarbeit mit Behörden und Institutionen ist dabei unerlässlich und sehr wertvoll. Die Systemrelevanz der Spitex Nidwalden zeigt sich dadurch, dass der Betrieb in der Lage ist, innerhalb weniger Stunden komplexe und aufwendige Pflegesituationen zu übernehmen – ganz besonders bei der Übernahme von Patientinnen und Patienten aus dem Kantonsspital Nidwalden oder aus andern Kliniken.
Stolz auf die Spitex Nidwalden
Gegen Ende der Generalversammlung meldete sich Gesundheitsdirektorin Michèle Blöchliger zu Wort: «Im Namen des gesamten Regierungsrats danke ich dem Team der Spitex Nidwalden für ihren Einsatz im schwierigen Jahr 2021. Wir sind stolz, eine solche Spitex zu haben.» Dieses Kompliment konnte der Vorstand nur zurückgeben: Der gebührende Dank ging an die Gesundheitsdirektorin, das Gesundheitsamt und an Kantonsarzt Dr. Peter Gürber. «Sie alle haben uns stets ‹auf dem Radar› gehabt, und das ist alles andere als Standard», so Walter Wyrsch.



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