Markus Zwyssig
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Verspielt und witzig hat sich Aldo Mozzini im Haus für Kunst Uri seine eigene Stadt in vielen Facetten gebaut. Bei einem Rundgang durch die neue Ausstellung, die am Samstag eröffnet wird, entdecken die Besucher rasch, dass die gezeigten Arbeiten mit Installationen, Objekten, Zeichnungen oder auch fotografischen Serien sehr vielschichtig sind. In detailreichen Skizzen und einem dreidimensionalen Modell hat der Künstler festgehalten, wie er sich seine Stadt vorstellt.
Der 65-jährige Künstler ist in Locarno geboren, lebt und arbeitet in Zürich und in Bellinzona. Äusserst intensiv hat er sich mit seiner Stadt beschäftigt. Zwei Wochen hat er im Haus für Kunst Uri gearbeitet und auch hier geschlafen. «Ich konnte bis spätabends in dieser Welt sein und morgen ging es früh wieder los», sagt Aldo Mozzini. «Es war speziell, im Museum zu leben und immer wieder durch das eigene Werk zu laufen.»
Zwei Ausstellungen sollen den Wandel aufzeigen
«Es ist aussergewöhnlich, dass ein Künstler zwei Einzelausstellungen hintereinander erhält», so Barbara Zürcher. Das sei eine Herausforderung für den Künstler wie auch für die Kuratorin. «Eine Stadt, vor allem wenn es eine grosse ist, verändert sich laufend.» So findet denn auch die Stadt im Museum in zwei Phasen statt. In Part I wird die erste Stadt gebaut, in der Zwischenphase findet eine grössere bauliche Veränderung statt und in Part II, in der Herbstausstellung, können die Besucherinnen und Besucher eine andere städtische Situation erleben. Dabei zeigen sich der Wandel, die Dynamik einer grossen Stadt.
Aldo Mozzini verwendet in seinen Arbeiten viele Materialien aus dem Alltag. Nostalgische wie alte Möbel werden ebenso gebraucht wie Karton, Holz oder Blachen. Daraus entstehen Skulpturen, die Werke werden zu Architektur. Der Künstler hat auch viele ganz spezielle Sitzgelegenheiten geschaffen, auf denen sich die Besucherinnen und Besucher hinsetzen und die Kunstwerke aus einer anderen Perspektive betrachten können. Vieles kommt schlicht daher, aber es steckt ein riesiger Aufwand dahinter. «Man muss wissen, was man kann, was man will und wie man es löst», sagt Aldo Mozzini. Nicht alles hat er selber gefertigt, manchmal baut er auch auf die Hilfe von handwerklichen Profis.
Im Salon im ersten Stock des Hauses sind in Wechselausstellungen Arbeiten anderer Kunstschaffender zu sehen. Präsentiert werden Porträtzeichnungen von Heinrich Danioth. Kombiniert werden diese mit Porträts, welche Aldo Mozzini während eines Atelierstipendiums bei Strassenkünstlern in Paris von sich hat anfertigen lassen. Der bürgerliche Salon wird so auch zur Plattform für die verkannte oder unterschätzte Strassenkunst, die jedoch langsam aus den Städten verschwindet.
Andrea Muheim porträtiert Urnerinnen und Urner
Gleichzeitig bietet sich hier eine künstlerische Möglichkeit, die lokale Bevölkerung einzubinden und ihnen einen Platz im Museum respektive in der Stadt zu geben: Während Part I wird die Urner Künstlerin Andrea Muheim während vier Tagen in diesem Salon Porträts von Menschen aus Altdorf und der Umgebung anfertigen. Die dabei entstandenen Bilder werden dann in Part II ausgestellt.
Das Dachgeschoss wird zum Denkraum. Es ist gefüllt mit Modellen und Videos, die sich mit Fragen des Zusammenlebens beschäftigen. Zu sehen ist unter anderem auch eine Videoarbeit von Marie-Cathérine Lienert. Sie nimmt den Besucher mit auf die Strassen Manhattans und beweist, dass New York eine Welt für sich ist.
Die Ausstellung lädt zum Flanieren und Verweilen ein. Auf einen besonderen Rundgang kann sich der Besucher mit einem Audioguide machen. Diesen hat die Autorin Julia Weber in Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Zentralschweiz (lit.z) erarbeitet.
Hinweis: Die neue Ausstellung im Haus für Kunst Uri wird am Samstag, 12. Juni, von 11 bis 17 Uhr eröffnet. Künstler und Kuratorin sind ab 14 Uhr anwesend. Die Ausstellung dauert bis zum 15. August.




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