Eine Tanne durchs Dorf ziehen, dies klingt zunächst nicht besonders fasnächtlich. Der Brauch der « Tannenschleipfete » in Luthern könnte gemäss Volkskundlern auf ein Fruchtbarkeitsritual zurückzuführen sein. Die plausibelste Erklärung ist allerdings, dass die Waldbesitzer ihren Knechten eine Tanne schenkten. Diese konnten den Baum dann verkaufen.
Der Brauch gehört nun seit vielen Jahren zum Fasnachtsumzug von Luthern, der dieses Jahr am 5. März stattfindet. Dabei wird die auf einem Langholzwagen geladene Rottanne mit zwei Pferden vom Schützenhausplatz bis zum Sonnenplatz gezogen und dort anschliessend versteigert – dies für 3000 bis 5000 Franken.
Folgendes Bild zeigt die «Tannenschleipfete» mit Pferdegespann beim Schulhaus in Luthern Bad um 1948.
Die Rückkehr nach der «Tannenschleipfete» um 1960. Damals war sogar ein «Elefant» dabei.
Wolhuser Fasnacht: Schneckenzunft
Die Wolhuser Schneckenzunft gibt es seit 1926. Sie erhielt ihren Namen vom Bauerngefährt, der «Schnägg», die hinten zwei Räder und vorne zwei Kufen hat. Hier sind der Zunftmeister Josef Wey (1948-1952, Zweiter von rechts), Zunftgründer Franz Vogel Senior (Zweiter von links) und Albert Lustenberger (rechts) bei einer Kutschenfahrt zu sehen.
Die Fasnacht ist Familiensache. Am Steuer des Schiffs «Nervi» ist Josef Wey Junior, der Sohn des Zunftmeisters Josef Wey. Der Bube mit Hut, der neben dem Schiff mitläuft, ist sein Bruder Willy Wey. Die Umzugs-Teilnehmer ziehen hier durch die Wolhuser Bahnhofstrasse beim Restaurant Rosengarten.
Der Zunftwagen der Schneckenzunft vor dem Restaurant Eintracht um 1950.
Der Zunftrat 1953 mit Zunftmeister Simon Imbach Senior (links mit Zepter und Plakettenumhang).
Die Tambourengruppe mit Leiter Bernhard Steiner auf dem ehemaligen Dorfplatz.
Sechs Fasnachtsfiguren kopfüber beim Aufstellen vor dem Umzug.
Ein Umzugswagen mit zwei Figuren aus Pappmaché, gezogen von einem Pferd.
Robi Marbacher mit Springpferd und Oskar Bucher:
Fasnacht in Schlierbach: Roggenzunft
Die Roggenzunft wurde am 10. Februar 1964 von sechs jungen Männern gegründet und hat sich seither fest im Fasnachtsbewusstsein der Region um Schlierbach etabliert. Jedes Jahr veranstaltet die Zunft den Roggenball (2. März 2019) sowie den Umzug in Schlierbach (3. März 2019), wo mehr als 1000 Personen mitwirken und mehrere tausend Zuschauer am Strassenrand das närrische Treiben beobachten.
Die Gründer im Jahre 1964: Präsident Hans Arnold (sitzend), Werner Schmidlin, Hans Hartmann, Kassier Peter Steiger und Franz Troxler. Auf dem Foto fehlt Aktuar Werner Fries. Sie waren damals zwischen 14 und 17 Jahre alt.
Der Ursprung des Namens der Zunft hängt mit der Hochlage der Gemeinde zusammen und dem seit dem 19. Jahrhundert angepflanzten Roggen. Das folgende Bild zeigt die Zünftler 1969, fünf Jahre nach der Gründung:
Ein Wagen zum Thema Ölkrise am Umzug im Jahr 1974.
Die Fasnacht in Schlierbach im Jahr 1980.
Der erste Umzugswagen der Roggenzunft im Jahr 1964.
Herzlichen Dank
Vielen Dank an das Wolhuser Forum für Geschichte für die Bilder der Schneckenzunft und der Wolhuser Fasnacht. Vielen Dank auch an die Roggenzunft aus Schlierbach und die Gemeinde Luthern für die Recherche der jeweiligen Bilder aus ihren Gemeinden.
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