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Obwalden

«Ein absolut gelungenes Projekt»: Der Pumptrack in Giswil zieht bei seiner Eröffnung viele Familien an

Zweieinhalb Jahre hat es seit der Idee gedauert, nun dürfen sich Jung und Alt am Pumptrack beim Schulgelände in Gsiwil erfreuen.
Stefan Peter zeigt im Showact, wie der Pumptrack funktioniert.  (Bild: Florian Pfister (Giswil, 25. September 2021))
Der Pumptrack wird rege genutzt. (Bild: Florian Pfister (Giswil, 25. September 2021))
Pfarrer Gabriel Bulai segnet den Pumptrack. (Bild: Florian Pfister (Giswil, 25. September 2021))

Florian Pfister

Florian Pfister

Florian Pfister

Nun geht's in Giswil auf und ab, und zwar mit dem Velo über die asphaltierten Wellen. Am Samstag ist der Pumptrack auf dem Schulgelände offiziell eröffnet worden. Der Anlass hat viele Familien angezogen. Vom kleinen Mädchen bis zum grossen Profi nutzten die Besucher die Gelegenheit, den Pumptrack zu testen.

Das Ziel dabei ist es, die in sich geschlossenen Fahrbahn hinter sich zu bringen, ohne zu pedalen oder anzugeben. Den ganzen Tag lang war die Anlage stetig besetzt, insbesondere Kinder und Jugendliche fuhren die Wellen unermüdlich rauf und runter. Manche gingen noch vorsichtig an die Sache heran, andere wagten sich bereits, über den Belag zu springen. Auf dem Pumptrack sind nicht nur Velos erlaubt, auch Kickboards, Inline-Skates oder Skateboards dürfen verwendet werden. Hie und da stürzte auch jemand und musste kleinere Schürfwunden verkraften. Samariter befanden sich jedoch vor Ort und sorgten für die nötige Hilfe.

Zwei Pumptracks nebeneinander

Am Morgen hat der Flow-Bikeverein, der das Projekt lanciert hat, den sogenannten «Zinsli-Track» der Obwaldner Kantonalbank eingeweiht. Dies ist der Pumptrack für die Kleinen und Anfänger und beläuft sich auf eine Fläche von rund 600 Quadratmetern. Am Nachmittag fand dann die offizielle Eröffnung des grossen Tracks statt, welcher rund 1300 Quadratmeter misst und mit der kleineren Anlage verbunden ist. Gemeindepräsident Beat von Wyl sprach von einem «absolut gelungenen Projekt».

«Velofahren ohne zu treten ist schon schräg, aber es funktioniert und macht Spass», sagte er. Die Gemeinde hat dem Flow-Bikeverein das Land zur Verfügung gestellt und will auch zum Unterhalt beitragen. «Biken ist zu einem Breitensport geworden», sagte Beat von Wyl. «Corona hat diesen Trend sogar noch verstärkt.» Ein Pumptrack könne genutzt werden, um einfach Spass zu haben, er sei aber auch wertvoll für ein gezieltes Training für Sportler jeder Art. «Jede Gemeinde in Obwalden leistet nicht nur einen Beitrag für sich selbst, sondern für den ganzen Kanton», so von Wyl weiter. «Mit diesem Projekt gelingt uns das ebenfalls. Hunderte oder gar Tausende Menschen werden in den nächsten Jahren Freude am Pumptrack haben.»

Showact mit Bike-Profis als Highlight

Der Gemeindepräsident wünscht sich natürlich, dass die Anlage rege genutzt wird und dass es möglichst wenige Unfälle gibt. Die Benutzer sollen aber auch darauf achten, dass kein grosser Lärm entsteht und dass sie den Abfall richtig entsorgen. Der Pumptrack soll zunächst einmal zehn Jahre lang stehen. Beat von Wyl hofft darauf, dass das Interesse auch dann noch gross ist und die Anlage weit über diese Zeitspanne hinaus genutzt wird.

Marco della Torre, Präsident des Flow-Bikevereins, dankte der Gemeinde für die Begeisterung und Unterstützung. «Ohne sie wäre die Umsetzung nicht möglich gewesen.» Er sei überrascht gewesen, wie schnell der Verein Sponsoren für das Projekt finden konnte. «Die meisten wussten gar nicht, was ein Pumptrack ist. Aber viele lokale Firmen zeigten Interesse.»

Am Anfang nicht zu viel wollen

Der Giswiler Pfarrer Gabriel Bulai gab dem Pumptrack seinen Segen, ehe die Eröffnung mit einem Showact von Bike-Profis ihren Fortgang fand. Dabei zeigten unter anderem die Giswiler Stefan Peter und Robin Küchler ihr Können. Peter gab den Tipp: «Man soll am Anfang nicht zu viel wollen und sich erst an die Wellen herantasten.» Auch Küchler freute sich darüber, dass Giswil nun über einen Pumptrack verfügt: «Ich bin noch nicht oft auf Pumptracks gefahren, werde es nun aber sich öfter tun.»

Gekostet hat das Projekt rund 350'000 Franken. Zusammengekommen ist der Betrag durch einheimische Sponsoren, öffentliche Beiträge, Stiftungen und ein Crowdfunding. Seit der konkreten Idee sind zweieinhalb Jahre vergangen. Im vergangenen März lag die Bewilligung vor, im Juli begann der Bau. Der Pumptrack wurde zur geplanten Eröffnung gerade rechtzeitig fertig.

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