Vor 50 Jahren wurde durch Leonard von Matt die Stiftung Ehrenpreis des Unüberwindlichen Grossen Rates zu Stans (UGR) ins Leben gerufen. Dieser atmet ganz das Wesen des UGR, dieser weit über 400-jährigen Gesellschaft, die ganz im Reich der Fantasie und Imagination lebt. Geistliches und Weltliches, Spass und Ernst liegen hier nahe beieinander. In diesem Geist sollen mit dem Ehrenpreis Personen oder Institutionen ausgezeichnet werden, die eine hervorragende Leistung vollbracht haben. «Es soll eine Tat sein, mit der nichts verdient wird und die vielleicht auch völlig sinnlos einen sinnvollen Hintergrund hat», hält Klaus Odermatt als Vorsitzender der Stiftung Ehrenpreis fest.
Geprägt von der Eisenbahn durch das Engelbergertal
Sinnstiftend sind die Verdienste der beiden diesjährigen Preisträger offensichtlich. Seit Jahrzehnten setzen sich die Gebrüder Wuhrmann für das Erbe der Nidwaldner Mobilitätsgeschichte ein. Als der Bahnkongress des UGR vergangenes Jahr die Ausstellung im Salzmuseum besuchte, fanden sie in Beat Wuhrmann einen «Vollblut-Bähnler, Restaurator, Geschichten- und Allerlei-Sammler», wie der Laudator Bruno Weber festhielt, seines Zeichens Reichsverkehrsminister des UGR. Zusammen mit Beats Bruder Thomas, von Beruf Kameramann und Regisseur, sammeln, konservieren und präsentieren die Brüder Zeitzeugnisse der Eisenbahngeschichte. Dies dürfte ihnen in den Genen liegen: Ihr Ur-Ur-Grossvater war bereits Oberzugführer bei der Spanisch-Brötli-Bahn, der ersten Eisenbahn die ganz innerhalb der Schweiz verkehrte. Zeugnis ihres Interesses ist der Dokumentarfilm «Üsi Bahn», den sie 2014 zum 50-Jahr-Jubiläum der «Luzern-Stans-Engelberg-Bahn» (LSE) realisierten. Mit bewegten Bildern und den Erinnerungen von Zeitzeugen wurde diese erste Direktverbindung von Luzern nach Engelberg gewürdigt.
Zwischen Ehrenpreis und Mittfasten-Feuer
Allerdings: «Erinnerungen sind das eine – echte Eisenbahnen das andere», hielt Thomas Wuhrmann in seiner Dankesrede zum Ehrenpreis fest. So setzen sie sich auch für den Erhalt des historischen Rollmaterials ein. Exemplarisch dafür ist der Güterwagen L 30 der seinerzeitigen Stansstad-Engelberg-Bahn (StEB), der 2016 wieder in die Heimat nach Stansstad zurückgebracht werden konnte. Zudem konnte 2015 gemeinsam mit vielen Freiwilligen in über 1000 Arbeitsstunden der Steuerwagen ABt 23 von 1964 der LSE restauriert werden. Damit ist das historische Fahrgefühl aus jener Zeit wieder erlebbar. Bei dieser Gelegenheit dankten die Gebrüder Wuhrmann: «Es braucht Menschen mit Ideen und Visionen. Aber auch die vielen Unterstützer dazu». Ihre Begeisterung für das Erhalten und Vermitteln der Eisenbahngeschichte war an jenem Abend spürbar. Damit stellten sie sich würdig in den Reigen der Preisträger der letzten 50 Jahre.
Es ist der Verdienst des Alt-Reichsschultheissen Hanskaspar von Matt, die Geschichte des Ehrenpreises nun aufgearbeitet zu haben. Rechtzeitig zum Jubiläum schuf er eine Broschüre, die am Samstag vorgestellt und durch Martin Gut als ehemaligen Vorsitzenden der Stiftung Ehrenpreis gewürdigt wurde. Aus seiner Erfahrung berichtete er, dass «es nicht immer einfach war, einen passenden Preisträger zu finden – und noch weniger einen passenden Laudator». Dabei liess er offen, ob das Gerücht zutrifft, wonach der Stiftungsrat zuerst den Laudator und dann den dafür passenden Ehrenpreisträger suche.
Mit dem anschliessenden Auszug zum traditionellen Mittfasten-Feuer konnten die Reichsritter und Reichsfrauen des UGR zugleich dem römischen Weingott Bacchus ihre Ehrenbezeugung darbringen, um gleichzeitig das Fastenbrechen zu feiern. Ganz im Sinne des UGR, Geistliches und Weltliches miteinander und nebeneinander zu leben.






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