In der Schreinerei des Klosters Mont Febe in der Nähe der kamerunischen Hauptstadt Yaoundé herrschte in den vergangenen Wochen Hochbetrieb. Gleichzeitig machte sich grosse Vorfreude breit. «Der von der Erzdiözese Kameruns erteilte Auftrag erfüllte uns mit grossem Stolz», erzählt Pater Elie Tekam Taghuen.
Grund für die Aufregung in der Schreinerwerkstatt des Engelberger Tochterklosters Mont Febe war die Herstellung des liturgischen Mobiliars für den in diesen Tagen bevorstehenden Besuch von Papst Leo XIV. in Kamerun. Die Verantwortlichen der Schreinerei entwarfen in Zusammenarbeit mit Vertretern des Vatikans Modelle und Entwürfe. Die Freigabe erfolgte am 13. März dieses Jahres. Fortan lag der Fokus der Arbeiten auf der termingerechten Ablieferung der liturgischen Gegenstände. «Überstunden inklusive», verrät Pater Elie Tekam Taghuen.
Seit 1932 in Kamerun tätig
Im Jahr 1932 zogen auf Wunsch des damaligen Erzbischofs die ersten Benediktinermönche von Engelberg nach Kamerun. Ihr Auftrag: der Aufbau einer theologischen Ausbildungsstätte in der Hauptstadt. Die Engelberger Mönche sahen jedoch schon bald den Bedarf, zusätzlich zur Ausbildung von zukünftigen Klerikern aktiv gegen die Armut mitzuwirken. Im Vordergrund stand die Förderung der Selbstständigkeit junger Kameruner, indem sie sich zusätzlich der Ausbildung junger Menschen widmeten.
Entstanden ist in der Nähe des Klosters Mont Febe ein Lernort mit Spezialisierung auf Schreinerarbeiten. Unter der Leitung des 1952 nach Kamerun ausgewanderten Bruder Gerold Neff (1927–2020) erlebte die Schreinerei Mont Febe ihre erste Hochblüte. Besonders talentierte Handwerker werden bis heute immer wieder nach Engelberg geschickt, wo sie in der Klosterschreinerei ihre beruflichen Erfahrungen vertiefen und erweitern können.
Direkt dem Engelberger Abt unterstellt
Bis heute ist das Benediktinerkloster Mont Febe direkt dem Engelberger Abt Christian Meyer unterstellt. Entsprechend eng sind die Verbindungen sowohl zum Kloster als auch zu den angegliederten Betrieben wie der Schreinerei. Diese geniesst heute einen weit über die kamerunische Hauptstadt Yaoundé hinausreichenden guten Ruf. Dies auch dank Engelberger Know-how. «Wohl auch deshalb war der Erzbischof der Ansicht, dass es im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Besuch des Heiligen Vaters niemanden gibt, der besser geeignet wäre als die Benediktinermönche, um mit ganzem Herzen und im Gebet Möbel anzufertigen, die während des Aufenthalts des Papstes in Kamerun für die Papstliturgie dienen sollen», erzählt Pater Elie Tekam Taghuen, der während seiner theologischen Ausbildung im Mutterkloster in Engelberg gelebt hatte.
Grosses Privileg für Klostergemeinschaft
Der Auftrag beinhaltete die Herstellung eines Altars, zweier Sitze für den Papst, zweier Ambos sowie eines Messbuchständers und einer Kniebank. Dabei verarbeiteten die Schreiner von Mont Febe gemäss Pater Elie Tekam Taghuen edle Hölzer aus Kamerun. Die dabei verwendeten Holzarten wie Wengé, Moabi, Sapelli, Padouk oder Landa stammen alle aus dem weitläufigen Kongobecken, wo Kamerun über eine der grössten Waldflächen Zentralafrikas verfügt.
Auch wenn der Papst während seines kurzen Aufenthalts in Kamerun das Kloster Mont Febe nicht besuchen wird, war der Auftrag für die dort lebende Klostergemeinschaft ein grosses Privileg. «Unsere Klostergemeinschaft wird die Ehre haben», freut sich der kamerunische Benediktinermönch, «den Heiligen Vater am Eingang der Nuntiatur zu empfangen.»




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