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Fusionsabklärungen

Ebikon als Teil der Stadt Luzern? Nach 13 Jahren kommt die Fusion wieder auf den Tisch

Ebikon und Luzern sollen abklären, was eine Fusion bringen würde. Das fordern zwei Vorstösse in beiden Gemeinden.
Mit dem R-Bus sind Ebikon und Luzern bereits verbunden – nun soll auch eine politische Fusion geprüft werden.
Bild:  Dominik Wunderli (29. 2. 2024)

Der Traum einer «Grossstadt Luzern» platzte 2011: Damals sagten Kriens und Ebikon mit 70 Prozent Nein zu Fusionsverhandlungen mit der Stadt Luzern. Wenig später kam auch aus Emmen ein klares Nein. Seither wagte niemand mehr, das Thema Fusion ernsthaft zu diskutieren.

Doch jetzt, über 13 Jahre nach dem Mehrfach-Nein der Agglogemeinden, kommt die Fusion wieder auf den Tisch: Im Ebikoner Einwohnerrat und im Luzerner Stadtparlament wurde gleichzeitig ein Vorstoss eingereicht. Die Forderung: Luzern und Ebikon sollen miteinander in Kontakt treten, die Vor- und Nachteile einer Fusion prüfen und einen möglichen Zeitplan aufzeigen. Im Einwohnerrat Ebikon wurde das Postulat «Gemeinsame Perspektiven für Ebikon und Luzern» von SP, Grünen und GLP eingereicht.

«Unsere Pflicht, alle Optionen zu prüfen»

In der Begründung heisst es: «Die enge geografische und funktionale Verflechtung zwischen Ebikon und der Stadt Luzern ist heute bereits Realität». Die Herausforderungen in den Bereichen Verkehr, Raumplanung und Infrastruktur würden kaum vor Gemeindegrenzen Halt machen. «Als Einwohnerrat ist es unsere Pflicht, alle Optionen für die Zukunft unserer Gemeinde sorgfältig zu prüfen – eine Fusion mit der Stadt Luzern gehört dazu», heisst es weiter.

Doch wieso kommt das Thema ausgerechnet jetzt auf den Tisch – wo doch Ebikon mit der Einführung eines Parlaments endlich eine erfolgreiche Politreform umsetzen konnte? Auch das politische Leben ist spürbar dynamischer geworden, seit der neue Einwohnerrat im Herbst 2024 seinen Betrieb aufgenommen hat. Für Laura Renggli, SP/Grünen-Fraktionschefin, sind es finanzielle Gründe, die eine Diskussion über eine Fusion nötig machen. «In Ebikon haben sich viele Investitionen angestaut. Doch um sie zu realisieren, fehlt uns der finanzielle Spielraum.» Im Verbund mit der Stadt, so die Hoffnung, könnte man aus der finanziellen Sackgasse wieder herauskommen. Noch gehe es nicht um konkrete Fusionspläne, sondern nur darum, das Thema überhaupt wieder zu diskutieren. «Eine ergebnisoffene Auseinandersetzung mit dieser Frage ist im Interesse der Bevölkerung», heisst es im Postulat.

Eine Stadt mit 100'000 Einwohnern

Im Stadtparlament Luzern wurde eine ähnlich lautende Motion von SP, Grünen, Mitte und GLP eingereicht. Auch sie betont die finanziellen Vorteile, welche eine Fusion für Ebikon hätte. Doch auch die Stadt würde profitieren: Die Motion erwähnt die Landreserven in Ebikon, die der Stadt neue Entwicklungsmöglichkeiten gäben. «Darüber hinaus würde eine Fusion Luzerns Rolle als urbanes Zentrum stärken.» Luzerns Bevölkerungszahl würde mit Ebikon auf knapp 100'000 steigen. Damit hätte Luzern auf nationaler Ebene mehr Gewicht, so die Hoffnung.

Im Stadtparlament ist die Überweisung der Motion Formsache, da die vier unterzeichnenden Parteien eine klare Mehrheit haben. In Ebikon ist die Ausgangslage offener. SP, Grüne und GLP haben lediglich 9 von 30 Sitzen. Allerdings wurde das Postulat auch von einzelnen Mitgliedern der Mitte und FDP unterzeichnet. Einer von ihnen ist Urs Kaufmann (Mitte). Er sagt: «Eine Mehrheit unserer Fraktion findet es richtig, Fusionsabklärungen zu treffen, um einmal alle Fakten auf dem Tisch zu haben.» Das sei noch kein definitives Ja zu einer Fusion, doch um überhaupt weiter darüber diskutieren zu können, brauche es eine gute Entscheidungsgrundlage.

Für die SVP ist eine Fusion gar kein Thema

Anders die SVP – sie sieht keinen Anlass, über eine Fusion zu diskutieren: «Eine Fusion würde für Ebikons Bevölkerung überwiegend Nachteile mit sich bringen.» Die SVP befürchtet, dass Ebikons Bevölkerung als Teil der Stadt Luzern zu wenig Gewicht hätte. «Hinzu kommt, dass Ebikon sämtliche linksgrünen Anliegen der Stadt Luzern ebenfalls übernehmen müsste.» Die SVP bezweifelt zudem, dass die Stadt Ebikons Finanzprobleme lösen könnte. Denn Luzern sei zurzeit zwar sehr finanzstark – doch das könne sich jederzeit mit dem Wegzug eines guten Steuerzahlers wieder ändern.

Ebikon solle besser auf «konstruktive Massnahmen» setzen, «um das Image der Gemeinde nachhaltig positiv zu beeinflussen», schreibt die SVP – und nennt als Beispiel die Bewerbung für den «Donnschtig-Jass» von SRF.

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